Mittwoch, 16. Oktober 2019
Rückblick (2) - 50 mal FCK
Hurghada, 35 Grad und Bier am Pool. Da ich im Sommerinterview den Pool als nächsten Interviewort vorgeschlagen habe, suche ich Tobse im Urlaub auf, um ein wenig mit ihm zu plaudern.
Salam aleikum, Tobse. Vor einigen Wochen hattest du dein 50. FCK-Spiel live im Stadion. Wie stolz bist du darauf?
Gehen Sie davon aus, dass 50 zwar ein große Zahl ist, 50 Spiele aber nicht unbedingt eine großartige Leistung darstellen. Schau dir mal zum Beispiel die Frankfurt-Allesfahrer an, die auch dank der aufgeblähten Euro-League diese Zahl schon innerhalb einer Saison schaffen. Da kann man ich mich nicht hinstellen und sagen "was für ein geiler Typ". Es hätten durchaus mehr Spiele sein können. Bloß fehlte früher das Geld und später dann die Zeit. Warum muss ich im Urlaub während der Länderspielpause eigentlich mit dir über Fußball bzw. den FCK reden?
Ich wollte ja gerne, dass das nächste Interview am Pool stattfindet und nicht bei einer Fahrradtour.
Stimmt, dafür hast du mich ja auch eingeladen. Nur über die laufende Saison möchte ich an dieser Stelle nicht reden.
Das lässt sich leider nicht ganz vermeiden, da das Spiel in Meppen ja das Jubiläum war.
Und das ist dann auch noch völlig in die Hose gegangen. Die (verdiente) 6:1-Klatsche war nicht nur das 50. Spiel sondern zugleich meine höchste Niederlage. Damit hat der SVM sogar die Bayern und 96 abgelöst, bei denen ich jeweils ein 5:1 miterleben musste.
Deine persönliche Statistik, die unten aufgelistet ist, sieht nicht sonderlich positiv aus. Woran liegt es?
Wenn ich das wüsste, wäre die Statistik besser. Klar, wenn du dreimal zum Auswärtsspiel bei den Bayern fährst, kannst du nicht drei Siege erwarten. Aber auch sonst war ich nicht immer der Glücksbringer. Bei der ersten Niederlage gegen Köln nach 26(?) Jahren war ich im Stadion. Die FCK-Siege in Hamburch habe ich konsequent gemieden, sondern war vorher und hinterher bei den Niederlagen dabei. Das ist schon wirklich grausam. Natürlich hängt es auch sicherlich damit zusammen, dass ich lediglich sechs Heimspiele gesehen habe, weil es sich immer wie eine Weltreise anfühlt, um nach Kaiserslautern zu kommen. Dass die Heimbilanz auch nur ausgeglichen ist (1S - 4U - 1N) ist aber auch leicht deprimierend.
Vom Abstiegsfinale 2006 mal ganz zu schweigen.
Oh ja, Ich war einer der 10000 Lautrer, die in die VW-Arena Wolfsburg eingefallen sind. Den Abstieg der eigenen Mannschaft live mitzuerleben ist wohl das Grausamste, was einem Fan passieren kann. Der letzte Spieltag 2012 in Hannover war da schon wesentlich entspannter, weil der letzte Tabellenplatz vorher bereits feststand. Bloß habe ich da nicht geahnt, dass es das Bundesligaspiel für eine unabsehbare Zeit sein würde.
Was waren denn stattdessen die Highlights deiner FCK-Spiele?
Da fallen mir spontan die Übergabe der Meisterschale in Hamburg im Mai 1998 sowie drei Heimspiele ein. Als 14-jähriger die glänzende Meisterschale in den Händen deiner Helden zu sehen ist mega geil. Die Karte beim fliegenden Händler an der Autobahnabfahrt kostete 100 DM. Das zahlst du heutzutage schon fast für den Drittligakick.
Das erste Heimspiel auf dem Betze 1994 gegen die Frankfurter Eintracht bleibt unvergessen. Gegen Bochum 2014 durfte ich dank Familie und Freunden als VIP dabei sein. Bei dem Trip trafen Katsche und ich sogar die Bochumer samt Trainer Neururer an der Hotelbar im Mannschaftshotel. Ein Jahr später hatte ich dann beim Gewinnspiel zwei VIP-Tickets gewonnen, sodass mein erster Heimsieg (4:0 gegen Heidenheim) besonders gefeiert werden konnte.
Wie sieht die Zukunft aus? Auf welche Spiele hast du Bock?
Ich trauere ein wenig dem Pokalfinale 2003 gegen die Bayern hinterher. Das wäre doch schön gewesen. Keine Ahnung, warum Katsche und ich uns damals nicht um eine Tour bemüht haben. Ein DFB-Pokalfinale wäre klasse. Oder wie Katsche "Europapokal auswärts" mitmachen ist auch noch ein Traum von mir. Ansonsten sind Touren mit Katsche immer klasse und der Schalker hat auch bereits seine Ambitionen hinsichtlich Betze geäußert. DEN Wunschgegner habe ich nicht. Immer wieder tun sich interessante Orte auf, an denen der FCK spielt, sodass konkret nichts gesagt werden kann. Rot-Weiß Ahlen und Rot-Weiß Essen waren zum Beispiel auch eher spontan angesteuert worden.
Tobse, ich danke dir für deine Zeit. Prost
Wie versprochen hier noch die Übersicht in chronologischer Reihenfolge:
03.04.93 Werder - FCK 1:0 (Stadionpremiere)
23.08.94 FCK - Eintracht Frankfurt 1:1
08.12.96 SV Meppen - FCK 2:1
09.05.98 HSV - FCK 1:1 (Übergabe Meisterschale)
13.11.98 Werder - FCK 0:1
01.05.99 HSV - FCK 2:0
26.02.00 HSV - FCK 2:1
28.03.04 HSV - FCK 3:2
25.09.04 Wolfsburg - FCK 2:1
19.02.05 HSV - FCK 2:1
26.11.05 Hannover - FCK 5:1
11.12.05 Bayern - FCK 2:1
11.02.06 Werder - FCK 0:2
12.03.06 HSV - FCK 3:0
13.05.06 Wolfsburg - FCK 2:2 (Abstiegsfinale)
18.09.06 Rostock - FCK 2:0
03.12.06 Braunschweig - FCK 0:1
19.01.07 RW Essen - FCK 0:0
04.02.07 Paderborn - FCK 0:1
02.04.07 FCK - Duisburg 0:3
17.12.07 Köln - FCK 2:1
02.03.08 Paderborn - FCK 0:0
31.03.08 Osnabrück - FCK 2:0
07.12.08 Duisburg - FCK 0:0
23.02.09 St.Pauli - FCK 2:0
22.03.09 RW Ahlen - FCK 0:1
05.04.09 FCK - Oberhausen 1:1
12.04.09 Osnabrück - FCK 0:2
22.03.10 Düsseldorf - FCK 0:0
02.10.10 HSV - FCK 2:1
18.12.10 Werder - FCK 1:2
22.01.11 Bayern - FCK 5:1
07.05.11 Wolfsburg - FCK 1:2
24.09.11 Wolfsburg - FCK 1:0
11.02.12 Bayern - FCK 2:0
06.05.12 Hannover - FCK 2:1 (bislang letztes BL-Spiel)
02.03.13 FCK - Bochum 0:0
06.04.14 FCK - Bochum 1:1 (VIP)
04.04.15 FCK - Heidenheim 4:0 (erster Heimsieg, VIP)
12.02.16 Paderborn- FCK 0:4
02.12.16 St.Pauli-FCK 0:0
30.01.17 Hannover - FCK 1:0
17.03.17 Bielefeld - FCK 2:0
05.04.17 Bochum - FCK 0:0
12.08.17 SV Eichede - FCK 0:4 (erste Runde DFB-Pokal)
28.10.17 Regensburg - FCK 3:1
15.12.18 SV Meppen - FCK 0:1
16.03.19 SF Lotte - FCK 0:2
03.08.19 Preußen Münster - FCK 3:2
14.09.19 SV Meppen - FCK 6:1 (50. Spiel)
Bilanz: 13 Siege - 12 Unentschieden - 25 Niederlagen, 49:70 Tore
Sonntag, 15. September 2019
Männerwochenende
Eigentlich sollte dieser Post lediglich aus zwei Worten bestehen:
ohne Worte
So war zumindest der erste Gedanke am Samstagabend.
Doch das würde den Fischtown Pinguins nicht gerecht werden. Junior und ich hatten ein Männerwochende geplant, da die Gestalter der Spielpläne uns durchaus wohlgesonnen waren.
Samstag, Meppen, 3. Liga
Der FCK war wieder im Emsland zu Gast. Es war klar, dass ich wieder mit dabei sein werde. Junior wollte mit, Katsche hatte auch Bock drauf, also ab dafür. Im Vergleich zum letzten Jahr hatten wir unsere Plätze auf der Haupttribüne etwas weiter Richtung Mittellinie gewählt, da die Sicht im Gästesitzplatz ja nicht so prickelnd war. Kostete auch nur 3 Euro mehr, also los. Erst im Nachhinein stellte ich fest, dass der Gästesitzplatz hinter das Tor gezogen ist und entsprechend weniger kostet. Naja, egal. Im Vergleich zu Münster vollkommen im Zeitplan und gutgelaunt ging es ins Stadion. Auch meine rote FCK-Jacke hinderte uns nicht, vom Gästeparkplatz bis zum Heimeingang zu kommen. Alle Ordner waren auch wieder sehr entspannt. Das gefällt mir bislang an der dritten Liga noch am besten.
Soweit ist dann alles zum Positiven gesagt. Den Rest drücke ich einfach mit einem Blick auf die Anzeigetafel aus:
Ein Bild sagt wirklich mehr das tausend Worte. Ich kann noch nicht einmal so überpiepwürdig fluchen wie beim Münsterspiel. Das Spiel lief wie letzte Saison, nur dass der SVM nun seine Chancen genutzt hat und es auch hätte zweistellig werden können. Die Leistung der Männer in rot? Die war so katastrophal, dass ich einfach nichts weiter sage. Also OHNE WORTE
Sonntag, Bremerhaven, DEL
Immerhin gab es am nächsten Tag die Chance, etwas Balsam auf die geschundene Fanseele aufzutragen. Die Fischtown Pinguins spielten im ersten Heimspiel der Saison gegen die Eisbären Berlin. Die bisherige DEL-Bilanz der Pinguins gegen die Eisbären ist wirklich miserabel. Aber warum auch immer, erwischten die Pinguins so einen geilen Tag wie die Meppener am Vortag. Mit einem fulminanten 5:0 wurden die Eisbären nach Hause geschickt. Ich konnte mit den Gästefans mitfühlen, schließlich ging es mir knapp 24 Stunden vorher genau so wie ihnen. Allerdings verdienen die auch allerhöchsten Respekt, da sie durchgängig Alarm gemacht haben.
Abgesehen davon, dass wir auch schon Karten für ein weiteres Spiel haben, werden wir wohl häufiger in die Eisarena Bremerhaven fahren. Junior hatten seinen Spaß. Und selbst wenn es in die Hose geht, dann ist man Gott sei Dank schnell zu Hause und muss nicht mit einer megaschlechten Laune noch lange durch die Lande eiern.
ohne Worte
So war zumindest der erste Gedanke am Samstagabend.
Doch das würde den Fischtown Pinguins nicht gerecht werden. Junior und ich hatten ein Männerwochende geplant, da die Gestalter der Spielpläne uns durchaus wohlgesonnen waren.
Samstag, Meppen, 3. Liga
Der FCK war wieder im Emsland zu Gast. Es war klar, dass ich wieder mit dabei sein werde. Junior wollte mit, Katsche hatte auch Bock drauf, also ab dafür. Im Vergleich zum letzten Jahr hatten wir unsere Plätze auf der Haupttribüne etwas weiter Richtung Mittellinie gewählt, da die Sicht im Gästesitzplatz ja nicht so prickelnd war. Kostete auch nur 3 Euro mehr, also los. Erst im Nachhinein stellte ich fest, dass der Gästesitzplatz hinter das Tor gezogen ist und entsprechend weniger kostet. Naja, egal. Im Vergleich zu Münster vollkommen im Zeitplan und gutgelaunt ging es ins Stadion. Auch meine rote FCK-Jacke hinderte uns nicht, vom Gästeparkplatz bis zum Heimeingang zu kommen. Alle Ordner waren auch wieder sehr entspannt. Das gefällt mir bislang an der dritten Liga noch am besten.
Soweit ist dann alles zum Positiven gesagt. Den Rest drücke ich einfach mit einem Blick auf die Anzeigetafel aus:
Ein Bild sagt wirklich mehr das tausend Worte. Ich kann noch nicht einmal so überpiepwürdig fluchen wie beim Münsterspiel. Das Spiel lief wie letzte Saison, nur dass der SVM nun seine Chancen genutzt hat und es auch hätte zweistellig werden können. Die Leistung der Männer in rot? Die war so katastrophal, dass ich einfach nichts weiter sage. Also OHNE WORTE
Sonntag, Bremerhaven, DEL
Immerhin gab es am nächsten Tag die Chance, etwas Balsam auf die geschundene Fanseele aufzutragen. Die Fischtown Pinguins spielten im ersten Heimspiel der Saison gegen die Eisbären Berlin. Die bisherige DEL-Bilanz der Pinguins gegen die Eisbären ist wirklich miserabel. Aber warum auch immer, erwischten die Pinguins so einen geilen Tag wie die Meppener am Vortag. Mit einem fulminanten 5:0 wurden die Eisbären nach Hause geschickt. Ich konnte mit den Gästefans mitfühlen, schließlich ging es mir knapp 24 Stunden vorher genau so wie ihnen. Allerdings verdienen die auch allerhöchsten Respekt, da sie durchgängig Alarm gemacht haben.
Abgesehen davon, dass wir auch schon Karten für ein weiteres Spiel haben, werden wir wohl häufiger in die Eisarena Bremerhaven fahren. Junior hatten seinen Spaß. Und selbst wenn es in die Hose geht, dann ist man Gott sei Dank schnell zu Hause und muss nicht mit einer megaschlechten Laune noch lange durch die Lande eiern.
Sonntag, 4. August 2019
zensiert
Formidable *piep* Idee mit 32 Buchstaben und einer Zahl? Richtig, SOMMERFERIENSAMSTAGMITTAG AUF DER A1. Das hatte ich nun davon, dass ich irgendwann mal in das Preußenstadion Münster wollte. Eher spontan (die endgültige Entscheidung fiel erst morgens) machten Junior und ich uns auf, um den FCK im Münsterland zu unterstützen. Einigen Bedenken zum Trotz, die aufgrund von Vorfällen in der Vorsaison vorhanden waren, fuhren wir pünktlich los. Das Navi erwartete uns gegen 12:45 Uhr am Zielort. Bis zum Anpfiff um 14:00 Uhr war also genügend Zeit, um sich noch eine Karte für einen Sitzplatzblock zu kaufen. Dank sorgfältiger Recherchen wurde ein Parkplatz in Stadionnähe ausgemacht. Der FCK-Fanbetreuer sagte am Telefon auch was von zurückgeschickten Sitzplatzkarten. Dann kann es ja losgehen. Das Wetter passte auch. 25 Grad und leicht bedeckt vorausgesagt, waren dann die letzten Punkte, die den Ausschlag Richtung Abfahrt gegeben haben. Wann würde ich sonst wieder die Möglichkeit haben, dieses altehrwürdige Rund bei passablen Wetter zu bestaunen?
Also, püntklich ging es zumindest los. Navi sagt 12:48 Uhr, alles gut. Der Verkehrsfunk meldet sich und erzählt etwas von brennendem PKW auf der A 1. Okay, mein Navi hat verstanden, 13:40 Uhr. Mh, ist immer noch genügend Zeit. Und bis ich an der Stelle bin, würde eh der Verkehr wieder halbwegs vernünftig rollen. Mit der Zeit wurde es tatsächlich weniger, auch die Ankunft wurde entsprechend nach vorne korrigiert. Tja, und dann kamen die Baustellen, die weder mein Navi noch Google kannten. Auch dem Verkehrsfunk war es keine Meldung wert. Schönen Dank auch, dass die A 1 an einem Samstagmittag in den Sommerferien zum längsten Parkplatz Norddeutschlands wird. *piep* mich doch am *piep* Wie in einer drittklassigen Talkshow aus den Neunziger wären viele Worte überpiept worden. (Passt, wir waren schließlich auch auf dem Weg zur Dritten Liga). Außerdem hatte ich ja Junior dabei, der zwar schon ein reichhaltiges Vokabular hat, gewisse Ausdrücke aber doch in der Schule und nicht an einem Sommerferiensamstagmittag auf der A 1 lernen sollte. Es wurde einfach nicht besser. Nur der sorgfältigen Vorbereitung wegen kamen wir dann doch schon fünf Minuten nach Anpfiff in den Gästeblock. Dummerweise waren sämtliche Sitzplatzkarten weg, sodass Junior notgedrungen mit in den Stehplatzblock musste. Dann hätte ich im Auto auch weiter fluchen können... Nutzte alles nichts. Immerhin hatten wir dann auch einen Bereich gefunden, an dem man etwas Platz für sich hatte. Schnell wurde aber klar, warum. Da war doch tatsächlich so ein *piep* hohes Podest aufgestellt, damit der *piep* Kameramann auch ja Aufnahmen von oben machen kann. *piep* mich doch, ihr *piep*. Dafür eier ich durch den Norden, halte meine Flüche im Stau zurück, um dann auf ein *piep* *piep**piiiiiiieeeeeeeeeeeeeeep* Podest zu glotzen? Und es gab wirklich keine Möglichkeit mehr, sich besser hinzustellen. Der linke Stehplatzbock war brechend voll, sodass wir damit leben mussten, einen Teil des Spielfeldes durch das Metallgestänge zu erahnen. Immerhin waren die beiden Tore von unserem Platz aus zu sehen.
Das Preußenstadion ist echt alt. Und es ist wirklich noch so wie die Stadien früher. Zwei Kurven, eine Haupttribüne und eine Gegengerade. Ich finde es cool. Aber wie gesagt, der Quatsch mit dem Kamerapodest muss nicht sein. Hinter der Gegengerade gab es einen Kran, der für eine entsprechende Kameraeinstellung sorgen kann. Okay, da bei vielen Mannschaften ja wirklich nur eine Handvoll Fans mitreisen, dann reicht auch der eine Block, von dem aus man (mit Ausnahme der Lautsprechermasten) ungehindert auf das Feld schauen kann..
Das Spiel. Dieses *piep* Spiel, welches mir solche Magenschmerzen bereiten sollte. *piep* Da machst du mit dem Halbzeitpfiff die 1:0-Führung, hast in der 52. Minute einen Elfmeter, verballerst den und fängst dir im direkten Gegenzug 16 Sekunden (!) später den Ausgleich. Nicht nur, dass der Elfer verschossen wurden, nein, der FIFA-Kommentator auf der Playsi würde sagen "er hält ihn sogar fest" *piep* *piiiieeeep* Mach den *piep* Ball einfach rein und schieß nicht so eine *piep*. Willst du mich *piep*? Hätte er ihn doch einfach nur verwandelt, vieles wäre so viel angenehmer verlaufen. Aber Fußball ist nunmal kein Konjunktiv. Oder wie es ein "schlauer" Kopf der deutschen Fußballszene mal formuliert hat: "wäre, wäre, Fahrradkette" Dann explodiert der Block wieder, weil du das 2:1 machst. Du hast das Spiel im Griff, naja für zwei Minuten. Denn dann kommt schon der erneute Ausgleich. Und wenn dann auch der sonst so starke Torwart sich einen Eierfreistoß von der linken Seite selbst ins Tor legt, da bleiben dir selbst die piep-würdigen Worte weg und schweigst einfach nur noch. Es braucht auch keiner mit den Spielanteile, Statistiken oder so einem Quatsch kommen. Wenn du so verlierst ist das einfach nur *piep*
Da tröstet es dann auch nicht darüber hinweg, dass auf der Rückfahrt alles glatt ging und sich die Leute in der Gegenrichtung nur dachten "dieser *piep* Sommerferiensamstagnachmittag auf der A 1"
Also, püntklich ging es zumindest los. Navi sagt 12:48 Uhr, alles gut. Der Verkehrsfunk meldet sich und erzählt etwas von brennendem PKW auf der A 1. Okay, mein Navi hat verstanden, 13:40 Uhr. Mh, ist immer noch genügend Zeit. Und bis ich an der Stelle bin, würde eh der Verkehr wieder halbwegs vernünftig rollen. Mit der Zeit wurde es tatsächlich weniger, auch die Ankunft wurde entsprechend nach vorne korrigiert. Tja, und dann kamen die Baustellen, die weder mein Navi noch Google kannten. Auch dem Verkehrsfunk war es keine Meldung wert. Schönen Dank auch, dass die A 1 an einem Samstagmittag in den Sommerferien zum längsten Parkplatz Norddeutschlands wird. *piep* mich doch am *piep* Wie in einer drittklassigen Talkshow aus den Neunziger wären viele Worte überpiept worden. (Passt, wir waren schließlich auch auf dem Weg zur Dritten Liga). Außerdem hatte ich ja Junior dabei, der zwar schon ein reichhaltiges Vokabular hat, gewisse Ausdrücke aber doch in der Schule und nicht an einem Sommerferiensamstagmittag auf der A 1 lernen sollte. Es wurde einfach nicht besser. Nur der sorgfältigen Vorbereitung wegen kamen wir dann doch schon fünf Minuten nach Anpfiff in den Gästeblock. Dummerweise waren sämtliche Sitzplatzkarten weg, sodass Junior notgedrungen mit in den Stehplatzblock musste. Dann hätte ich im Auto auch weiter fluchen können... Nutzte alles nichts. Immerhin hatten wir dann auch einen Bereich gefunden, an dem man etwas Platz für sich hatte. Schnell wurde aber klar, warum. Da war doch tatsächlich so ein *piep* hohes Podest aufgestellt, damit der *piep* Kameramann auch ja Aufnahmen von oben machen kann. *piep* mich doch, ihr *piep*. Dafür eier ich durch den Norden, halte meine Flüche im Stau zurück, um dann auf ein *piep* *piep**piiiiiiieeeeeeeeeeeeeeep* Podest zu glotzen? Und es gab wirklich keine Möglichkeit mehr, sich besser hinzustellen. Der linke Stehplatzbock war brechend voll, sodass wir damit leben mussten, einen Teil des Spielfeldes durch das Metallgestänge zu erahnen. Immerhin waren die beiden Tore von unserem Platz aus zu sehen.
Das Preußenstadion ist echt alt. Und es ist wirklich noch so wie die Stadien früher. Zwei Kurven, eine Haupttribüne und eine Gegengerade. Ich finde es cool. Aber wie gesagt, der Quatsch mit dem Kamerapodest muss nicht sein. Hinter der Gegengerade gab es einen Kran, der für eine entsprechende Kameraeinstellung sorgen kann. Okay, da bei vielen Mannschaften ja wirklich nur eine Handvoll Fans mitreisen, dann reicht auch der eine Block, von dem aus man (mit Ausnahme der Lautsprechermasten) ungehindert auf das Feld schauen kann..
Das Spiel. Dieses *piep* Spiel, welches mir solche Magenschmerzen bereiten sollte. *piep* Da machst du mit dem Halbzeitpfiff die 1:0-Führung, hast in der 52. Minute einen Elfmeter, verballerst den und fängst dir im direkten Gegenzug 16 Sekunden (!) später den Ausgleich. Nicht nur, dass der Elfer verschossen wurden, nein, der FIFA-Kommentator auf der Playsi würde sagen "er hält ihn sogar fest" *piep* *piiiieeeep* Mach den *piep* Ball einfach rein und schieß nicht so eine *piep*. Willst du mich *piep*? Hätte er ihn doch einfach nur verwandelt, vieles wäre so viel angenehmer verlaufen. Aber Fußball ist nunmal kein Konjunktiv. Oder wie es ein "schlauer" Kopf der deutschen Fußballszene mal formuliert hat: "wäre, wäre, Fahrradkette" Dann explodiert der Block wieder, weil du das 2:1 machst. Du hast das Spiel im Griff, naja für zwei Minuten. Denn dann kommt schon der erneute Ausgleich. Und wenn dann auch der sonst so starke Torwart sich einen Eierfreistoß von der linken Seite selbst ins Tor legt, da bleiben dir selbst die piep-würdigen Worte weg und schweigst einfach nur noch. Es braucht auch keiner mit den Spielanteile, Statistiken oder so einem Quatsch kommen. Wenn du so verlierst ist das einfach nur *piep*
Da tröstet es dann auch nicht darüber hinweg, dass auf der Rückfahrt alles glatt ging und sich die Leute in der Gegenrichtung nur dachten "dieser *piep* Sommerferiensamstagnachmittag auf der A 1"
Sonntag, 30. Juni 2019
Das war die Saison 2018/19
Moin Tobse. Wir sehen dich sportlich mit dem Rad durch die Gegend fahren. Wieso gibt es das Abschlussinterview nicht an einem Pool?
Gehen Sie davon aus, dass die Zeit knapp wurde. Die neue
Spielzeit in der 3.Liga fängt an, wenn ich noch keinen Urlaub habe. Es soll ja
schließlich ein Abschlussinterview sein, da musste man spontan was anderes
finden.
Du sprichst den Saisonstart der 3.Liga an. Auch in der
Spielzeit 2019/20 spielt der FCK nur drittklassig. Wie ist dein Eindruck der
Premierensaison?
Als Absteiger und im Fall des FCK als „größter“ Verein in der
Liga zählt man von Anfang an zu den Aufstiegsfavoriten. Wenn in der
Endabrechnung aber der neunte Platz steht, ist es natürlich enttäuschend
gelaufen. Da gewinnt man zum Auftakt vor über 41.000 Leuten mit einem 1:0 kurz
vor Schluss, schafft es aber nicht diesen Schwung zu nutzen und in die nächsten Spiele mitzunehmen. Dazu kamen diverse
Nackenschläge durch späte Gegentore, die viele Punkte gekostet haben. Im
Endeffekt musste man sogar froh sein, dass man dann doch noch Neunter geworden
ist. Das Beste an der Saison waren dann schon irgendwie die Trikots.
Sportlich war die Qualifikation zur 3.Liga
geschafft. Aber die Lizenzerteilung stand ja lange auf der Kippe.
Oh ja, diese Nebenkriegsschauplätze waren für uns Fans auch
mehr als nervtötend. Erst werden Geldgeber versprochen, die nach der
Ausgliederung kommen sollten, dann tut sich lange überhaupt nichts. Und kaum
gibt es einen Investor, schon geht das Drama so richtig los. Der Geldgeber
verlangt den Rücktritt eines Aufsichtsrates, der hingegen holt eine
Investorengruppe ins Boot, um seinen Hals zu retten. Da kam ich irgendwann
nicht mehr hinterher. Fakt ist, dass der Luxemburger Geld gibt. Zu allem
Überfluss wurden dann aber Berichte veröffentlicht, dass er wegen dubioser
Geldgeschäfte vor Gericht stehen soll. Das kann echt heiter werden. Auch die
Fanszene ist gespalten. Die neue Saison verspricht diesbezüglich interessant zu
werden.
Und dann kommen noch die Bayern zu einem Retterspiel...
Geschockt war ich zunächst auch, dass der FC Bayern für ein
Retterspiel angekündigt wurden. Diese Spiele habe ich immer mit den „kleinen“
Vereinen in Verbindung gebracht, jetzt waren wir in der Situation. Es war
allerdings schön, mal wieder einen vollen Betzenberg zu sehen. Okay, ich habe
es nur im Fernsehen gesehen, weil ich der Zeit wegen nicht hinkonnte. In der
Halbzeit hatte Uli Hoeneß ein bemerkenswertes Interview gegeben, in dem von der
alten Feindschaft nichts zu spüren war.
Die Zeitgründe, wegen denen du selbst wieder nur drei Spiele
im Stadion sehen konntest?
Da hast du recht. Einige Spiele, die ich mir vorgenommen
hatte, waren nicht möglich. Entweder hatte ich Dienst oder meine
Eishockeytruppe hatte selbst ein Spiel. Da waren die Prioritäten dann klar
verteilt. Dafür waren die Touren in der letzten Saison durchaus klasse. Katsche
und ich hatten ja unsere Brudertour nach Meppen und Amsterdam.
Das hat mega
Laune gemacht. Der 1:0 Auswärtstriumph im Emsland war zudem echter
Balsam für meine geschundene FCK-Fanseele, da es endlich wieder einen
Sieg in der Liga zu
bejubeln gab. Und das 8:0 von Ajax gegen De Grafschaft bedarf
wahrscheinlich
nicht vieler Worte an dieser Stelle. Schön war natürlich auch der erste
Stadionbesuch
von Junior beim 2:0-Sieg des FCK in Lotte. Junior hatte seinen Spaß und möchte in
Zukunft auch mal wieder mitkommen. In der Tat ist es aber wieder wenig gewesen,
was sich machen ließ. Eventuell bin ich wirklich etwas müde geworden, was die
Stadionbesuche angeht. Früher habe ich wesentlich mehr spontane Trips gemacht.
Alles andere als spontan sondern sorgfältig geplant sind ja die Brudertouren. Was
können wir in der nächsten Saison erwarten? Habt ihr schon wieder Reiseziele
ins Auge gefasst?
Konkrete Planungen sind ja immer erst dann möglich, wenn die
Spielpläne draußen sind. Durch den Aufstieg der Zwoten vom FC Bayern könnte man
das ewig junge Bruderduell endlich fortführen. Inwiefern sich das aber wirklich
realisieren lässt, wird sich zeigen. Ich möchte auch nicht allzu viele Ziele
raushauen und mich dann beinahe rechtfertigen müssen, wenn es nicht klappt. In
der Tat ist es aber so, dass Mailand bei Katsche und mit immer noch hoch im Kurs steht. Das muss
dann aber auch mit der Urlaubsplanung der Familie passen.
Tobse,
wir danken dir für das spontane Treffen und wünschen eine erholsame
Sommerpause. Das nächste Interview aber bitte wieder an einem Pool...
Dienstag, 9. April 2019
Rückblick (1) - Erster Stadionbesuch
Nachdem
Junior nun seine Stadionpremiere in
Lotte hatte, habe ich überlegt, wie mein erster Stadionbesuch so
war. Statt Dritte Liga gab es am 03.04.1993 einen Klassiker der
Bundesliga in einem wahren Spitzenspiel. Gerade für die jüngeren
Leser dieses Blogs dürfte es sich wie eine Zeitreise anfühlen.
Katsche,
Papa, mein Kumpel S. (aus Gründen der EU-DSGVO nicht vollständig
genannt), dessen Vater und ich machten uns auf zum Weserstadion
Bremen. Der SV Werder kämpfte um die Meisterschaft, mein FCK
benötigte die Punkte für den Einzug in den UEFA-Cup, welcher
seinerzeit noch ganz schnöde im KO-Modus mit Hin- und Rückspiel
ausgespielt wurde. Ja, in einem Satz drei historische
Begebenheiten... Vor dem Stadion standen wir an den Kassenhäuschen
an und warteten und warteten. Die Bestellung von Eintrittskarten im
Internet (welches sich eh nicht durchsetzen würde) war noch nicht
möglich. Überall standen Grün-Weiß und Rot-Weiß feiernd und
singend beisammen. "Werder und der FCK" schallte es
lautstark. Immerhin bestand seit dem Pokalfinale drei Jahre zuvor
eine Fanfreundschaft zwischen den Anhängern. Irgendwann hatte ich
keine Lust mehr zu warten und brüllte, dass sie endlich die Kasse
aufmachen sollen. Zack, da ging der Rolladen auch schon hoch. Ich
hätte früher rufen sollen, wurde mir "vorgeworfen" ;-)
Unsere Väter kauften S. und mir noch jeweils eine Fahne bevor die
Meisterprüfung Einlasskontrolle anstand.
Gefühlt gab es für jeden
Block einen extra Einlass mit Ordner. Ich war zuerst an der Reihe.
Der Ordner tastete mich ab, öffnete dann den Rucksack und nahm die
pfandfreien Cola-Dosen raus. Schade, wäre auch zu schön gewesen. Er
drehte sich fragend zu S. "Na, hast du auch Coladosen mit?"
- "Nein" war die korrekte Antwort von S. Bevor ich mich
jedoch über das bevorstehende Getränk freuen konnte, schob er ein
unschuldiges aber ehrliches "Fanta" hinterher. Schade, schade, schade. Der
Ordner war aber sehr gut drauf und stellte die Dosen beiseite. Wir
dürften in der Halbzeit aber wiederkommen und die Dosen dann
trinken.
Im Block nahmen wir auf einer schier endlosen Holzbank
platz. Ein Wahnsinnsgefühl für uns Jungs, endlich einmal in einem
Bundesligastadion zu sein. Besonders fasziniert war ich von der
Anzeigetafel und was dort alles mit Glühlampen dargestellt werden
konnte.
Plötzlich brandete Jubel auf. Der Stadionsprecher verkündete
die große Botschaft. Dieses Spitzenspiel wurde von all den Partien
ausgewählt, das Live-Spiel auf Premiere zu sein. WOW, das wir so
etwas gleich auch noch miterleben durften.
Die
Mannschaftsaufstellungen lesen sich auch heute noch wunderbar.
Folgende Spieler mit den Rückennummern 1 bis 11 und in schwarzen
Schuhen wurden von den Trainern Otto Rehhagel und Rainer Zobel auf
das mit Laufbahn umrandete Feld geschickt:
SV
Werder Bremen: Reck. Bockenfeld, Bde, Borowka, Bratseth, Herzog
(Schaaf), Hobsch, Legat, Rufer (K. Allofs), Votava, Wolter
1.
FC K'lautern: Serr, Eriksson, W.Funkel, Goldbaek, Hotic (Haber),
Kadlec, Kuntz, Ritter, Vogel (Marin), M.Wagner, Witeczek
Zum
Spiel kann ich ehrlicherweise nicht mehr viel sagen. Insgesamt war
ich viel zu aufgeregt wegen der ganzen neuen Einflüsse und Reize.
Nur dass Mirko Votava nahezu mit dem Halbzeitpfiff den 1:0 -
Siegtreffer erzielte, kann ich auch ohne Recherche sagen.
Nach
dem Spiel haben wir uns beeilt, Papa hatte auf der Autobahn richtig
Gas gegeben. Schließlich wollten wir rechtzeitig zum Beitrag in der
ARD-Sportschau wieder zu Hause sein.
Am
Ende der Saison wurde Werder Deutscher Meister, der FCK landete auf
Platz 8.
Als
Extra noch für die Jüngeren: Weitere Mannschaften der Bundesliga
waren die SG Wattenscheid 09, Bayer 05 Uerdingen, 1.FC Saarbrücken und
der HSV.
Sonntag, 17. März 2019
Volle Lotte und mehrere Premieren
2662! Was sich wie ein paar aufs Papier gehustete Zahlen anhört, ist doch tatsächlich die offizielle Zuschauerzahl. 2662 Leute sahen ein historisches Spiel. 2662 Leute wurden zu Zeitzeugen. Dieser Post soll helfen, dass sich diese 2662 Leute in vielen Jahren noch erzählen können, wie das erste Gastspiel der 1. Herren des FCK bei den Sportfreunden Lotte war. Denn im kollektiven Gedächtnis bleibt dieser Gruselkick bestimmt nicht. Okay, erstklassigen Fußball kannst du in der dritten Liga nicht erwarten.
Bei zwei Kindern könnten vielleicht doch Erinnerungen hängen bleiben. Mein Junior war erstmals meine Begleitung ins Stadion. Mein erster Stadionbesuch war 1993 in der Bundesliga, als der FCK 1:0 beim SV Werder verlor. Leon hatte da schon mehr Glück, da Lautern zwei Tore schoss und keins kassierte. Aber der Reihe nach:
Nachdem Junior zuerst aus Angst mich zu verlieren nicht mitwollte, konnte ich ihn dann doch überreden. Besonders das Argument, dass das Stadion gerade mal doppelt so groß ist wie die Eisarena Bremerhaven (ca. 4500 Plätze), zog dann anscheinend doch. Möglicherweise hatte auch meine Freundin noch einmal mit ihm gesprochen. Erst am Tag vorher fiel zumindest die Entscheidung. Der bisherigen Zuschauerschnitt erlaubte die kühne Prognose, dass es noch Karten geben würde. So konnte meine erste Reise nach Lotte starten. In der Nähe des Stadions waren einige Straßen gesperrt. Das passiert, wenn man eher nach Navi als nach Schildern fährt. Nach Ordnerhinweis konnte man aber problemlos an der Straße parken. Auf dem Weg kamen wir auch am Stellplatz des Mannschaftsbusses vorbei. Ein weitere freundlicher Ordner öffnete doch tatsächlich ein weiteres Tor, damit man den Bus noch besser sehen konnte. Herzlichen Dank dafür. Sowieso waren alle Ordner echt schwer in Ordnung.
Eine Freundin war mit ihrem Sohn noch kurzentschlossener als wir und entschied sich vier Stunden vor Anpfiff, dass ihr Junior auch seine Pflichtspielpremiere erleben soll. So haben wir uns dann am FRIMO-Stadion (besser bekannt als Sportpark am Lotter Kreuz) getroffen und uns Karten für einen gemäßigten Block besorgt. Da sich 1400 Lautrer angemeldet hatten, war klar, dass der Gästesitzplatzblock auch nicht in Betracht kommt. Scheinbar kommen Kinder bis zu einem bestimmten Alter ohne Karte ins Stadion. Möglicherweise hatten wir auch jeweils eine Kombikarte, ich weiß es nicht. Eventuell ist somit auch die Zuschauerzahl tatsächlich noch höher ;-)
Das Stadion ist schon klein. Anders als das Emslandstadion (okay auch das hat nen Sponsorennamen) hat es aber irgendwie weniger Charme. Der Gästeblock befand sich auf der Gegengerade und erstreckt sich bis über die Mittellinie. Das ist mal was Anderes. Die Heimkurve war spärlich besetzt. Dementsprechend waren die Rufe des Stadionsprechers "Volle" nicht unbedingt lautstark mit "Lotte" beantwortet worden.
Das Catering war auch in Ordnung. Auf unserer Tribüne gab es lediglich einen Stand, aufgrund der Dimensionen der Arena aber vollkommen ausrechend. Die Bratwurst wurde erstaunlicherweise nicht im Brötchen sondern mit ner Scheibe Weißbrot gereicht. An der anderen Tribünenecke aber war dann der größere Verkaufsbereich. Da kann man nicht meckern, da die Wege nicht weit waren.
Die FCK-Anhänger waren gut drauf und haben ordentlich für Stimmung gesorgt. Das Spiel war wie erwähnt echt lausig. In der ersten Hälfte hatte der FCK Glück, dass der Handelfmeter für Lotte über den Kasten ging. Ein Lautrer Freistoß klatschte ebenfalls ans Alu. Das waren dann auch schon die Highlights der ersten Hälfte Und es wurde nicht besser. Wirklich nicht. Durch eine gelb-rote Karte in der Schlussphase bekam der FCK Aufwind. Und warum auch immer schafften sie es tatsächlich, kurz vor dem Ende und in der Nachspielzeit zwei Tore zu erzielen. Und das auch noch direkt vor unserer Nase. Ich war begeistert. Leon war begeistert. Meine Bekannte und Sohn waren begeistert. So konnten alle zufrieden nach Hause fahren.
Bei zwei Kindern könnten vielleicht doch Erinnerungen hängen bleiben. Mein Junior war erstmals meine Begleitung ins Stadion. Mein erster Stadionbesuch war 1993 in der Bundesliga, als der FCK 1:0 beim SV Werder verlor. Leon hatte da schon mehr Glück, da Lautern zwei Tore schoss und keins kassierte. Aber der Reihe nach:
Nachdem Junior zuerst aus Angst mich zu verlieren nicht mitwollte, konnte ich ihn dann doch überreden. Besonders das Argument, dass das Stadion gerade mal doppelt so groß ist wie die Eisarena Bremerhaven (ca. 4500 Plätze), zog dann anscheinend doch. Möglicherweise hatte auch meine Freundin noch einmal mit ihm gesprochen. Erst am Tag vorher fiel zumindest die Entscheidung. Der bisherigen Zuschauerschnitt erlaubte die kühne Prognose, dass es noch Karten geben würde. So konnte meine erste Reise nach Lotte starten. In der Nähe des Stadions waren einige Straßen gesperrt. Das passiert, wenn man eher nach Navi als nach Schildern fährt. Nach Ordnerhinweis konnte man aber problemlos an der Straße parken. Auf dem Weg kamen wir auch am Stellplatz des Mannschaftsbusses vorbei. Ein weitere freundlicher Ordner öffnete doch tatsächlich ein weiteres Tor, damit man den Bus noch besser sehen konnte. Herzlichen Dank dafür. Sowieso waren alle Ordner echt schwer in Ordnung.
Eine Freundin war mit ihrem Sohn noch kurzentschlossener als wir und entschied sich vier Stunden vor Anpfiff, dass ihr Junior auch seine Pflichtspielpremiere erleben soll. So haben wir uns dann am FRIMO-Stadion (besser bekannt als Sportpark am Lotter Kreuz) getroffen und uns Karten für einen gemäßigten Block besorgt. Da sich 1400 Lautrer angemeldet hatten, war klar, dass der Gästesitzplatzblock auch nicht in Betracht kommt. Scheinbar kommen Kinder bis zu einem bestimmten Alter ohne Karte ins Stadion. Möglicherweise hatten wir auch jeweils eine Kombikarte, ich weiß es nicht. Eventuell ist somit auch die Zuschauerzahl tatsächlich noch höher ;-)
Das Stadion ist schon klein. Anders als das Emslandstadion (okay auch das hat nen Sponsorennamen) hat es aber irgendwie weniger Charme. Der Gästeblock befand sich auf der Gegengerade und erstreckt sich bis über die Mittellinie. Das ist mal was Anderes. Die Heimkurve war spärlich besetzt. Dementsprechend waren die Rufe des Stadionsprechers "Volle" nicht unbedingt lautstark mit "Lotte" beantwortet worden.
Das Catering war auch in Ordnung. Auf unserer Tribüne gab es lediglich einen Stand, aufgrund der Dimensionen der Arena aber vollkommen ausrechend. Die Bratwurst wurde erstaunlicherweise nicht im Brötchen sondern mit ner Scheibe Weißbrot gereicht. An der anderen Tribünenecke aber war dann der größere Verkaufsbereich. Da kann man nicht meckern, da die Wege nicht weit waren.
Die FCK-Anhänger waren gut drauf und haben ordentlich für Stimmung gesorgt. Das Spiel war wie erwähnt echt lausig. In der ersten Hälfte hatte der FCK Glück, dass der Handelfmeter für Lotte über den Kasten ging. Ein Lautrer Freistoß klatschte ebenfalls ans Alu. Das waren dann auch schon die Highlights der ersten Hälfte Und es wurde nicht besser. Wirklich nicht. Durch eine gelb-rote Karte in der Schlussphase bekam der FCK Aufwind. Und warum auch immer schafften sie es tatsächlich, kurz vor dem Ende und in der Nachspielzeit zwei Tore zu erzielen. Und das auch noch direkt vor unserer Nase. Ich war begeistert. Leon war begeistert. Meine Bekannte und Sohn waren begeistert. So konnten alle zufrieden nach Hause fahren.
Montag, 17. Dezember 2018
Da bin ich wieder
Vor
fast genau 22 Jahren stand ich in der Gästekurve und brüllte
"Einmal nach Meppen - wir fahr´n nur einmal nach Meppen".
Es war mein erstes Livespiel in der zweiten Liga überhaupt. Tja, nun
saß ich im Gästeblock (nur weil Stehplatz ausverkauft war, bevor
jemand was von älter werden erzählt) neben Katsche und sagte voller
Überzeugung "Da bin ich wieder". Und zwar zu meinem ersten
Spiel in der dritten Liga, seitdem es sie in dieser Form gibt. Außer
dass die Kurve nun auch eine Gerade ist und die Anzeigentafel nicht
mehr nur aus Lampen besteht, scheint die Welt stehen geblieben zu
sein und der Stadionsprecher begrüßte alle herzlichst zum
Meisterschaftsspiel. Ganz stark war das Vereinslied, welches sogar
den Gästeblock hat schunkeln lassen. Hier mal Youtube-Link
zum Lied. Weniger stark war aber die Sicht vom
Gästesitzplatzblock.
Klar,
Sicherheit muss sein. Aber dann dafür 25 Kracher verlangen ist echt
schon nicht ohne. Die Stimmung insgesamt war recht gut. Die Meppener
haben keine große Fanbasis, ab diejenigen unter den 9114 Zuschauern,
haben schon Krach gemacht. Naja, so geht es in dem Stadion geht. Die
Lautrer hingegen mussten gerade in der zweiten Halbzeit mehr zittern,
als uns allen lieb war. Eine frühe Führung war gefühlt auch schon
die letzte Torchance. Meppen hatte wesentlich mehr von der Partie.
Die Freude war nach Schlusspfiff schon groß, wurde aber noch mehr
von der Erleichterung getoppt. Noch nie habe ich einen so
unverdienten 1:0-Sieg des FCK gesehen. Da ist noch viel Arbeit, damit
es wieder aufwärts geht. Immerhin ist das jetzt mein persönlicher
Ausgleich zum 2:1 von damals. (Ja, okay, doch alt geworden)
Meppen
war allerdings erst der Auftakt. Die Spielplangestalter meinten es
nämlich gut mit uns. Amsterdam war schon ab und an als Reiseziel im
Gespräch. Und der einheimische AFC Ajax hatte doch tatsächlich sein
Heimspiel am Sonntag 14:30 Uhr. Na, das passt doch. Also sind wir
direkt nach dem Meppenspiel in die niederländische Capitale gereist,
um das Spiel gegen De Graafschap zu schauen. Wie seinerzeit in
Kopenhagen hatten wir extra ein Hotel in Flughafen/Autobahnnähe
gebucht, da man nicht wirklich mit dem eigenen Vehikel quer durch die
Stadt eiern möchte und die Infrastruktur um den Luchthaven Schiphol
nicht schlecht sein dürfte. Unser Quartier in Hoofddorp war aber
erstaunlich umständlich zu erreichen. Okay, vielleicht sollte das
Navi auch einfach mal ein Update bekommen, damit auch die neuesten
Straßen und Zuwegungen bekannt sind. Die Niederlande und Katsche
werden aber nicht mehr beste Freunde werden. Selbst der Nahverkehr
hatte seine kleinen Feinheiten, die wir dann beim Ticketkauf spüren
sollten. Aber auch davon ließen wir uns nicht unterkriegen und
erkundeten am Samstag die Stadt. Sollte man mal bei „Wetten,
dass…?“ (die Älteren werden sich bestimmt erinnern) auftreten
und die europäischen Hauptstädte am typischen Geruch erkennen, dann
hätte man bei Amsterdam bestimmt einen Treffer. Es vergingen keine
zehn Meter, die man nicht in einer Kifferwolke stand. Alter, das war
echt krank. Und dann auch noch die ganzen Radfahrer, die kreuz und
quer fahren, schulten die Aufmerksamkeit. Da ich bei meinem bislang
einzigen Amsterdam-Besuch vor 18 Jahren (mit 17, als wirklich alt
geworden) von einem bekifften Rastafari angefahren wurde, stellte ich
mich auf den Radweg, sagte selbstbewusst „Da bin ich wieder!“ und
teilte wie Moses den Radweg. Tja, wir konnten uns problemlos
fortbewegen, ohne eine Kollision zu haben.
Auch
ohne Plan waren wir nicht planlos. Der Leidseplein als Herz von
Amsterdam mit dem HardRockCafe war natürlich das erste Ziel. Das ist
schon eine coole Gegend von Amsterdam, nicht umsonst habe ich eben
erst gelesen, dass es sich um das Herz der Metropole handelt. Von
dort ging es dann zu Fuß zurück zum Centraal. Natürlich ist das
Wetter Mitte Dezember nicht unbedingt das Beste. Allerdings ist die
Vorweihnachtszeit in so einer Stadt mit all den bunten Lichtern auf
jeden Fall eine gute Reisezeit.
Am
Sonntag war das Spiel natürlich im Mittelpunkt, dennoch stand
Sightseeing auf dem Programm. Allerdings haben wir uns auch wieder
eher treiben lassen und sind ein wenig umher gewandert, ohne
unbedingt ein festes Ziel vor Augen zu haben (mit Ausnahme des
Amsterdamschriftzuges, welches quasi unmittelbar vor unserer Anreise
an anderer Stelle platziert wurde.) Man sollte Amsterdam auch einmal
bei wärmeren Wetter besuchen. Die Stadt hat verdammt schöne Ecken,
auch die Grachten sind natürlich super, sodass sich da eine
Grachtenfahrt im Sommer oder Frühling bestimmt gut machen lässt.
Es
wurde aber auch endlich Zeit für die Johan-Cruijff-Arena. Heftig,
was die da bereits 1996 hingestellt haben. Also in dem Jahr, als ich
erstmals im Emslandstadion war. (Oh Gott ist das Stadion alt :-D )
Bevor es aber hineinging habe ich noch mit Bravour eine Mutprobe
bestanden. In einem Pub direkt am Stadion outete ich mich als
Deutscher. Entgegen aller Erwartungen wurde mir zugeprostet statt mir
formidabel auf die Schnauze zu hauen. Die Arena und das Umfeld
erinnerten schon an das Wembley in London. Große Einkaufspassagen,
Konzerthallen und große Plätze prägen das Umfeld. Nach dem Einlass
(erstaunlicherweise ohne Abtasten) führten uns mehrere lange
Rolltreppen zum Oberrang.
Auch
die roten Sitze in dem weiten Rund ließen Erinnerungen an den März
aufkommen. Wesentlich besser hingegen waren da dann schon die
Verkäufer an den Ständen. Sehr schnell erhielten wir unser Essen,
dessen Auswahl sehr beeindruckend war. Hamburger, Wurst, Pommes und
ERBSENSUPPE! Wie geil ist das bitteschön, bei den kalten
Temperaturen Erbsensuppe zu servieren. Das Spiel nahm dann den
erwarteten Verlauf, wenn der Zweite gegen Letzten spielt. Nachdem
Ajax alles verballert hatte, hatte De Graafschap die Riesenchance
auf die Führung. Tja, so aber ging das Scheibenschießen los. Als
mein Sitznachbar (nicht Katsche) für neues Bier den Block verlassen
hatte, machte Ajax den Führungstreffer. Insgesamt sollten noch
sieben Tore folgen. Wahnsinn, ein 8:0 live im Stadion zu erleben ist
schon selten, zumindest wenn man nicht gerade mit dem HSV in den
Süden der Republik fährt.
Einen
großen Respekt zolle ich den Anhängern der Gäste.Trotz der
sportlichen Talfahrt waren sie sehr zahlreich da und mega laut. Fast
die gesamte Spielzeit haben sie so einen Rabatz gemacht, dass der
Oberrang gewackelt hat und die Mannschaft sich echt glücklich
schätzen kann, so einen Anhang zu haben. Etwas lachen musste ich
dann aber schon, als sie zum Ende hin einen (fiktiven) Torjubel
hingelegt haben und völlig eskaliert sind. Diese Selbstironie ist
echt stark. Ich hätte mir von den Heimfans auch schon mehr erhofft.
Vielleicht hatten sie anfangs nen Stimmungsboykott, vielleicht habe
ich sie auch einfach nicht gehört, weil wir direkt neben dem
Gästeblock saßen.
Nach
dem Spiel kamen wir schließlich durch den glücklichen Umstand, in
eine andere Richtung als die meisten zu fahren, sehr gut wieder zum
Auto beim Hotel zurück. Dass uns das Navi hinterher etwas in die
Irre führte, musste ja noch sein zum Abschluss einer verdammten
klasse Tour...
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