Dienstag, 10. Juli 2018

Tiefpunkt-EFES mit Tobse

In der Sommerpause 2018 treffen wir Tobse im Türkeiurlaub und fragen ihn nach seiner Meinung zur abgelaufenen Saison.


Merhaba, Tobse. Die Saison ist nun schon einige Zeit vorbei und die Vorbereitungen auf die neue Spielzeit laufen auf Hochtouren. Ich frage direkt: Wie fühlst du dich?

Gehen Sie davon aus, dass Temperaturen jenseits ihres Alters, also weit über 30, für ein gutes Gefühl sorgen. Die Runden im Pool und die kühlen Drinks am Abend tun ihr übriges.

Das hört sich nach einem super Urlaub im Land von Özils und Gündogans Präsidenten an. Kommen wir nun zum Negativen, dem Fußball. Du bist umgeben von vielen Engländern, Russen und erstaunlich vielen Belgiern. Wie sehr schmerzt das Vorrundenaus von „ der Mannschaft"? 

Das schmerzt überhaupt nicht. Die WM ist mir irgendwie relativ egal. Ab und an habe ich ein Spiel gesehen, wenn es zeitlich gerade passte. Auch hatte ich stets Dienst, wenn die Nationalelf gespielt hat und bin stilsicher im Mexiko-Trikot von 2006 zur Arbeit gefahren. Dass nicht viel rumkommt war doch klar, wenn einige Spieler mehr auf Wahlkampftour sind als beim Training.

Eine WM vollkommen egal?

Irgendwie schon. Ich bin ähnlich wie Katsche ein Vereinsfan. Und da der FCK vollkommen verdient abgestiegen ist und zukünftig nur noch drittklassig spielt, kann man ein gewisses Desinteresse bestimmt verstehen.

War der Abstieg wirklich so verdient? Wie hast du die Saison als Fan erlebt?

Es war einfach nur grausam. Die gesamte Hinrunde war totaler Murks. Zum Jahreswechsel war doch klar, dass nur ein Wunder uns retten könnte. Zwischendurch sah es so aus, dass der Klassenerhalt möglich scheint, nur um dann wieder voll in die Fresse zu bekommen. Alle Vereine haben zwischendurch gepunktet, sodass selbst die Siege nicht viel gebracht haben. Und dann vergeigst du die wichtigen Spiele gegen unmittelbare Konkurrenten…

Das war nun schon der vierte Abstieg für dich. Bekommt man da eine gewisse Routine?

Nein, jeder Abstieg tut anders weh. Der „Sturz" In die dritte Liga ist auf jeden Fall ein neuer Tiefpunkt. Nun darfst du tatsächlich einen Stern für die  Meisterschaften auf das Trikot drucken. Dankeschön, so sieht jeder dass der FCK ein gefallener Altmeister ist.

Ein neuer Tiefpunkt dürfe auch deine persönliche Bilanz sein.

Da hast du grundlegend recht. Lediglich drei (!!!) Spiele waren es. Immerhin kam immer ein neuer Ground hinzu. Die Touren standen sowieso eher im Zeichen der Geselligkeit. Die erste Runde im DFB-Pokal mit dem Schalker zusammen nach Lübeck zum Kracher Eichede - FCK war ein guter Auftakt in die Saison. Im Herbst war ja mit Katsche das Familientreffen im Anschluss an das Regensburg-Spiel. Der Höhepunkt war aber ganz klar das Bruder-Wochenende in London samt Wembley-Stadium. Eine überragende Tour, die nach Wiederholung schreit. London ist eine beeindruckende Metropole, in der es noch viel zu entdecken gibt.

Bist du etwa müde geworden was die Stadionbesuche angeht?

Auf keinen Fall! Einige Spiele waren aus zeitlichen Gründen schlicht nicht möglich. Es hat sich aber auch gezeigt, dass letzte Saison einfach Klasse statt Masse angesagt war. Es werden auch bestimmt wieder mehr Spiele werden, da auch die dritte Liga schon eine interessante Mischung aus Stadien bietet.

Da haben wir doch direkt eine Überleitung zum Ausblick auf die kommende Spielzeit. Was nimmst du dir vor?

Da jetzt der Spielplan herausgekommen ist, kann man nun tatsächlich anfangen einzelne Ziele herauszupicken, um da vielleicht auch drumherum ein Programm auf die Beine zu stellen. Für konkrete Aussagen ist es aber noch zu früh. Oftmals kann ich erst kurzfristig sehen, welche Spiele sich mit dem Dienstplan vereinbaren lassen. Hinzu kommen nun ja auch in der dritten Liga die Montagsspiele, die vieles erschweren werden. Durch den Aufstieg von Magdeburg ist ein Reiseziel weg, und der HSV ist ein Jahr zu spät abgestiegen. Ich bin gespannt, was sich so realisieren lässt. Es wird dann aber berichtet.

Dienstag, 6. März 2018

London 2018


Der FCK ist als Tabellenletzter der zweiten Liga unterwegs - das schreit förmlich nach internationalen Fußball. Ziel war endlich wieder London. Der letzte Besuch war ja auch bereits über 10 Jahre her. Nachdem bereits im Sommer 2016 über Tottenham und Wembley nachgedacht wurde, war es nun an der Zeit. Da dieses Jahr auch die Premier League-Spiele im Wembley stattfinden, konnten man besser an Karten kommen. Und so sollte es auch passieren. Es blieb abzuwarten, was das Volunteer für uns zu bieten hatte. Schließlich ging es zu einem WM-Endspiel-Stadion, da sollte was machbar sein

Samstag morgen 03:00 Uhr - War das gerade wirklich mein Wecker??? 03:10 Uhr - jepp, es war der Wecker. Leck mich doch am A***h ist das früh, und kalt, und hungrig war ich auch *mimimi* Katsche und ich hatten definitiv schon bessere Ideen, als morgens um 06:45 Uhr ab Hannover auf die Insel zu fliegen. Ich weiß zwar nicht mehr, wann, aber bestimmt. London Pride schmeckt ja generell nicht so mega gut, auf dem Weg zum Bahnhof aber noch weniger. Das Volunteer hat sich erstaunlich zurückgehalten. Alle Bahnen pünktlich, keine Probleme am Flughafen, alles gut. Erst beim Boarding gab es einen kurzen Aufschrei. Der Scanner leuchtet rot und gibt einen langen Signalton. Jawoll, na bitte es geht doch. Tja, Pustkuchen, kostenloses Upgrade auf Business-Class mit Frühstück for free.

Eine pünktliche Landung später ging es rein in das Touriprogramm. Buckingham Palace, HardRockCafe und die City samt Pubs am Covent Garden, Leicester Square und Piccadilly Circus. Besonders krass finde ich ja den Lego Store mit den mega großen Nachbauten von Big Ben und Telefonzelle. Noch heftiger war aber die M&M's-World gegenüber. Die spinnen doch, die Briten. Vier (!) Etagen voll mit M&M's und sonstigem Merchandise zu den Süßigkeiten. Du ahnst es nicht...












Dann wurde es aber Zeit für Wembley. Von der Underground-Station Wembley Park ist das Stadion schnell zu erreichen. In der Ferne erhob sich der Koloss aus Beton und Stahl. Verdammt eindrucksvoll dieses Stadion.
Doch zunächst noch eben den Rucksack im benachbarten Hotel abgeben, um die nächste Überraschung zu erleben. Executive hieß das Zauberwort. Warum auch immer wir dieses bekommen haben, so durften wir abends noch kostenlos an die Getränkereserven der Rooftop-Bar mit Blick aufs Wembley.
Der Einlass in das Stadion ging recht flott und über drei Rolltreppen gelangte man leicht zu seinem Block. Hier haben die Planer und Erbauer des Stadions echt ganze Arbeit geleistet. Auch im Innenbereich ist das weite Rund mega beeindruckend. Das Wembley gehört in meinen Augen zu den schönsten Stadien der Welt. Das Essen war aber eher nicht die gehobene Klasse. Da besteht besonders auch beim Bedienen erheblicher Nachholbedarf. Die Verkäufer mussten das Bier selbst zapfen, sofern sie es nicht auch noch vergessen haben. Nach einem energischen Vorsprechen gab es dann doch die komplette Bestellung. Das Bier musste aber im Umlauf getrunken werden. Auf den Rängen gab es strengstes Alkoholverbot. Gleiches gilt auch für das Stehen, Pyros und ganz viel mehr. Wenn die Verbote nicht schon genug wären, kann man an die Security eine SMS schicken mit Block/Reihe/Sitz des Unruhestifters. Also Petzen für Feiglinge. Unglaublich.

Die Stimmung hatte ich mir ehrlich gesagt besser erhofft. Klar, das Wembley ist nicht die Heimat der Spurs, aber Gesänge kann man eigentlich schon erwarten. Es wurde zwischendurch zwar auch richtig laut, aber die "klassische" englische Stimmung war eher von den den Huddersfield-Fans zu hören. Allerdings gab es häufiger Szenenapplaus für die Spieler. Dafür lief das Spiel wie erwartet. Die Spurs waren klar besser und gewannen verdient 2:0.
Auch hinterher kamen alle gut wieder weg, ohne dass es extreme Verzögerungen gab. Respekt.






Wie bereits erwähnt konnte man hinterher in der 9. Etage des Hotels mit Blick auf das Stadion eine Nachbesprechung machen.

Der Sonntag war dann schon eher vom Volunteer beeinflusst. Ursprünglich war ein Besuch der Hackney Marshes bei der Sunday League und dem benachbarten Olympiagelände von 2012 geplant. Leider waren sämtliche Partien der Witterung der letzten Tage zum Opfer gefallen. Dann bleiben wir halt bis zur Öffnung des Spurs-Shop noch im Hotel. Unnötig haben wir die Zeit vertrödelt (inklusive klaffender Wunde beim Rasieren), um dann festzustellen, dass Google eben doch nicht alles weiß. Der Shop war dicht. Stattdessen vielleicht eine Stadionführung? Nein, 20 Pfund sind dann doch zuviel.
Zumindest zum London Stadium im Olympic Park, der neuen Heimat der Hammers, sind wir dann doch noch aufgebrochen. Nun kam das Volunteer langsam in Schwung. Unser Ziel war verdammt schwer zu erreichen. Irgendwie waren auf allen Linien Baustellen, die uns von unserem Vorhaben abhielten. Dennoch haben wir auch dem komplizierten System aus Under- und Overground getrotzt und schließlich Stratford erreicht. Das ehemalige Brachland ist komplett bebaut worden und sieht schon nicht schlecht aus. Über eine Brücke am Aqua-Center vorbei kamen wir auf das London Stadium zu. Eine schicke runde Schüssel, die sich da hervorhob. Und genau das ist trtz aller Schönheit das Problem. Ähnliches haben wir erst tags zuvor im Wembley Park erlebt. Es ist irgendwie austauschbar. Wenn das Nationalstadion so hervorgehoben wird samt extraklasse Hotels drumherum, dann ist das von mir aus in Ordnung. Aber West Ham United ist ein Arbeiterverein, der Upton Park lag mitten im Wohngebiet, umgeben von Pubs, Reihenhäusern und engen Straßen. Das ist der Londoner Fußball, wie ich ihn 2008 kennengelernt habe. Davon hat sich West Ham entfernt. Ansonsten ist der Olympic Park nicht unbedingt der Hot Spot schlechthin. Zumindest wenn kein Fußball stattfindet.



Der Reiseführer hat es geschrieben. Man sollte auch abseits der belebten Straßen und Plätze gehen, um ein anderes London kennenzulernen. Unser nächstes Ziel auf der Liste war der Brick Lane Market. The Ribman war uns aus der TV-Show "Kitchen Impossible" bekannt und laut Homepage hat er Sonntags einen Stand auf dem Brick Lane Market. Von der Haltestelle Aldgate East ging es los Richtung Brick Lane. Alter, was laufen hier für kranke Gestalten und Freaks herum. Das ist wohl dieses andere London, das genannt war. Der Brick Lane Market ist allerdings extrem cool. In den engen Gassen mit den Graffitiwänden waren unzählige kleine Verkaufsstände, Markthallen in ehemaligen Parkhäusern und Flohmärkte zu finden. Und den Ribman haben wir tatsächlich auch getroffen. Das Essen war verdammt gut, richtig verdammt gut. Der Ribman persönlich ist auch lässig drauf und viel am schnacken.






Ohne Kitchen Impossible hätten wir diese Erfahrung nie gemacht. In diese Ecke von London hätten wir uns garantiert nicht gewagt, wenn es den Ribman nicht gebe. Da soll noch mal jemand sagen, dass Fernsehen nicht bildet. Und in einen Tweet des Ribman haben wir es tatsächlich auch geschafft

Frisch gestärkt konnten wir dann den Bahnhof Liverpool Street suchen. Die Wegweiser waren dermaßen willkürlich in die Landschaft geworfen, dass es echt lang gedauert hat. Naja, auch so kann man andere Seiten und Straßen von London entdecken.
Zum Abschluss sollte es dann doch noch etwas typisches Sightseeing geben. Trafalgar Square, London Eye und Big Ben sollten auch noch entdeckt werden. Schönen Dank auch, dass Big Ben komplett von Baugerüsten umgeben war.
Die Tour war echt klasse. Zwar mega anstrengend durch frühes Aufstehen, sehr viel Bewegung und wenig Schlaf. Es hat sich dennoch gelohnt. Ich denke mal, dass ich nicht wieder 10 Jahre warten werde,bis ich wieder nach London fliege.










Montag, 30. Oktober 2017

Echt jetzt?

Echt jetzt? Von Cuxhaven nach Regensburg sind es gute 770 Kilometer, wenn man dem Routenplaner einer großen bekannten Suchmaschine glauben kann? Das habe ich nun davon, dass ich beim Pool-Pharaos im Sommer die Klappe soweit aufreißen musste und das Gastspiel des FCK beim SSV Jahn als mögliches Ziel nannte. Okay, die Verwandtschaft wohnt in der Nähe. Dann gibt es außer des neuen Ground auch einen wirklich guten Grund für Katsche und mich, quer durch die Republik zu reisen.



Samstag Morgens, 05:15 Uhr in Deutschland: bäh, das obligatorische Bahnhofbier schmeckt ja mal gar nicht. Aber so ist das als Fan eines Traditionsvereins. Tradition muss sein. Immerhin waren alle Züge pünktlich, sodass man problemlos via Hannover und Nürnberg nach Regensburg kam. Von der Stadt haben wir leider nicht wirklich was gesehen, da der Fußmarsch (ca. 3 km) zur Arena nicht durch die Altstadt sondern in die entgegengesetzte Richtung führte. Aber musste es wirklich zunächst steil bergauf gehen? Das kannte ich bislang nur vom Betze. Wahrscheinlich war das auch Anlass für die Lautrer, eine kleine Choreo im Gästeblock zu machen, die unter dem Motto "Westkurve" stand.
Die Arena ist mit ca. 15.000 Plätzen schon recht klein, aber echt in Ordnung. Und für den heimischen Club ist sie in der Größe auch mehr als ausreichend. Man kann echt nicht meckern. Gute Sicht von allen Plätzen, wenn man nicht gerade im Gästestehplatzbock ist und die Zaunbeflaggung vollends ausgebreitet ist. Da wir aber tatsächlich mal "normale" Plätze gebucht haben, war das natürlich kein Problem. Das Bier war lecker, die scharfe Wurst einfach fantastisch...





Soweit zu den gelernten Dingen, dass man Positives voranstellt. Echt jetzt, Lautern? Wollt ihr mich vera****en? Ihr steht am Tabellenende und schafft es nicht einmal ansatzweise, einen direkten Konkurrenten in Bedrängnis zu bringen? Ein Elfmeter zum Ausgleich (Echt jetzt? Lupfer a la Panenka? Denk an mein Herz...) und dann erst wieder ein Kopfball nach 85 Minuten. Wie will man da was reißen? Okay, dass der Freistoß im Winkel einschlägt und sich beim 3:1 der Stürmer so dermaßen verrenken kann, dass der Ball irgendwie ins Tor fällt, ist doof. Dennoch könntet ihr euch mal etwas anstrengen.
Echt jetzt, FCK-Fans? Anfangs noch richtig Alarm gemacht und dann verständlicherweise ruhig geworden. Aber nach dem Spiel die Spieler mit Bierbechern und Stangen bewerfen, geht überhaupt nicht. Noch schöner auch noch, dann extremst zu meckern, da die Spieler nicht mehr an den Zaun kommen.


Immerhin war der Abend in Deggendorf bei der Familie schwer in Ordnung. Umso abenteuerlicher gestaltete sich dafür am Sonntag die Rückreise. Aufgrund des Sturmtiefs war der Bahnverkehr sehr eingeschränkt. Der ICE von Plattling war lange Zeit mit Verspätung angekündigt, sodass der Anschluss in Würzburg heikel bis unmöglich zu werden drohte. Okay, das hat irgendwie doch noch geklappt. Doch dann kam Kassel, das war ja wohl die (Wilhelms-)Höhe. Es sollte ein Ersatzzugführer kommen, dessen Zug hatte jedoch 80 Minuten Verspätung, weswegen die Weiterfahrt nicht freigegeben wurde. Echt jetzt? Ist das euer Ernst? Ja, es war deren Ernst. Immerhin gab es die Durchsage, dass man auch in einen anderen ICE umsteigen könne, der uns gleich überholen wird. So konnte doch glatt noch der vorletzte Metronom gen Heimat genutzt werden, welcher zum krönenden Abschluss aber auch seine 30 Minuten Verspätung hatte. Es war halt Sturm. Vielleicht sollte der FCK diesen Sturm verpflichten, da dieser Alle(s) durcheinanderbringt und echte Wirkungstreffer erzielt...

Sonntag, 13. August 2017

DFB-Pokal


Erste Runde im DFB-Pokal der Saison 2017/18. Der FCK hat endlich mal Losglück, zumindest wenn es aus meiner Sicht betrachtet wird. Als Gegner wurde der SV Eichede aus Schleswig-Holstein zugelost. Da kann man tatsächlich mal hinfahren und vielleicht nach langer Abstinenz auch mal wieder ein Tor für den FCK bejubeln. Das Spiel wurde aus Gründen der Kapazität (3000 Zuschauer gehen in das heimische Stadion) und wohl auch durch die vom DFB geforderten Sicherheitsauflagen in die nahegelegene Hansestadt Lübeck verlegt. Tja, es waren dann offiziell 4039 Besucher. Die hätte man bestimmt auch mit einer Zusatztribüne noch unterbringen können. Aber naja, auch der Regen könnte einige von einem spontanen Stadiontrip abgehalten haben... Der Schalker konnte auch überredet werden, dieses Glanzstück, das ganz sicher nicht in die Geschichte des Pokals eingehen wird, mit vor Ort zu verfolgen.
Früh morgens ging es mit dem Zug los via Hamburch nach Lübeck. Da der Schalker vor nicht allzu langer Zeit bereits in Lübeck geurlaubt hatte, konnte er gleich als Tourguide glänzen und die ein oder andere Sehenswürdigkeit präsentieren.

Nun aber ab zum Stadion Lohmühle. Habe ich neulich noch das Bochumer Ruhrstadion als oldschool bezeichnet, hätte ich nun gerne Hilfe bei der Steigerung. Oldschooler? Olderschool? Oder ist das Ruhrstadion doch schon eine moderne Arena? Wir hatten unsere Karten im (selbstverständlich) nicht überdachten Gästeblock. Die Klos sind eine Reihe dahingestellter Dixis, es gibt einen Verkaufswagen für Bier und einen weiteren Pavillon für Bratwurst, welche übrigens sehr lecker war. Das konnte man vom Holsten nicht so bedenkenlos sagen. Als Alster war es wesentlich verträglicher.

Die Stimmung war nicht schlecht, eine feine Choreo wurde im Gästeblock aufgezogen. Das war schon klasse. Und endlich, ja endlich, durfte ich mal wieder ein Tor bejubeln. Am Ende waren es sogar deren vier. Man hätte dem SV Eichede aber auch einen Treffer gegönnt, da sie sich echt wacker geschlagen haben und auch zu einigen Chancen gekommen sind.
Dementsprechend zufrieden und ausgestattet mit Sonder-T-Shirt und Spieltagsschal, welche die Gastgeber auch im Gästeblock verkauften, konnte die Heimreise angetreten werden.
Ihr merkt schon beim Lesen, dass ich diese Tour nicht bissig kommentiert habe. Es stimmt, es war einfach klasse. Man ist von einem gemütlichen Kick ausgegangen, bei dem der FCK etwas beschicken kann, und wurde auch nicht enttäuscht. Soll ich dann etwa über das Stadion meckern? Nein, warum auch? Man wünscht sich doch zwischendurch wieder ein Fußballstadion, in dem man die Historie förmlich greifen kann. Und genau in diese Kategorie fällt die altehrwürdige Lohmühle. Ich war begeistert.



Und als geneigter Fan ist man eh begeistert, wenn man direkt an den Mannschaftsbus herankommt, da dieser unmittelbar im Gastbereich abgeparkt wird und auch die Mannschaft nach dem Spiel noch an den Zaun zum Abklatschen kommt und man kurz mit ihnen schnacken kann. Dieses Vergnügen ist in den neuen Arenen ja nicht mehr so ohne weiteres möglich.

Sonntag, 11. Juni 2017

Auf ein Pool-Pharao´s mit Tobse




Salam Aleikum, Tobse. Letztes Jahr trafen wir die Kralisch - Bros im Schatten der Cuxhavener Kugelbake. Nun sitzt du weit weg am Pool in Hurghada. Braucht man so etwas, um die abgelaufene Saison zu verdauen?

Gehen Sie davon aus, dass alles ohne Fußball geeignet ist, den Murks der letzten Saison zu verdauen. In der Tat ist aber so, dass der Familienurlaub geplant war und Katsche nach Sylt fährt.

Hört sich an, als ob du sehr unzufrieden bist.

Allerdings! Erst am letzten Spieltag wurde der Klassenerhalt perfekt gemacht. Man hatte vorher so viele Möglichkeiten, alles in den ruhigen Kinderpool zu lenken, stattdessen wurde es eher eine Wildwasserrutsche wie früher im Celler Badeland.

Oha!

Das kannst du laut sagen. Der FCK hatte die zweitschlechteste Offensive der gesamten Liga. Nur durch die halbwegs sichere Abwehr wurde Schlimmeres verhindert. Vom letzten Saisonspiel gegen den Club habe ich sogar nur die letzten fünf Minuten gesehen. Mehr hätten meine Nerven nicht mitgemacht. Ähnlich wie beim Abstiegsfinale gegen Köln 2008, habe ich lieber nicht hingeschaut.

Okay, das kann ich dann verstehen. Wenn schon nicht mit dem FCK, dann vielleicht zufrieden mit der eigenen Leistung?

An dieser Stelle würden in einem Comic übelste Symbole stehen, die Wut ausdrücken 

So zufrieden, wie man bei vier FCK-Spielen ohne eigenes Tor sein kann. Zunächst 0:0 beim damaligen Tabellenletzten auf St. Pauli, gefolgt von einem bitteren 0:1 in Hannover. Der absolute Tiefpunkt war ganz klar das mehr als enttäuschende 0:2 auf der Bielefelder Alm. Irgendwie war es klar, dass es dann zu nicht mehr als einer Nullnummer in Bochum reicht. Zufriedenheit sieht anders aus. Immerhin gab es mit dem Ruhrstadion einen neuen Ground, den ich verdammt cool finde, weil das Stadion echt oldschool ist.

Gab es denn wirklich nichts Positives?

Doch schon irgendwie. Schalke gegen Nizza ist zumindest nicht negativ in Erinnerung geblieben *lacht* Erwartungsgemäß klasse war aber die Green-White-Army beim nordirischen Gastspiel in Hannover. Die Jungs dürfen gerne wiederkommen. Das hatte echt Spaß gemacht, zu sehen wie friedlich und stimm(ungs)gewaltig in der Stadt was los war.

Welchen Ausblick auf die nächste Saison hast du? A la Kicker: Wer wird Meister und wo landet der FCK?

Diese Frage möchte ich tatsächlich mal wieder lesen. Das würde bedeuten, dass der FCK wieder erstklassig ist. Das wird so schnell nicht passieren. Inzwischen wechselt sogar schon ein Nachwuchsspieler nach ein paar Toren nach Heidenheim wegen der Kontinuität und der besseren sportlichen Perspektive, schönen Dank auch. Wie soll man da noch auf Besserung hoffen? Und einen neuen Sportdirektor müssen sie auch noch suchen.

Und Meister?

Ach hör doch auf. Das ist eine Frage, die du Katsche stellen kannst. Eventuell bei einem Strand-Flens auf Sylt. Hauptsache kein Aufsteiger. Diese Leistung bleibt allein dem FCK vorbehalten…

Gut, dann sollte ich vielleicht die Frage nach den Aufsteigern stellen?

Du hast gut reden, junger Mann. Du wirst nicht jedes Jahr aufs Neue von deiner Mannschaft enttäuscht. Du wünscht dir den Aufstieg und am Ende musst du froh sein, dass der Abstieg verhindert wurde. Auf jeden Fall werden die ersten beiden Vereine aufsteigen. Den Rest zeigt dann die bescheuerte Relegation, in welcher sich der Bundesligist wohl wieder durchsetzen wird und seinerseits einer vermurkste Saison retten kann. Ich denke allerdings weniger, dass es wieder beide Absteiger aus der Bundesliga schaffen werden.

Was ist denn dein persönlicher Ausblick auf die nächste Saison?

Letztes Jahr habe ich an dieser Stelle schon Reiseziele genannt, die dann aus unterschiedlichen Gründen nicht angesteuert wurden. Vielleicht klappt es dieses Jahr mit Kiel und Regensburg, was durchaus reizvolle Ziele wären. Und mit etwas Glück macht der SV Meppen einen Durchmarsch ;-)
International kann man im Vorfeld nichts bzw. nichts Konkretes planen, da dort immer viel vom Zufall abhängt, was wann möglich ist.

Ich danke für das Interview und wünsche noch einen schönen Urlaub.

Ich sag nur ein Wort - Vielen Dank

Donnerstag, 6. April 2017

0 - in Worten: NULL

Bochum - FCK 0:0

Nachdem der angedachte Besuch in der niedersächsischen Capitale am Vortag ausfiel, fuhren der Schalker und ich stattdessen nur ins Ruhrgebiet. Eigentlich bedarf es NULL Worte, um irgendwas Brauchbares zu dem Spiel zwischen dem VfL Bochum und dem FCK zu schreiben. Es gibt nämlich NULL. Wenn da nicht endlich wieder ein neues Stadion in meiner persönlichen Liste auftauchen würde. Naja, neu eher weniger. Das Ruhrstadion Bochum ist wirklich nicht neu, sondern oldschool mit ganz viel Charme. Von der Autobahn kommt man direkt in das Parkhaus beim Starlight Express. Und daneben ragen sie auch schon auf den in Himmel. Die Flutlichtmasten!!! Leider gibt es diese architektonischen Meisterwerke nur noch ganz selten. Sind diese es doch gerade, die dem auswärtigen Fan den Weg weisen.

NULL Volunteer in Sicht, NULL Aufregung im Vorfeld. Da konnte ich ja noch nicht ahnen, was mir bevorsteht. Der Gästekäfig ist schon nicht so übel. Nach dem Sitzen in Bielefeld war es höchste Zeit, wieder den Stehplatzblock zu nutzen. Selbst der hohe Zaun und das Plexiglas am unteren Ende waren nicht störend, da wir mit Stadionöffnung, quasi mit NULL Zeitverzug, in selbiges eintreten konnten. Doof nur, dass das WC recht weit weg ist vom Block, sodass man genügend Zeit einplanen sollte.
Übrigens die DOPPELNULL: Heiliger Sch**ß, hier ist die Zeit stehen geblieben. Das war irgendwie das Gästebuch des Gästeblocks. Gefühlt seit Jahrzehnten haben die Fans hier mit Aufklebern und Schriftzügen oberhalb der Edelstahlrinnen ihre Aufwartung gemacht...


Das Futter war klasse. Die Currywurst eher mittel-, das Schnitzel eher oberklasse. Auch die Frikadelle des Schalkers schien ausgezeichnet gewesen zu sein.

Okay, jetzt habe ich schon einige Zeilen geschrieben, da kann man auch was zum Spiel loswerden. NULL! Soviele Tore hat der FCK in diesem Spiel erzielt, obwohl reichlich Chancen vorhanden waren. Immerhin haben sie auch hinten die NULL gehalten. Grandios natürlich der verschossene Elfmeter, bei dem sich der Bochumer Keeper NULL anstrengen musste. Immerhin die Stimmung im Block war mehr als erstklassig. So macht es dann Spaß. Noch schöner wären natürlich auch Anfeuerungen, der Leute, die die Zähne nur beim Meckern auseinander bekommen. Sonst war von ihnen auch NULL zu hören. Man kann sie aber auch verstehen. Es sind nämlich nicht die Fähnchenwedler oder die Qualitätsjugendlichen gemeint. Es sind "ältere" Semester, die auch schon erheblich bessere Zeiten mit dem FCK durchgemacht haben und auch dementsprechend lange schon dabei sind.

Und als Randnotiz: Der Meckerrenter aus Bielefeld war ebenfalls im Stehplatzblock. Ich denke weniger, dass er sich diesmal mit allen angelegt hat...

Auch die Rückfahrt war erfreulich schnell. Bei knapp unter 13.000 Zuschauern aber eher NULL verwunderlich.

Samstag, 18. März 2017

Das war nix!

Der FCK auf der Bielefelder Alm. Kann man mal mitnehmen. Sorgfältig wurde die Route geplant. Sogar an ein Zeitpuffer von knapp 1,5 Stunden wurde eingerechnet. Doch dann kam das Volunteer. Hätte man ihm nicht sagen können, dass Bielefeld kein WM-Standort war? Der Verkehrsfunk erzählte mir was von Baustelle und 50 Minuten länger auf der A 27. Ach ja, und weitere 20 Minuten Minimum auf der A 2... Liebes Volunteer, das war wohl nix. Sorge doch lieber dafür, dass mein Radio ausfällt... Rechtzeitig hatte ich nämlich davon erfahren und konnte problemlos eine Alternative fahren. War zwar mit Risiko, da es letztes Jahr Richtung Paderborn auf eben dieser Route auch ordentlich Stau gab.
Mehr als pünktlich aber bin ich in Bielefeld angekommen, an der Uni weiterhin kostenloses Parken. #läuft. Nach meinen Erfahrungen vor knapp 10 Jahren hätte ich mit den weiten Wegen rechnen müssen. Ganz elegant bin ich zu Fuß zum Stadion, um vielleicht rechtzeitig die Beschilderung zum Gästeblock zu finden. Das war nix, irgendwie bin ich dann doch zunächst an der falschen Ecke angekommen. #läuftweitewege Klasse war dann jedoch die lockere Stimmung bei einer Bar in der Nähe, wo Bielefelder und Lautrer lustig schwatzend beisammen stehen konnten.


Nun aber hinein ins Getümmel. Naja, oder auch nicht so wirklich. Ausnahmsweise habe ich mir mal wieder nen Sitzplatz im Gästebereich gegönnt. Da ich ja wusste, dass der Stehplatzbereich echt grausam ist, war es schon die richtige Entscheidung. Getümmel war es nun aber wirklich nicht. Immerhin gibt es dann auch kein Gedränge um Getränke.

Die Anfangszeit war es noch recht ruhig im Block. Das sollte sich nach einer halben Stunde ändern. Die Ultras hatten Probleme bei der Anreise. Irgendwie wollten die Züge nicht so funktionieren, wie sie sollten, sodass sie erst zur 30. Minute im Block waren (Volunteer at its best?) Und schon kam Stimmung auf. Sie kaperten den Zaun, hängten ihre Zaunfahnen auf und nahmen für einige Zeit den übrigen Fans noch das letzte bißchen Sicht auf den Platz. Beinahe hätte es eine astreine Klopperei gegeben. Immerhin hat sich das dann irgendwann beruhigt.


Zum Spiel schreibe ich lieber nix. Wenn man 2:0 beim Tabellenletzten verliert, kann man nur schreiben: DAS WAR NIX!!! Ein Meckerrentner aus dem Sitzplatzblock gab den Ultras noch seine Sicht der Dinge mit. Glück für ihn, dass der Zaun im Weg war...
Mega enttäuscht ging es zurück zum Auto. Dank der Erfahrungen habe ich nun immer wieder auf die Karte geschaut, um nicht zum Bahnhof zu laufen, sondern wirklich direkt zur Uni. #läuftkeineweitenwege

Einen hatte das Volunteer aber noch: kleine Baustelle auf dem Weg zur Bahn, verschwundene Umleitungsschilder und dadurch noch eine nette Stadtrundfahrt gewonnen. Schnelle Heimfahrt? Das war wohl nix...