Sonntag, 15. Februar 2026

puh - bah - FCK

puh - drei kleine Buchstaben, die den gestrigen Samstag eigentlich ganz gut beschreiben

bah - drei kleine Buchstaben, die das gleiche machen

FCK - drei riesengroße Buchstaben, die damit zusammen hängen


Es war wieder mal sehr spontan. So spontan, dass innerhalb weniger Minuten am Freitag alles geplant war. Okay, zugegebenermaßen hatte ich den Gedanken schon eine Woche mit mir herumgetragen. Die Entscheidung und konkrete Planung war dann wirklich kurzfristig. Es war wieder mehr oder weniger ein Tagestrip nach Kaiserslautern. Der FCK spielte gegen den Tabellenletzten aus Fürth. Freitag habe ich das Angebot eines guten Freundes aus dem Großraum Hannover angenommen, sein Gästebett zu nutzen. Doch an Schlaf war kaum zu denken. Zu groß war wieder die Aufregung, dass ich sehr bald wieder den Betzenberg erklimmen werde. Und dann auch wieder in der Westkurve stehen werde. Schlechte Wettervorhersagen, noch schlechtere Spielvorhersagen, sorgten für Kartenrückläufer. Da musste ich einfach zuschlagen.

03:30 Uhr aufstehen? bah, nee, das war viel zu früh. Dafür aber die Vorfreude auf ein Mettbrötchen am Hauptbahnhof gewaltig groß. Schade, (Maurer-) Marmelade. Der Bäcker machte erst um 6 Uhr auf, also kurz nachdem der ICE losrollte.
Mit nur ganz weniger Verspätung kamen wir in KL an. puh, einmal durchatmen. Denn verdammt nochmal ja, ich hatte wieder Tränen der Freude in den Augen, als ich nach oben schaute und das Fritz-Walter-Stadion des FCK sah. Es war erst mein neuntes Heimspiel, es ist für mich noch immer etwas komplett Besonderes, wenn ich ankomme. Ich liebe dieses Stadion einfach.

Der Regen sorgte jedoch für einen recht zügigen Marsch auf den Betze. Dank des Mettbrötchens (endlich) von der Betzebud stiegen die Kräfte und die Vorfreude.




Mit neuer Wintermütze ging es rein in den Block. Nach und nach füllten sich die Ränge, auch wenn es die bislang geringste Zuschauerzahl in dieser Saison werden würde. puh, Gänsehaut als die großen Schwenkfahnen ausgerollt wurden. Es war so schön...


... bah, und dann kam das Spiel. War das ein Grottenkick. Ja, ich wiederhole mich: in der Zweiten Liga kannst du keinen erstklassigen Fußball erwarten. Die Emotionen pendelten zwischen puh, Glück gehabt, dass Fürth die Geschenke des FCK nicht genutzt hat, und bah, dass der FCK die Geschenke der Fürther nicht genutzt hat. Unterbrochen von einem kurzen Jubel in der 10. Minute beim Führungstreffer (Hinweis an dieser Stelle: ich habe mir das Trikot des Torschützen aufgrund Nüchternheit und einer Preisfrage nicht gekauft, siehe den Post zum Heimsieg gegen Heidenheim) Das Spiel wurde einfach nicht besser. Leider, aber und das zählt: es gab einen Heimsieg. Man hat halt gesehen, warum Fürth Letzter ist und der FCK in einer Art Krise steckt.

Die Reaktionen in der Westkurve nach Schlusspfiff waren gespalten. Einige, okay vielleicht auch nur einer, schrie einmal ganz laut Hurra. Das war möglicherweise jemand, der seinen letzten und bislang einzigen Heimsieg vor elf Jahren gefeiert hat... Die anderen Fans wechselten zwischen puh (nochmal Glück gehabt und dezentem Applaus) und bah (war das schlecht und lauten Pfiffen). Das waren dann aber nur die Fans, die überhaupt noch auf der Tribüne waren. Sehr schnell leerten sich die Ränge. Das hätte ich nach einem Heimsieg echt nicht erwartet und hat mich schon etwas ratlos zurückgelassen. Es gab dann auch keine wirklich Feier mit der Mannschaft, kurzer gegenseitiger Applaus und fertig.

Und dann noch die Rückfahrt bis tief in den späten Abend bis Cuxhaven, Gott sei Dank ohne Verspätung oder Stau. puh!


Donnerstag, 7. August 2025

Saisonstartinterview

Hannover, Anfang August 2025. Wir treffen Tobse in der Hannoveraner Fußgängerzone auf dem Weg Richtung Niedersachsenstadion. Am ersten Spieltag der Saison 2025/26 gastiert der FCK in Niedersachsens Capitale. Die Stimmung ist entspannt.


Tobse, schön dass wir endlich das Abschlussinterview der letzten Saison nachholen können.

Gehen Sie davon aus, dass ich in der Sommerpause so absolut keinen Bock auf einen Saisonrückblick hatte. Heute startet die neue Saison, dann können wir das Grummeln ja gleich zusammenfassen.

Zusammenfassen trifft es ganz gut. Wie war deine persönliche Saison 2024/25?

Naja, ich war nur beim Heimspiel gegen den Club, welches formidabel verkackt wurde. Was erwartest du da von mir an Analysen?

Ja, das sehe ich ein. Ein Spiel, eine Niederlage, das nervt gewaltig. Wahrscheinlich hast du deswegen alle Anfragen abgeblockt?

Das stimmt zu 100 Prozent. Es nervt einfach nur noch, jeden Sommer aufs Neue die eine Niederlage, die man live im Stadion erlebt hat, zu erklären.

Wir nähern uns dem Stadion. Dein Junior marschiert in einem alten FCK-Trikot von 2004 mit. Wieviel bedeutet dir das?

Ich bin stolz, dass er mich begleitet. Einst hat mein Vater mich Ins Stadion mitgenommen, ich habe die Tradition mit meinem Sohn in Lotte fortgeführt. Nachdem er auch mehrere schmerzliche Niederlagen in Münster und und Meppen (ja, sogar eine zweite Niederlage dort) erleben musste, konnte ich ihn dennoch von einem erneuten Besuch überzeugen.


Wir sind mittlerweile in einem recht gut gefüllten Gästeblock angekommen. Wie groß ist deine Aufregung?

Da die neue Saison ein komplette Wundertüte für mich sein wird, bin ich ganz entspannt. Eine Aufregung wäre natürlich angebracht, allerdings habe ich gelernt, dass es das einfach nicht wert ist.

Die Spieler kommen auf den Rasen. Mal ganz ehrlich: wie viele kennst du von ihnen?

Zugegebenermaßen nur die Spieler, die letztes Jahr auch schon beim FCK waren. Ich beschäftige mich nicht mehr mit anderen Vereinen, sodass ich zu den Neuzugängen auch konsequenterweise absolut Nichts sagen kann.


Die Stimmung ist gut, Tobse und Junior klatschen, brüllen und fluchen wie es sich gehört. Zur Halbzeit steht es 0:0. Tobse, wie bewertest du die ersten 45 Minuten?

Ich habe doch jetzt schon beinahe keine Lust mehr auf die Saison. Es ist schon wieder unterirdisch, was dem geneigten Fan dargeboten wird. Oh Gott, ist das schlecht. Ein typisches 0:0, was du am Ende verlierst, weil der Gegner doch besser ist.

Eine gute Viertelstunde vor dem Ende ist es passiert. Hannover 96 schießt den einzigen Treffer des Tages. Zurück bleiben auf Seiten des FCK nur traurige Gesichter. Darf ich fragen,...?

Tu, was du nicht lassen kannst.

Wie fühlst du dich?

Natürlich bin ich mega enttäuscht und habe keine gutes Gefühl für die Saison..Nächsten Samstag kommt der FC Schalke. Da kann es schnell passieren, dass du mit 0 Punkten in die DFB-Pokal Pause gehst. Ich möchte nicht wissen, wie sehr der Baum brennt, wenn die nächsten Spiele genauso bitter anzusehen sind. Auf jeden Fall hoffe ich das Beste, aber das Spiel hier hat einen schon sehr auf den Boden zurückgebracht. Man muss sich für eine Niederlage in Hannover nicht schämen. Aber für die Art und Weise schon. Ich verstehe sehr, dass Junior traurig ist. Es wird auch bei Weitem nicht seine letzte Niederlage mit Lautern gewesen sein. Dennoch bin ich überzeugt, dass er mich wieder begleiten wird.

In welche Stadien wird er dich in diesem Jahr begleiten?

Puh, das kann ich nicht abschätzen. Ich lasse mich überraschen, welche Spiele ich überhaupt sehen werde. Dann wird geschaut, was mit Junior davon machbar ist.



Dienstag, 22. April 2025

Nützt ja nichts



Inzwischen liegt mein Betze-Besuch schon mehr als eine Woche zurück. Ich bin weiterhin sprachlos und erwarte eigentlich ein offizielles Betze-Verbot. 25:5 Torschüsse, 12:2 Ecken, 1:2 Niederlage gegen Nürnberg. Was soll man da noch sagen? Wenn selbst dieses Statistiken nicht für einen Sieg reichen, wird es wohl doch an mir liegen. Da nützt es absolut Nichts, wenn man beim Aussteigen aus dem Zug und beim ersten Blick hinauf zum Stadion direkt Tränen der Freude in den Augen hat. Da nützt es Nichts, dass das Wetter so sommerlich war, dass der Tag in Kaiserslautern einfach nur geil war. Da nützt es Nichts, wenn eine Karte für die Nordtribüne geholt hat, um sich in der Fanhalle einstimmen zu können. Da nützt es Nichts, wenn doch eigentlich gerade die Flutlichtspiele so legendär sind.
Da passt es schon eher ins Bild, dass die Unterkunft eher bescheiden war. Statt 20 verdammter Stunden war es ein längerer Aufenthalt in KL, den man sich aus Gründen aber lieber nicht schön getrunken hat.
Wie lange werde ich fern bleiben? Nicht lange, nützt ja nichts.



Montag, 1. Juli 2024

Auf ein Strandkorb-Edelstoff


 

 

Moin Tobse, wir treffen dich heute im heimischen Strandkorb zum traditionellen Abschluss-Schnack. Warum nicht vor fünf Wochen beim Pokalfinale in Berlin?

Gehen Sie davon aus, dass das Endspiel in Berlin sicherlich ein würdiger Rahmen gewesen wäre. Allerdings wollte ich das Finale als eigenständiges Event im Erinnerung behalten, ohne mich mit der abgelaufenen Saison zu beschäftigen.

War die abgelaufene Saison so schlimm für dich?

Katsche hatte zurecht angemerkt, dass man eine Saison, die mit dem Klassenerhalt endet und als Sahnehäubchen das DFB-Pokalfinale mit dem FCK aufbietet, nicht als schlecht betrachtet werden kann. Da hat er vollkommen recht, da habe ich mich von überzeugen lassen. Aber natürlich war es sehr nervenaufreibend, dass man lange gegen den Abstieg spielen musste.

Woran hat es gelegen?

An mir kann es nicht gelegen haben, da ich es zu KEINEM Ligaspiel der Lautrer geschafft habe. In der Hinrunden haben sie ja recht gut angefangen. Dann kam das Spiel in Düsseldorf, wo sie nach einer 3:0-Führung doch noch verloren haben. Danach war irgendwie der Wurm drin, keine Ahnung was alles schiefgelaufen ist. Auch danach waren Führungen nur noch dazu geeignet, verspielt zu werden. Fast könnte man den Eindruck haben, dass Lautern mehr Trainer als Siege hatte.

Wie bewertest du die Trainersituation? Schließlich war Friedhelm Funkel gar der dritte Coach in der Saison.

Es muss irgendwas vorgefallen sein, dass Schuster nach dem erwähnten guten Start, den Düsseldorfer Rückschlag nicht von Mannschaft lösen zu können. Grammozis hatte es von Anfang an schwer und konnte ja nur scheitern. Mit Funkel kam dann die Hoffnung zurück, was Gott sei Dank irgendwie geholfen hat. Die Spiele im DFB-Pokal haben dafür vieles angenehmer gemacht. Es gab einige schöne Fußballabende.

Gekrönt natürlich vom Endspiel in Berlin.

Da hast du absolut recht. Das Finale mit seinem FCK live im Olympiastadion ist einfach nur fantastisch. Ich war schn traurig, dass es 1:0 verloren ging. Ein 4:0 gegen den ungeschlagenen Meister hätte jeder erwartet, so war es schon kurz blöd. Die pure rote Masse in der Kurve hat dann aber für die Erinnerungen gesorgt, die hängen bleiben.

Wie bewertest du deine persönliche Saison?

Naja, wenn man Karten für das DFB-Pokalfinale bekommt, DEIN Verein da spielt und du einen wahnsinnig tollen Tag in Berlin verlebst, dann ist der Rest eigentlich egal. Ja, ansonsten gab es ja nur das Spiel von 96 gegen Magdeburg und ein Testspiel vom FC Schalke gegen Eupen.

Welches du im Übrigen hier nicht erwähnt hast.

Das ist richtig. Wir waren im Rurpott untewegs, weil wir zum Eishockey in Düsseldorf wollten. Da haben wir dann zufällig von dem Testspiel erfahren und sind spontan hin. Ich habe es nicht geschafft, hier auch alles Mögliche von den Eishockey-Touren zu schreiben, da ich das meist bei Instagram poste. Daher war es hier wieder sehr ruhig. Durch das Arbeiten bei den Pinguins war einfach die Zeit und ganz ehrlich gesagt, die Lust auf Fußball nicht immer da. HSV und 96 auswärts wären zeitlich möglich gewesen, hatte mich dann aber doch auf die Zeit mit meinem Junior besonnen.


Da kommt Katsche mit einem Edelstoff in den Garten. Katsche, deine Bayern können heuer den Briefkopf nicht ändern. Ich frage direkt: wie großer Mist war die Saison?

Champions League Halbfinale hat über vieles hinweggetäuscht. Unterm Strich grottig und enttäuschend. Die leidige Trainersituation hat mich angekotzt. Das muss man sich mal vorstellen: man schmeißt einen Trainer raus und hat keinen Nachfolger. Ein absolutes Desaster wäre ein Doofmund-Sieg im CL-Finale gewesen.

Wann wird Kane seinen ersten Titel holen? Dieses Saison gab es ja nur die Torjägerkanone, die aussieht wie auf dem Logo von Arsenal.

Wenn diese EM so komisch weiterläuft, dann diesen Sommer. 

Und mit den Bayern?

*schulterzucken*

Katsche, du warst nur beim Pokalfinale dabei. Warum nicht mehr Spiele?

Puuuuuuuhhhh, in der Hinrunde hatte ich keinen Bock, die Rückrunde hat keinen Anlass gegeben, sich um irgendwas zu kümmern. Das einzige Spiel, für das mich um eine Karte beworben habe, konnte ich nicht sehen. Leider hatte ich kein Glück für das CL-Halbfinale zu Hause gegen Madrid.

Möchtest du noch mehr sagen?

Das hängt von deinen Fragen ab. Du hattest ja 90 Minuten Zeit, dir einen Scheiß auszudenken.

Sieht man dich nächste Saison wieder häufiger im Stadion?

Frei nach Olaf Thon: "Das ist aber auch kalt heute?"

Tobse, und dich?

Das wird die Zeit zeigen, was vielleicht wieder kommt. Ich lasse mich überraschen, was es sow wird.

Sonntag, 26. Mai 2024

Pokalfinale 2024

Ich bin immer noch so beeindruckt von dem, was am Samstag passiert ist. Es fällt mir schwer, das hier in Worte zu fassen, die sich noch normal lesen lassen und ohne zu viele Superlative zu verwenden. Aber das wird gaaaaaaanz schwierig.

Ich hatte Katsche im Jahre 2008 zum Pokalfinale zwischen den Bayern und dem BVB begleitet und war damals schon wahnsinnig begeistert. Doch jetzt stand mein FCK im Pokalfinale und das Glück bei der Kartenbestellung war auf meiner Seite. Wenn der eigene Club im Finale steht, dann ist das für den Fan etwas Surreales, etwas Unbeschreibliches.

Katsche hat mich begleitet und war ebenso begeistert, auch wenn sein Ruhepuls beim Spiel nicht sonderlich aus dem Ruder gelaufen sein dürfte. Früh morgens sind wir losgefahren, damit ich möglichst viel von der Atmosphäre erleben konnte. Doch der erste Dämpfer kam dann recht schnell in der deutschen Capitale. Das Fanfest auf dem Breitscheidplatz war so hoffnungslos überfüllt, das Bier (0,5) hat schlappe 7 Euro die große Bratwurst im Brötchen 9 Euro gekostet. Das ist dann schon etwas too much. Zumal man in dem Gedränge nicht in Ruhe stehen konnte, ohne von der Masse weitergeschoben zu werden. Aber dennoch war es einfach nur fantastisch, so viele Lautrer auf einem Haufen zu sehen. Einfach nur krass...


Wir sind dadurch auch recht früh zum Stadion gefahren, bereits fünf Stunden vor dem Anpfiff waren wir dort. Bei einem normalen Bundesligaspiel würden wir wohl nicht schon am Samstag Morgen um 10:30 Uhr vor dem Einlass herumlungern. Bei einem normalen Ligaspiel gibt es aber auch nicht so viel Drumherum. Jede Menge Stände mit unterschiedlichsten Aktion warteten auf die Fans.

Nach einem etwas schleppenden Einlass ging es noch nicht direkt zu den Plätzen, da unglaublich viele Bierzeltgarnituren bei bestem Wetter besetzt werden wollten. Das ganze Flair um das Spiel herum, die vielen Fans vor dem Stadion, ich war sowas von begeistert.

Die Stimmung im Stadion war der Hammer. So ein Finale ist schon was Besonderes, das hat man gespürt. Eine mega Choreo, lautstarke Gesänge. Das ich meine Stimme behalten habe, ist schon ein kleines Wunder. Eine ebensolches wäre auch ein Sieg gegen den neuen deutschen Meister Bayer Leverkusen gewesen. Ich habe mit Nichts gerechnet und war dadurch sehr ruhig in das Spiel gestartet. Doch wenn man das Finale dann "nur" mit 1:0 verliert, ist man schon ein wenig traurig, Natürlich hätte ich gerne ein Tor des FCK bejubelt und dabei zugesehen, wie alle eskalieren. Alles in Allem betrachtet bleibt dieser Tag aber nur positiv in Erinnerung. So unglaubliche viele tolle Eindrücke konnte man in seinem Hirn speichern.



Ich gönne es wirklich jedem Fußballfan, einmal in seinem Leben ein Pokalfinale seines Clubs live in Berlin zu erleben. Ich bin jedenfalls sehr dankbar für diese Erfahrung. 

Montag, 23. Oktober 2023

Rotes Hannover




Vor langer Zeit geplanter Heimatbesuch über das Wochenende: also Zeit auch endlich mal wieder ins Stadion zu gehen. Ich war Freitag durchaus im Stress. Erst noch den Physiotermin in Cuxhaven absolvieren und dann rein ins Auto. Ich hatte vor, abends ein sportliches Event zu besuchen. Doch welches sollte es werden? 2. Bundesliga bei Hannover 96 mit dem Heimspiel gegen Magdeburg oder Eishockeyoberliga mit den Hannover Indians gegen die Moskitos Essen? Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, dann war doch klar, dass mein Weg ins Niedersachsenstadion führt. Den Roten bin ich deutlich verbundener als dem blauen Eishockeyteil der Stadt. Alleine an den Pferdeturm? Das würde ich nur wegen der Calzone machen. In Begleitung wäre es nochmal was Anderes. Aber so? Nee...

Da es aber aufgrund der Unwägbarkeiten wie möglicher Stau und Langsamfahrer am Wochenende hinreichend unklar war, fiel die Entscheidung tatsächlich erst in quasi letzter Minute.

18:20 Uhr: Auto auf dem Schützenplatz abgestellt

18:27 Uhr: Gelächter am Infopoint ob meiner Nachfrage nach der Tageskasse, die es seit drei Jahren nicht mehr gibt.

18:28 Uhr: Alternative gefunden

18:30 Uhr: Einlass

18:30 Uhr und eine Sekunde: Okay, das Eröffnungsfeuerwerk verpasse ich

18:34 Uhr: Willkommen auf der Westtribüne

Ich habe tatsächlich nur vier Minuten verpasst. Ein wenig stolz bin ich ja schon auf mich. Natürlich wäre es ohne Pinkelpausen an der Autobahn noch etwas weniger geworden. Aber dass das kleine Landei den PKW vergleichsweise sicher durch die große Stadt gesteuert hat, nötigte mir selbst einen kurzen Schulterklopfer ab.

Weniger schön waren da schon die Heiopeis in der Reihe vor mir, von denen doch tatsächlich einer seine Kräfte messen wollte und sich einen Kontrahenten aus dem Nachbarblock heranwinkte. Ich nehme das Ergebnis vorweg: die BePo hat mal eben für Platz im Block geschaffen...

Achja, 96 hat mit 2:1 gewonnen. Natürlich ärgert mich das ein wenig, da die Roten nun mal Konkurrenten meines FCK sind. Aber ein lautes jubelndes Stadion ist schon schön.



Sonntag ging es an die Brutstätte meiner Eishockeyleidenschaft. ICE House Wedemark, Hannover Scorpions. Der rote Eishockeyteil der Stadt. Okay, und wohl des Umlandes. Und ja okay, es ist nicht mehr die DEL. Die habe ich mit den Pinguins eh ungefähr einmal in der Woche. Es ist nur noch die Oberliga, zu Gast war der Herner EV. Egal, endlich wieder Scorpions. Mit Ausnahme des Open Air aus dem letzten Winter, war mein letzter Besuch scheinbar tatsächlich das Halbfinale 2009 gegen die DEG, damals noch in der großen Arena. Keine Ahnung, warum ich danach nie wieder hingegangen bin und somit tatsächlich die Meisterschaft gänzlich aus der Ferne beobachtet hatte.


Das ICE House sieht im Grunde genommen noch genau so aus, wie ich es in Erinnerung hatte. Außer ein paar neuen Anzeigetafeln und zwei LED-Wänden hat sich nicht viel getan. Okay, die Sitzplätze sind umgezogen, sodass nur noch die letzten drei Stufen an der offenen Längsseite Stehplätze sind. Aber dafür sitzt Eric Haselbacher immer noch wie ein Rekommandeur vom Rummelplatz in seinem Kabuff und begrüßt "Meine sehr verehrten Damen und Herren, mesdames et messieurs, ladies and gentlemen. Here they are, please welcome the SCORPIONS!!!" Ja, es gab einen kurzen Gänsehautmoment, wie ich da in dem Trikot von Joe West von 1997 stand.


Es hat echt Laune gemacht, mit einem guten Freund da zu stehen und auf die guten alten Zeiten anzustoßen. Sehr gerne wieder. Der 5:1-Endstand war nach einem frühen Rückstand und vielen Fehlschüssen so nicht absehbar, am Ende jedoch mehr als hochverdient. Gerne wieder





Dienstag, 6. Juni 2023

Sommerpause auf Balkonien




Moin Tobse,

statt in weiter Entfernung treffen wir uns zum gewohnten Abschlussinterview auf deinem Balkon. Die Saison 2022/2023 ist vorbei, der FCK hatte weder mit dem Abstiegskampf noch mit dem Aufstiegsrennen in der 2. Liga etwas zu tun. Wie entspannt war das Spieljahr für dich?


Gehen Sie davon aus, dass ich fußballerisch selten so eine sorgenfreie Zeit hatte. Da durch den Aufstieg die Spiele des FCK nicht mehr bei Magenta sondern fast nur noch bei Sky zu sehen waren, habe ich nicht so viel live verfolgen können. Das schont das Nervenkostüm ungemein. Das Eröffnungsspiel gegen Hannover 96 im Free-TV hat schon arg an der Gesundheit genagt. Habe ich letzte Saison in der Relegation gemerkt, dass das Feuer noch brennt, so habe ich bei den Spielen, die ich gesehen habe, die Bestätigung bekommen. Nach dem Siegtor in der Nachspielzeit habe ich meinem Nachbarn aus der unteren Wohnung eine Entschuldigungsnachricht geschrieben, warum ich gerade so irre laut war und durch meine Wohnung gepoltert bin.


Hat dieses Feuer dafür gesorgt, dass du endlich den Gedanken mit dem Tattoo in die Tat umgesetzt hast?


Acht Jahre zuvor hatte ich erstmals den Gedanken, dass ich mir das Maskottchen auf die Wade stechen lassen möchte. Aufgrund der zu erwartenden Schmerzen hatte ich das Ganze immer wieder bei Seite geschoben und nicht weiterverfolgt. Als ich letzten Sommer erstmalig ein Tattoo-Studio betreten hatte, kam ich irgendwie aus der Nummer nicht mehr raus. Vielleicht hat die Aufstiegseuphorie auch dazu beigetragen.



Zur Hälfte der Saison stand Lautern als Aufsteiger auf dem vierten Tabellenplatz. Einige Fans haben vom Durchmarsch in die Bundesliga geträumt. Welches Gefühl hattest du in der Situation?


Ich denke schon, dass ich das realistisch einordnen konnte. Natürlich war ich glücklich darüber, dass der Schwung und die Euphorie des Aufstiegs mitgenommen werden konnten. Durch die lange Winterpause bekam ich aber schon die „Befürchtung“, dass es nicht ewig so weitergehen wird. Klar, es ist schade, dass ich mit meiner Befürchtung recht behalten sollte. Allerdings war es dann auch wieder in Ordnung für mich. So hatte ich keine unnötigen Energien verschwendet, um mich in einer großen Freude doch wieder nur maßlos zu ärgern. Auf jeden Fall war der Endspurt dann schon enttäuschend, da man nur noch wenige Siege feiern konnte.


Immerhin hattest du in den Stadien etwas zu feiern.

Das ist grundsätzlich richtig. Das unerwartete Unentschieden beim HSV war so ein Moment der Saison. Das war der letzte Funken, der noch gefehlt hatte. Gezittert, gehofft, geflucht, gejubelt. In so kurzer Zeit waren so viele Emotionen zusammengekommen. Da habe ich definitiv gespürt, dass ich noch immer ein leidenschaftlicher Anhänger des FCK bin. Und dann natürlich der 3:1 Sieg in Hannover, bei welchem ich völlig eskaliert bin. Das war schon krass.


Nicht so erfolgreich waren dann schon die anderen Spiele, die du im Stadion verfolgt hast. Immerhin warst du endlich wieder auf dem Betze. Wie kam es dazu?


Ich hatte ein freies Wochenende, weder Dienst noch Kind oder andere Verpflichtungen. Da habe ich die Chance einfach mal genutzt, um wieder nach Kaiserslautern zu fahren. Mein letzter Besuch lag ja schon acht Jahre zurück. Es war wirklich anstrengend, einen KL-Trip als Tagestour durchzuziehen. Aber ich werde es wieder tun. Und vielleicht ist das Ergebnis dann auch besser.

Und Oldenburg gegen Viktoria Köln war eher dem Umstand geschuldet, dass ich einfach mal wieder zum VfB wollte und so das Marschwegstadion in die Liste von Katsche und mir aufgenommen werden konnte.


Wie ist deine Meinung zum Saisonfinale in den oberen drei Ligen? Spannender kann es beinahe schon nicht mehr sein. In jeder Liga waren die Entscheidungen erst kurz vor Ende gefallen.

Ich war wirklich begeistert. Im Grunde genommen war es mir persönlich egal, wer am Ende deutscher Meister wird, wer auf- und wer absteigt. Für den neutralen Fan, war es eine super Sache, dass sich vieles teilweise erst in den Nachspielzeiten entschieden hat. Ich kann die Trauer der Dortmunder verstehen, so wie die Freude von Osnabrück und Heidenheim, die durch jeweils zwei Tore nach der 90. Minute ihre Aufstiegsträume haben wahr werden lassen. Allerdings sollte man kritisch hinterfragen, ob die langen VAR-Pausen wirklich so lang sein müssen. Die sind im Stadion nervig und sorgen auch für lange Nachspielzeiten. Wenn wegen der unsäglichen Schauspieleinlagen von Spielern länger nachgespielt wird, dann soll es so sein. Und mehr gelbe Karten für solch offenkundig gespielten Verletzungen wären ebenso wünschenswert.

Etwas traurig bin ich persönlich ja über den Abstieg des VfB Oldenburg und des SV Meppen. Der Nordwesten verliert damit ganz schön was. Außerdem hatte ich es ja nur einmal nach Oldenburg geschafft.


Neben der eben erwähnten Dritten Liga in Oldenburg warst du wieder sehr oft in der Eishalle anzutreffen. Ist der Fokus jetzt verschoben? Hier im Blog war nicht wirklich viel über Eishockey zu lesen, dennoch hast du viel Zeit dort verbracht.


Ja, ich war sehr viel in der Eisarena Bremerhaven, da ich die Möglichkeit bekommen habe, als kleines ehrenamtliches Zahnrad am Spieltag mitzuwirken. Insgesamt waren es inklusive Play-Offs 26 Heimspiele der Pinguins, bei denen ich helfen durfte. Da das aber immer und immer wieder die gleichen Berichte geworden wären, habe ich das hier nicht besonders erwähnt. Klar, die Tour nach Düsseldorf Ende Dezember wäre einen Post wert gewesen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, warum ich dazu nichts geschrieben habe. Stattdessen gab es ja den Beitrag zum Hannover-Derby in der Oberliga, welches erstmalig unter freiem Himmel im Niedersachsenstadion stattfand. Das war eine sehr gelungene Veranstaltung, deren Wiederholung sogar schon angekündigt ist. Abgesehen davon waren auch wieder sieben Spiele des Stammvereins dabei.


Wird es dementsprechend nächste Saison so für dich weitergehen?


Ja, im Großen und Ganzen wird es nächste Saison auch wieder so sein. Geplant ist es, dass ich bei den Pinguins so weiterhelfen werde. Die Tour nach Düsseldorf war spontan geplant. Von daher gehe ich davon aus, dass auch in der nächsten Spielzeit spontane Touren gemacht werden. Fußballerisch ist es nunmal so, dass 96, der HSV und Lautern weiterhin in einer Liga spielen. Ob ich wieder Ambitionen für St. Pauli und Osnabrück haben werde, muss ich mal schauen. Auch Schalke wäre natürlich klasse, da ich letztes Jahr das Ruhrgebiet abseits der Stadien kennenlernen durfte. Aber wie nahezu jedes Jahr gilt auch jetzt: nichts versprechen, was man nicht auch definitiv halten kann. Es hängt natürlich von der persönlichen Planung mit Junior und den Spielplänen in der DEL und der 2. Liga ab, was dann im Endeffekt wirklich auch realisiert werden kann.


Ich danke dir, dass du dir erneut die Zeit genommen hast, um uns an deinen Gedanken zur abgelaufenen Saison teilhaben zu lassen. Eine schöne und erholsame Sommerpause wünsche ich.


Das wünsche ich auch.

Montag, 15. Mai 2023

20 verdammte Stunden


Ich habe die Meistermannschaft von 1998 gesehen und eine neue gedruckte Eintrittskarte für meine Sammlung bekommen.

Man soll ja das Positive voranstellen. 

Kommen wir nun also zum Rest meiner Tour nach Kaiserslautern letzten Samstag. Recht spontan hatte ich mich entschieden, die lange Durststrecke von acht Jahren ohne Betzenberg zu beenden. (siehe hier den Post zum Heimsieg gegen Heidenheim) Da ich nun alleine fuhr und kein Bock auf ein Hotel hatte, habe ich einen Tagestrip davon gemacht. Wobei Tagestrip auch eher relativ ist. Einen Tag vorher bin ich in die Heimat gestartet, einen Tag hinterher ging es zurück nach Cuxhaven. So musste ich nach der Ankunft nicht noch lange mit dem Auto durch die Nacht eiern.

Pünktlich um 04:05 Uhr ging es mit dem Zug los, natürlich eine Stunde später als geplant kam ich dann in KL an, sodass es nichts wurde mit einem gemütlichen Kaffee in der City. Eher direkt bin ich auf den Betze gewandert und musste mich mit der Sektorentrennung abfinden, die seit zwei Spielen erforderlich ist. Der Kartentourismus zur Westkurve wurde einfach zu stark. Leider hatte das zur Folge, dass ich mit meiner Karte für die Osttribüne vor dem Spiel nicht in die Fanhalle der Nordtribüne durfte. Hier wurden nämlich die Meisterspieler empfangen. Aber da die Deutsche Bahn ja verlässlich war, habe ich das eh aus Zeitgründen verpasst. Immerhin gingen die Spieler vor dem Anpfiff eine Ehrenrunde, sodass ich vor meinem geistigen Auge wieder zu dem kleinen vierzehnjährigen Jungen wurde, der die glänzende Schale in den Händen von Harry Koch im Hamburger Volkspark sehen durfte. (Ich habe unten mal das entsprechende Bild hinzugefügt) Und ja, eine kleine Träne kullerte.


Das Spiel ist fast schnell erzählt. Nach einer grottenschlechten ersten Hälfte lagen die Lautrer verdient mit 0:1 zurück. Auch in Halbzeit zwei wurde es nicht unbedingt ansehnlicher. Gedanklich hatte ich mich schon auf der Rückfahrt befunden, als dann doch der Ausgleich fiel. Es keimte Hoffnung auf, dass die Westkurve die Wucht entwickelt, durch welche so mancher Punkt oder gar Sieg in der Nachspielzeit gesichert wurde. Doch Pustekuchen. Stattdessen macht tatsächlich Bielefeld in der 90.+7 Minute den Siegtreffer. Die Nachspielzeit war gerechtfertigt, danke VAR... Wäre es beim 0:1 geblieben, hätte ich nicht mal etwas gesagt. Doch auf diese Art dann zu verlieren, hat mich doch traurig zurückgelassen.



Muss ich eigentlich erwähnen, dass auch die Rückfahrt mit einer Stunde Verspätung zu Ende ging? Ich denke nicht.

20 verdammte Stunden war ich unterwegs; 20 verdammte Stunden meines Lebens, die mir niemand wieder zurückgeben wird; 20 verdammte Stunden, in denen ich soviel Besseres hätte erledigen können; 20 verdammte Stunden, in denen die Gesundheit angegriffen wurde.

Werde ich mir dieses wieder antun? Auf jeden Fall!!! Einmal Lautrer, immer Lautrer. Alles für den Verein. Ich werde nicht wieder acht Jahre warten.



Dienstag, 28. März 2023

Oldenburg


Nachdem ich vor vielen Monden den VfB Oldenburg einmal in der Niedersachsenliga West im Marschwegstadion besucht hatte, musste ich einfach mal wieder hin. Da der Klassenerhalt des VfB in der dritten Liga eher wacklig anzusehen ist, drängte ein wenig die Zeit. Passend zu einem termin- und kinderfreien Wochenende gastierte die Viktoria aus Köln in der Huntestadt. Aufgrund einer doch recht mauen Wettervorhersage entschied ich mich für einen Sitzplatz auf der überdachten Haupttribüne.



In Stadionnähe waren sämtliche Straßen dichtgeparkt, aber irgendwo war dann doch noch eine kleine Lücke frei. Gott sei Dank machte während des Marsches dann der Regengott eine kurze Pause. Das Ticket wurde dann sogar noch günstiger als zunächst angenommen. Vielen Dank an den netten Herrn, der sich im Vorverkauf scheinbar verkalkuliert hatte und jetzt auf Schadensbegrenzung aus war.


Das Stadion ist schon recht interessant gestaltet. Die bereits erwähnte Haupttribüne überragt natürlich alle anderen. Naja, oder eher die beiden anderen Tribünen. Eine Gegengerade und eine Kurve, die andere Hintertortribüne existiert einfach nicht. Es dürfte seit dem Münsterdebakel anno 2019 wieder das erste Stadion mit einer Laufbahn gewesen sein, in welchem ich war. Man gewöhnt sich daran und die Ausmaße halten es dann doch in Grenzen.


Das Spiel muss nicht näher beschrieben werden. Der geneigte Leser dieses Blog weiß um den Umstand, dass in der dritten Liga einfach kein erstklassiger Fußball erwartet werden kann. Mit einem im Endeffekt doch verdienten 3:1 siegten die Domstädter und bescherten dem Ex-Lautrer Mike Wunderlich ein schönes Geburtstagsgeschenk. Sein Elfmetertor zum zwischenzeitlichen 2:0 hat mich persönlich natürlich schon gefreut, auch wenn ich selbstverständlich den Oldenburgern die Daumen drücke, dass sie die Klasse halten werden und dann vielleicht wirklich irgendwann in einem neuen Stadion spielen können.

Montag, 30. Januar 2023

Der Flummi von der Westtribüne

Mein FCK war wieder in Niedersachsens Capitale zu Gast. Natürlich wollte ich mir das persönliche Heimspiel nicht nehmen lassen. Da Katsche seine Bereitschaft signalisierte (und später bereute), trotz alkoholfreien Monats zur zweiten Liga zu fahren, kam der Gästeblock nicht in Betracht. So kam es dann, dass die Kralisch-Bros auf der Westtribüne anwesend waren. Im unteren Abschnitt des Oberrangs war der Weg zum Bier weit, aber die Sicht wieder einmal allerfeinster Klasse.

So auch die Sicht auf die einmal mehr in überragender Anzahl mitgereisten Lautrer. Über 8000 Fans waren (sicherlich begünstigt durch Samstag Abend 20:30 Uhr) ins Niedersachsenstadion gekommen. Schöne Choreos auf beiden Seiten, und ging die Post.




Naja, oder eher ab in eine Richtung. Die Roten zeigten, dass sie als nominell klarer Favorit in dieses Spiel gingen. Der Führungstreffer war dann nur folgerichtig, wenn auch etwas glücklich. Der Halbzeitstand von 1:0 war aber verdient. Ich ahnte eigentlich nichts Gutes mehr. Spricht doch meine Bilanz, insbesondere die in Hannover, eine klare Sprache. Sollte zudem nun die erste Auswärtsniederlage der Saison folgen?
Schnell nach Wiederanpfiff flippte ich erstmals aus. Ein! Tor! Für! Den! FCK!!! Puh, schütteln, sich beim Nachbarn für das Anrempeln entschuldigen (Macht nichts, war auch ein Lautrer) und weiter ging der Lachs. Von meinem Engagement her, hätte ich auch in den Gästeblock gekonnt. Und dann kam der doch für mich überraschende Führungstreffer. Ich stand an der Bierbude an, als es neben uns höllisch laut wurde. Terrence Boyd mit dem 2:1, Sollte es vielleicht doch tatsächlich einen Sieg geben? Ab jetzt war ich nervös. Statt Anfeuerungen gab es eher Stoßgebete gen Himmel.



8 Minuten Nachspielzeit! In Worten ACHT!!! Warum ist man bei einer Nachspielzeit gleich gestrestt? Wäre es die 82. Minute wäre man vielleicht etwas ruhiger. (Okay, ich definitiv nicht)
Wieder eine Großchance für 96. Hilfe! Puh, geil gehalten von Luthe und den Patzer vom Gegentreffer wieder wettgemacht. Nochmal 96! Flanke, abgewehrt, aus dem Hintergrund müsste geklärt werden, wird geklärt, Hoher Ball, Kopfballverlängerung in den Lauf von Hercher. Der schmeißt den Turbo an. Lauf, Junge, Lauf!!!!! Er läuft, Zieler kommt raus, Hercher schießt, Hercher trifft. Tobse mutiert zum Flummi. Runter an die Balustrade, vier Reihen wieder hoch. Rechts, links, die Schulter von Katsche, eine Umarmung des Lautrers. Ein Urschrei von Torjubel! Irgendwo an der Stelle muss dann meine Stimme geblieben sein, ich frage mal beim Fundbüro an...
Alter, was ich das für ein Druck abgefallen? Was für eine mega Erleichterung in dem Moment? Dafür liebt und hasst man seinen Verein. Danke euch! Danke euch allen!






Sonntag, 18. Dezember 2022

Eishockey Open Air

Nachdem ich in dieser Saison durch glückliche Umstände viele Spiele der Pinguins aus nächster Nähe erleben durfte, stand ein wahres Highlight im Terminkalender. Zum allerersten Mal ging es für mich zum Stadtderby in Niedersachsens Capitale. Die Hannover Scorpions empfingen die Hannover Indians. Doch nicht etwa im ICE-House in der Wedemark. Nein, das Spiel wurde Open Air im Niedersachsenstadion ausgetragen. Hannover Concerts machte daraus ein riesiges Event. Bereits um 13 Uhr war der Einlass, um vor dem Spiel noch den Nachwuchs bewundern und diverse Promis und Ex-Spieler beim Charitygame bejubeln zu können. Abgerundet wurde alles von Konzerten und Auftritten von Culcha Candela, dem mir bislang unbekannten DJ Alle Farben und Fury in the slaughterhouse.


Meine Freundin und ich nutzten mit Freunden den freien Samstag für einen gemütlichen Stadtbummel und einen leckeren Happen. Leider war die Bedienung in einer der Burgerketten nicht unbedingt im Geschwindigkeitsrausch, sodass wir erst kurz vor dem Ende des Charityspieles angekommen sind. Anders als bei den 96-Heimspielen kommt man mit den West-Karten auch





nicht durch den Eingang Nord, kann sich anschließend aber komplett frei im Stadion bewegen. Muss man nicht unbedingt verstehen. Ebenso wenig Verständnis kam beim Blick auf das Catering auf. Sorry, liebe Veranstalter, aber das war eine glatte 6 :-( Nicht nur die kleinen Biere (immerhin im Sonderbecher mit 2 Euro Pfand) sondern auch die extrem langen Wartezeiten nervten extrem. Da gilt es eine konstruktive Nachbereitung zu machen, um bei möglichen Folgeevents nachzubessern. Wenn aber zum Beispiel im Bierwagen genau EINE Person zapft und EINE Person verkauft, dann kann das nur in die Hose gehen. Doch selbst die Stände, die bei den 96-Spielen genutzt werden, hatten mit dem Andrang ihre Probleme. Lediglich die Schlange am Calzonestand war erwartbar und leider für uns viel zu lang.

Nach dem Auftritt von Alle Farbe folgte dann der Einlauf der Mannschaften. Mega, was da auf die Beine gestellt wurde. Pyroshow, Lichteffekte, Livemusik, knapp 10 Minuten Dauer, WAHNSINN!!!! Zu meiner positiven Überraschung gehörte definitiv die Sicht auf das Spiel. Ich habe damit gerechnet, dass man nahezu nichts erkennen wird. Aber in der Tat konnte man von unseren Plätze im Oberrang der Westtribüne alles sehr gut sehen. Das Spiel wirkte aber langsamer. Es mag an der Oberliga liegen, es mag daran liegen, dass ich bei den Pinguins mittlerweile fast direkt hinter der Bande stehen kann. Aber klasse, war es allemal. Die Scorpions marschierten vorne weg, führten kurz nach Beginn des zweiten Drittels bereits mit 3:0, sodass es nach einer einseitigen Sache aussah. Die Indians kamen noch im Mittelabschnitt auf einen Treffer heran, sodass es spannend in die Schlussminuten ging. Die Scorpions zogen erneut an und stellten auf 5:2, was den dreizehnten (!) Derbysieg in Folge bedeutete.

Ein Rekord wurde mit der Zuschauerzahl aufgestellt. 35000 Zuschauer in einem Drittligaspiel trotz Minusgraden den ganzen Tag über, WOW! Das zeigt, was im Eishockey und in Hannover möglich ist. Klar, die Mehrheit war für die Indians, das muss ich neidlos anerkennen. Da ich aber mit den Scorpions im Eishockey groß geworden bin, bin ich im roten Teil der Stadt zu finden.

Montag, 10. Oktober 2022

Pyronale in Hamburg

Der FCK war wieder zu Gast in Hamburch. Zwölf Jahre war ich nicht mehr im Volkspark. Es wurde wieder Zeit. Dachte sich auch das Volunteer und sperrte die A 7 und verhinderte nicht den Zugausfall am Vormittag. Immerhin rechtzeitig fuhren die Züge wieder, sodass eine Mischung aus PKW und S-Bahn eine rechtzeitige Anreise zuließ. 

Meine Freundin begleitete mich erstmals zum FCK, sodass der Gästeblock nicht in Frage kam. Nach einigen Verwirrungen im Vorfeld konnte ich dann doch noch zwei Karten im 11 C ergattern, um zumindest etwas in der Nähe der Lautrer zu sein. Anfänglich hatten wir Frrtz-Walter-Wetter in Hamburg. Naja, vielleicht auch normales hanseatisches Schietwetter, wie man es ja mittlerweile erwartet. Immerhin kamen wir dann doch noch halbwegs trocken im Volksparkstadion an.


57000 Zuschauer! Wahnsinn. Aus der dritten Liga war man so eine Masse an Leuten schon nicht mehr gewohnt. Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, endlich wieder solche Mengen an Fans zu erleben. Knapp 9000 bis 10000 FCK-Anhänger waren auch da und machten richtig Alarm. Zum Einlauf der Mannschaften gab es eine kleine Choreo, bei der aber auch wieder ordentlich gezündet wurde. Natürlich ist die Pyrotechnik schön anzuschauen. Aber auf die Strafe für Lautern kann man echt verzichten, zumal auch zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Spielunterbrechung erforderlich war. Insgesamt war es vielleicht ein bisschen zu viel, was da alles gezündet wurde. Die Stimmung selbst war aber mega geil. Das hat wirklich gefehlt in der Vergangenheit.




Das Spiel lief beinahe wie erwartet. Der HSV klar überlegen. Aber erstaunlicherweise nicht drückend. Lautern war doch sehr gut im Spiel und fängt sich dann ein unnötiges Eierding ein. Das konnte ja nicht gut enden. Und die vergebenen Chancen machten nicht wirklich Hoffnung auf mehr. Als dann in der 81. Minute auch noch auf Elfmeter für den HSV entschieden wurde, habe ich mich gedanklich schon in der S-Bahn sitzen sehen. Und dann? Dann verballert der Hamburger doch glatt und im fast direkten Gegenzug haut der FCK den Ausgleichstreffer rein. Alter, bin ich durchgedreht. Habe ich bei den Relegationsspielen gegen Dresden und beim Eröffnungsspiel gegen 96 gemerkt, dass ich doch noch mit Feuer dabei bin, so habe ich nun die Bestätigung dafür bekommen, dass ich weiterhin leidenschaftlich dabei bin. Meine Freundin schaute schon, wie sie dann unbeschadet herauskommt, wenn ich was aufs Maul bekommen habe. Doch, und das war das Traumhafte im Block, es gab außer ein paar bösen Blicken keine Feindseligkeiten. Ich hoffe, dass es zukünftige auch weiterhin so läuft.


Im Endeffekt müssen wir mit dem 1:1 beim Tabellenführer zufrieden sein. So wurde das Remis dann auch wie ein Sieg gefeiert. Doch habe ich die Befürchtung, dass uns die ganzen Unentschieden am Ende wieder das Genick brechen könnten.


Mittwoch, 8. Juni 2022

Quarantäne-Quatschen



Moin Tobse. Statt eines gemütlichen Beisammenseins müssen wir diese Saison per Videocall abschließen. Wie geht es dir?

Gehen Sie davon aus, dass es Schöneres gibt als für mindestens fünf Tage in seiner Wohnung eingesperrt zu sein. Insgesamt könnte es mir sicherlich besser gehen. Aber wir wollten ja über die Saison sprechen und nicht über Corona, auch wenn sich das wieder nicht ganz vermeiden lassen wird.

Das mache ich doch gerne und gratuliere dir ganz herzlich zum Aufstieg!

Die Glückwünsche sollten eher an die Mannschaft des FCK samt alten und neuen Trainer gehen als an mich. Mein „Anteil“, wenn man ihn den überhaupt so nennen kann, ist verschwindend gering.

Wie kommt das?

In der Vergangenheit, gerade auch während der Pandemie, hat sich meine Fußballwahrnehmung sehr verändert. Es gab die Zuschauereinschränkungen, dann wieder einen Ausschluss und danach wieder nur eine Teilzulassung von 500 bis 1000 Leuten. Um die persönliche Statistik schon einmal vorwegzunehmen: ich habe vom FCK nur das Gastspiel beim SV Meppen am zweiten Spieltag live im Stadion verfolgt. Die Stimmung war solala, der Kick ging mal wieder in die Hose und man ist gleich zu Saisonbeginn schon wieder mehr als nur bedient. Der Saisonstart der Lautrer ließ nichts Gutes erwarten oder erahnen, der Abstiegskampf war sofort wieder das alles dominierende Thema. Ich habe mir die Tabelle bewusst nicht mehr angeschaut und auch nicht alle Spiele im TV verfolgt. Umso überraschter war ich schließlich, als zwischendurch mein Blick ziemlich weit oben in der Tabelle hängen blieb auf der Suche nach dem FCK. Ich habe dann schon gehofft, dass es endlich etwas wird mit dem großen Ziel Aufstieg. Und dann werden die letzten drei Spiele wieder formidabel verkackt, sodass du in die unnötige Relegation musst. Und weil es so schön ist, wird direkt vor den entscheidenden Spielen noch der Trainer getauscht.

Wie erging es dir in der Relegation?

Bei der Relegation seinerzeit gegen Hoffenheim um den Aufstieg in die Bundesliga war ich wesentlich nervöser. Jetzt hatte ich fest mit einer Klatsche gerechnet und mich gedanklich schon auf ein weiteres Jahr Drittklassigkeit eingerichtet. Das Hinspiel gegen Dresden habe ich konsequent gemieden, das Rückspiel habe ich erst ab der zweiten Halbzeit gesehen. Da merkte ich dann aber schon, dass das Feuer doch noch in mir brennt. Ich konnte lediglich auf dem Laptop im Schlafzimmer schauen, habe da aber so viele Meter abgerissen, das eigentlich ein Trampelpfad im Laminat sichtbar sein müsste. Am Ende habe ich geschrien, geflucht und gejubelt. So wie früher.

Wurde dir Fußball so egal im Laufe der Zeit? Das kann man sich eher weniger bei dir vorstellen. Wir kommt es dazu?

Gerade in der letzten Zeit war ich vermehrt beim Eishockey unterwegs und konnte daher endlich einmal direkte Vergleiche ziehen, auch wenn man natürlich nicht alles wirklich 1 zu 1 so übernehmen kann.

Am ersten Spieltag der dritten Liga waren Katsche, Junior und ich beim TSV Havelse. Da der DFB ja auf große Stadien besteht, kamen wir uns recht verloren vor im riesigen Niedersachsenstadion. Die Zuschauerzahl hätte auch im heimischen Stadion Platz gefunden. Man merkt einfach den Unterschied, ob 3000 im Niedersachsenstadion brüllen oder nur 1000 in der zu einem Viertel gefüllten Eisarena. Es macht einfach nicht so einen Spaß, wenn die Stimmung nicht da ist. Trotz der Freude, endlich wieder ins Stadion zu dürfen. Dann bemerkte ich im Laufe der Zeit wieder die ganzen schauspielerischen Einlagen der Spieler. Man bleibt liegen, dreht sich mehrmals um die eigene Achse bis der Schiri endlich ein Einsehen hat und pfeift. Das hat mir beispielhaft in Groningen sehr gefallen, dass der Schiedsrichter immer wieder dem Spieler klar gemacht hat, dass er eben nicht pfeifen wird. Gefühlt hat dieses Getue in letzter Zeit einfach wieder Überhand genommen. Und dann kommen da noch wieder die grandiosen Fans hinzu mit ihren beschissenen Platzstürmen. Okay, sollen sie doch machen. Aber lasst doch einfach mal den Platz heile und baut die Tore nicht auseinander. Feiert lieber mit eurer Mannschaft und lasst die scheiß Provokationen sein. Beispiele? Eintracht Frankfurt fällt mir da sofort ein. Was war ich beeindruckt von der Masse an Fans in Barcelona, wahnsinnig auch die Stimmung beim Halbfinalrückspiel gegen West Ham. Mega geil, kann ich nicht anders sagen und muss ich als alter „Rivale“ neidlos anerkennen. Und dann kommt der Abpfiff und was machen viele (nicht alle!!!!) der Platzstürmer? Rennen direkt vor den Gästeblock und provozieren. Meine Fresse! Freut euch doch einfach über den Einzug ins Finale und macht so einen Quatsch nicht. Gleiches gilt auch für „Fans“ des VfB Oldenburg. Glückwunsch zum Einzug in die Dritte Liga, ohne Frage. Aber auch hier wieder direkt Richtung Gästefans. Hat man nach 25 Jahre Abstinenz vom Profifußball nicht Besseres zu tun?

Sorry, aber das Verhalten der Fans beim Feiern und von die Zeitschinderei der Spieler geht mir übelst auf den Sack, sodass ich kurz davor war, mich vom Fußball abzukehren.

Natürlich es gibt auch beim Eishockey solche Qualitätsfans, aber irgendwie bleibt es da immer noch im Rahmen. Als meine Freundin und ich im entscheidenden Viertelspiel in Wolfsburg nach der Niederlage „unserer“ Pinguins zum Auto zurückgingen, gab es keinerlei Provokation oder ähnliches. Man unterhält sich über das Spiel, wünscht sich viel Glück oder eine schöne Sommerpause und freut sich auf die nächsten Duelle.

Puh, das muss man erstmal verdauen. Ich denke aber mal, dass es dazu unterschiedliche Ansichten gibt.

Das ist ganz normal und sollte auch so sein. Das ist halt nur meine Meinung, die ich so auch vertrete. Auch beim FCK gibt es solche Momente und Verhaltensweisen von "Fans", auf die ich keinen Bock mehr hatte.

Kommen wir von deiner Meinung zu deiner Statistik. Da muss man wirklich sagen, dass sich dein Fokus da sehr verschoben hat.

Das ist absolut richtig. Es waren genau drei Fußballspiele, die live im Stadion verfolgt wurden. Neben den erwähnten Spielen in Hannover, Meppen und Groningen war fußballmäßig nichts los bei mir. Die Nähe zu Bremerhaven hat diesmal zu wesentlich mehr Spielen beim Eishockey geführt. Doch auch da waren es nicht nur die Profis, sondern auch viele Spiele im Nachwuchsbereich (U 20) und des Stammvereins standen im Kalender. Zwischen zwei Diensten konnte ich dann mal ganz entspannt nach Fischtown düsen. Ich habe das mal unten zusammengefasst. Herausragend waren da sicherlich die Spiele in der Champions Hockey League, die möglicherweise einzigartig für Bremerhaven waren.

Inklusive des großen Highlights in Prag.

Ja, genau. Endlich Europapokal auswärts. Die Tour nach Prag war Weltklasse, da kann man kein anderes Wort für finden. Neben Prag hatte ich aber auch meine Eishockeypremieren in Mannheim, Wolfsburg und am Hannoveraner Pferdeturm. Da meine Freundin auch sehr stark dem Eishockey verbunden ist, werden da sicherlich auch in Zukunft mehrere Touren möglich sein, sodass vielleicht auch der Eishockeypart in diesem Blog einen größeren Raum einnehmen könnte.

Du hast schon die Eishockeytouren angeschnitten. Wird es denn auch weiterhin Fußballabenteuer geben?

Das beantworte ich mit einem ganz klaren JA! Der FCK hat durch den Aufstieg wieder einige Ziele mehr im Norden. Der VfB Oldenburg versucht das Marschwegstadion für die dritte Liga auf Vordermann zu bringen. Da war ich vor zig Jahren einmal zur Niedersachsenliga West. Da kann man sich mal wieder sehen lassen. Und als Ausweichort ist das Niedersachsenstadion benannt worden. Ich denke mal, dass man dort auch kurzentschlossen eine Karte ergattern kann. Und der Rest wird sich zeigen. Die Vergangenheit hielt auch immer wieder Überraschungen bereit.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Weiterhin eine gute Besserung.

Vielen Dank und kein Problem. Ich war ja eh zu Hause und hatte nichts vor...


13 x DEL (BHV, MA, WOB)

4 x CHL (BHV, PRG)

1 x Oberliga (Hannover Indians)

4 x Verbandsliga (REV Bremerhaven)

1 x Landesliga (REV Bremerhaven)

3 x Fischtown Ladies

4 x DNL (REV Bremerhaven U 20)

Dienstag, 26. April 2022

Groningen

Ich weiß nicht so recht, was ich schreiben soll. Groningen stand eigentlich früher als Reiseziel ziemlich weit oben, wurde aber immer wieder verschoben. Nun war es soweit. Katsche war zu einer Hochzeit in Papenburg und fragte an, ob Junior und ich Lust hätten, nach Groningen zu fahren. Ich war 24 bei meinem ersten Auslandsground, Junior gerade einmal 10. Er hatte Bock drauf, also los.

Von der Stadt haben wir uns nichts angeschaut, sondern sind lediglich zweimal rund um das Stadion gewandert, welches von außen aber nicht zu erkennen ist. Nur die Flutlichter an der Längsseiten ließen erahnen, was sich hinter Supermarkt, Sushibar und allem anderen verbirgt.




Die Sonne schien, die Pommes schmeckten. Es stand also einem gelungenen Fußballtag nichts im Wege. Naja, außer der Darbietung vom FC Groningen und Heracles Almelo. Ich nehme es vorweg: man bekam wieder Lust auf den Fußball in Deutschland. So richtig vom Hocker gehauen hat es uns nicht wirklich. Und die Bratwurst in Deutschland schmeckt auch besser als Gehacktbal und Frikandel.



Das Stadion selbst ist europäischer Durchschnitt und könnte genauso gut in anderen Städten stehen. Wie ich es aber von anderen Neubauten kenne, waren die Wege sehr gut durchdacht. Allein die Tatsache, dass Catering und Toiletten nur im Umlauf des Unterrangs sind (dafür mit Blick aufs Spielfeld), war für uns Oberrangsitzer etwas nervig.

Das Spiel endete mit 0:1, möglichweise wäre auch ein 0:0 oder 1:1 verdienter. Wie geschrieben, war nicht gerade Fußball der Extraklasse. Leider fühlte ich mich darin bestätigt, warum ich zuletzt immer zum Eishockey gegangen bin und nicht zum Fußball. Dazu werde ich aber bei geeigneter Zeit ein paar Worte verlieren, heute steht Fußball in Groningen im Mittelpunkt.


Nach dem Spiel kamen wir recht gut weg, da gefühlt eine Hundertschaft an Verkehrsordnern für einen gleichmäßigen Abfluss der Fahrzeuge sorgte. Der öffentliche Parkplatz in Stadionnähe kostete uns 9 Euro, das war in Ordnung, die Preise im Stadionparkhaus kenne ich aber nicht.

Es war insgesamt nicht so schlecht. Groningen ist generell recht gut erreichbar von Cuxhaven aus, sodass man vielleicht wirklich mindestens einmal hinfahren könnte, um etwas mehr zu sehen.