Sonntag, 30. Juni 2019

Das war die Saison 2018/19



Moin Tobse. Wir sehen dich sportlich mit dem Rad durch die Gegend fahren. Wieso gibt es das Abschlussinterview nicht an einem Pool?


Gehen Sie davon aus, dass die Zeit knapp wurde. Die neue Spielzeit in der 3.Liga fängt an, wenn ich noch keinen Urlaub habe. Es soll ja schließlich ein Abschlussinterview sein, da musste man spontan was anderes finden.


Du sprichst  den Saisonstart der 3.Liga an. Auch in der Spielzeit 2019/20 spielt der FCK nur drittklassig. Wie ist dein Eindruck der Premierensaison?


Als Absteiger und im Fall des FCK als „größter“ Verein in der Liga zählt man von Anfang an zu den Aufstiegsfavoriten. Wenn in der Endabrechnung aber der neunte Platz steht, ist es natürlich enttäuschend gelaufen. Da gewinnt man zum Auftakt vor über 41.000 Leuten mit einem 1:0 kurz vor Schluss, schafft es aber nicht diesen Schwung zu nutzen und in die nächsten Spiele mitzunehmen. Dazu kamen diverse Nackenschläge durch späte Gegentore, die viele Punkte gekostet haben. Im Endeffekt musste man sogar froh sein, dass man dann doch noch Neunter geworden ist. Das Beste an der Saison waren dann schon irgendwie die Trikots.

Sportlich war die Qualifikation zur 3.Liga geschafft. Aber die Lizenzerteilung stand ja lange auf der Kippe.


Oh ja, diese Nebenkriegsschauplätze waren für uns Fans auch mehr als nervtötend. Erst werden Geldgeber versprochen, die nach der Ausgliederung kommen sollten, dann tut sich lange überhaupt nichts. Und kaum gibt es einen Investor, schon geht das Drama so richtig los. Der Geldgeber verlangt den Rücktritt eines Aufsichtsrates, der hingegen holt eine Investorengruppe ins Boot, um seinen Hals zu retten. Da kam ich irgendwann nicht mehr hinterher. Fakt ist, dass der Luxemburger Geld gibt. Zu allem Überfluss wurden dann aber Berichte veröffentlicht, dass er wegen dubioser Geldgeschäfte vor Gericht stehen soll. Das kann echt heiter werden. Auch die Fanszene ist gespalten. Die neue Saison verspricht diesbezüglich interessant zu werden.

Und dann kommen noch die Bayern zu einem Retterspiel...

Geschockt war ich zunächst auch, dass der FC Bayern für ein Retterspiel angekündigt wurden. Diese Spiele habe ich immer mit den „kleinen“ Vereinen in Verbindung gebracht, jetzt waren wir in der Situation. Es war allerdings schön, mal wieder einen vollen Betzenberg zu sehen. Okay, ich habe es nur im Fernsehen gesehen, weil ich der Zeit wegen nicht hinkonnte. In der Halbzeit hatte Uli Hoeneß ein bemerkenswertes Interview gegeben, in dem von der alten Feindschaft nichts zu spüren war.


Die Zeitgründe, wegen denen du selbst wieder nur drei Spiele im Stadion sehen konntest?

Da hast du recht. Einige Spiele, die ich mir vorgenommen hatte, waren nicht möglich. Entweder hatte ich Dienst oder meine Eishockeytruppe hatte selbst ein Spiel. Da waren die Prioritäten dann klar verteilt. Dafür waren die Touren in der letzten Saison durchaus klasse. Katsche und ich hatten ja unsere Brudertour nach Meppen und Amsterdam. Das hat mega Laune gemacht. Der 1:0 Auswärtstriumph im Emsland war zudem echter Balsam für meine geschundene FCK-Fanseele, da es endlich wieder einen Sieg in der Liga zu bejubeln gab. Und das 8:0 von Ajax gegen De Grafschaft bedarf wahrscheinlich nicht vieler Worte an dieser Stelle. Schön war natürlich auch der erste Stadionbesuch von Junior beim 2:0-Sieg des FCK in Lotte. Junior hatte seinen Spaß und möchte in Zukunft auch mal wieder mitkommen. In der Tat ist es aber wieder wenig gewesen, was sich machen ließ. Eventuell bin ich wirklich etwas müde geworden, was die Stadionbesuche angeht. Früher habe ich wesentlich mehr spontane Trips gemacht.

Alles andere als spontan sondern sorgfältig geplant sind ja die Brudertouren. Was können wir in der nächsten Saison erwarten? Habt ihr schon wieder Reiseziele ins Auge gefasst?

Konkrete Planungen sind ja immer erst dann möglich, wenn die Spielpläne draußen sind. Durch den Aufstieg der Zwoten vom FC Bayern könnte man das ewig junge Bruderduell endlich fortführen. Inwiefern sich das aber wirklich realisieren lässt, wird sich zeigen. Ich möchte auch nicht allzu viele Ziele raushauen und mich dann beinahe rechtfertigen müssen, wenn es nicht klappt. In der Tat ist es aber so, dass Mailand bei Katsche und mit immer noch hoch im Kurs steht. Das muss dann aber auch mit der Urlaubsplanung der Familie passen.

Tobse, wir danken dir für das spontane Treffen und wünschen eine erholsame Sommerpause. Das nächste Interview aber bitte wieder an einem Pool...

Dienstag, 9. April 2019

Rückblick (1) - Erster Stadionbesuch


Nachdem Junior nun seine Stadionpremiere in Lotte hatte, habe ich überlegt, wie mein erster Stadionbesuch so war. Statt Dritte Liga gab es am 03.04.1993 einen Klassiker der Bundesliga in einem wahren Spitzenspiel. Gerade für die jüngeren Leser dieses Blogs dürfte es sich wie eine Zeitreise anfühlen.



Katsche, Papa, mein Kumpel S. (aus Gründen der EU-DSGVO nicht vollständig genannt), dessen Vater und ich machten uns auf zum Weserstadion Bremen. Der SV Werder kämpfte um die Meisterschaft, mein FCK benötigte die Punkte für den Einzug in den UEFA-Cup, welcher seinerzeit noch ganz schnöde im KO-Modus mit Hin- und Rückspiel ausgespielt wurde. Ja, in einem Satz drei historische Begebenheiten... Vor dem Stadion standen wir an den Kassenhäuschen an und warteten und warteten. Die Bestellung von Eintrittskarten im Internet (welches sich eh nicht durchsetzen würde) war noch nicht möglich. Überall standen Grün-Weiß und Rot-Weiß feiernd und singend beisammen. "Werder und der FCK" schallte es lautstark. Immerhin bestand seit dem Pokalfinale drei Jahre zuvor eine Fanfreundschaft zwischen den Anhängern. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr zu warten und brüllte, dass sie endlich die Kasse aufmachen sollen. Zack, da ging der Rolladen auch schon hoch. Ich hätte früher rufen sollen, wurde mir "vorgeworfen" ;-) Unsere Väter kauften S. und mir noch jeweils eine Fahne bevor die Meisterprüfung Einlasskontrolle anstand.
Gefühlt gab es für jeden Block einen extra Einlass mit Ordner. Ich war zuerst an der Reihe. Der Ordner tastete mich ab, öffnete dann den Rucksack und nahm die pfandfreien Cola-Dosen raus. Schade, wäre auch zu schön gewesen. Er drehte sich fragend zu S. "Na, hast du auch Coladosen mit?" - "Nein" war die korrekte Antwort von S. Bevor ich mich jedoch über das bevorstehende Getränk freuen konnte, schob er ein unschuldiges aber ehrliches "Fanta" hinterher. Schade, schade, schade. Der Ordner war aber sehr gut drauf und stellte die Dosen beiseite. Wir dürften in der Halbzeit aber wiederkommen und die Dosen dann trinken.
Im Block nahmen wir auf einer schier endlosen Holzbank platz. Ein Wahnsinnsgefühl für uns Jungs, endlich einmal in einem Bundesligastadion zu sein. Besonders fasziniert war ich von der Anzeigetafel und was dort alles mit Glühlampen dargestellt werden konnte. 
Plötzlich brandete Jubel auf. Der Stadionsprecher verkündete die große Botschaft. Dieses Spitzenspiel wurde von all den Partien ausgewählt, das Live-Spiel auf Premiere zu sein. WOW, das wir so etwas gleich auch noch miterleben durften.



Die Mannschaftsaufstellungen lesen sich auch heute noch wunderbar. Folgende Spieler mit den Rückennummern 1 bis 11 und in schwarzen Schuhen wurden von den Trainern Otto Rehhagel und Rainer Zobel auf das mit Laufbahn umrandete Feld geschickt:

SV Werder Bremen: Reck. Bockenfeld, Bde, Borowka, Bratseth, Herzog (Schaaf), Hobsch, Legat, Rufer (K. Allofs), Votava, Wolter                                                                             

1. FC K'lautern: Serr, Eriksson, W.Funkel, Goldbaek, Hotic (Haber), Kadlec, Kuntz, Ritter, Vogel (Marin), M.Wagner, Witeczek

Zum Spiel kann ich ehrlicherweise nicht mehr viel sagen. Insgesamt war ich viel zu aufgeregt wegen der ganzen neuen Einflüsse und Reize. Nur dass Mirko Votava nahezu mit dem Halbzeitpfiff den 1:0 - Siegtreffer erzielte, kann ich auch ohne Recherche sagen.
Nach dem Spiel haben wir uns beeilt, Papa hatte auf der Autobahn richtig Gas gegeben. Schließlich wollten wir rechtzeitig zum Beitrag in der ARD-Sportschau wieder zu Hause sein.
Am Ende der Saison wurde Werder Deutscher Meister, der FCK landete auf Platz 8. 
Als Extra noch für die Jüngeren: Weitere Mannschaften der Bundesliga waren die SG Wattenscheid 09, Bayer 05 Uerdingen, 1.FC Saarbrücken und der HSV.





Sonntag, 17. März 2019

Volle Lotte und mehrere Premieren

2662! Was sich wie ein paar aufs Papier gehustete Zahlen anhört, ist doch tatsächlich die offizielle Zuschauerzahl. 2662 Leute sahen ein historisches Spiel. 2662 Leute wurden zu Zeitzeugen. Dieser Post soll helfen, dass sich diese 2662 Leute in vielen Jahren noch erzählen können, wie das erste Gastspiel der 1. Herren des FCK bei den Sportfreunden Lotte war. Denn im kollektiven Gedächtnis bleibt dieser Gruselkick bestimmt nicht. Okay, erstklassigen Fußball kannst du in der dritten Liga nicht erwarten.

Bei zwei Kindern könnten vielleicht doch Erinnerungen hängen bleiben. Mein Junior war erstmals meine Begleitung ins Stadion. Mein erster Stadionbesuch war 1993 in der Bundesliga, als der FCK 1:0 beim SV Werder verlor. Leon hatte da schon mehr Glück, da Lautern zwei Tore schoss und keins kassierte. Aber der Reihe nach:
Nachdem Junior zuerst  aus Angst mich zu verlieren nicht mitwollte, konnte ich ihn dann doch überreden. Besonders das Argument, dass das Stadion gerade mal doppelt so groß ist wie die Eisarena Bremerhaven (ca. 4500 Plätze), zog dann anscheinend doch. Möglicherweise hatte auch meine Freundin noch einmal mit ihm gesprochen. Erst am Tag vorher fiel zumindest die Entscheidung. Der bisherigen Zuschauerschnitt erlaubte die kühne Prognose, dass es noch Karten geben würde. So konnte meine erste Reise nach Lotte starten. In der Nähe des Stadions waren einige Straßen gesperrt. Das passiert, wenn man eher nach Navi als nach Schildern fährt. Nach Ordnerhinweis konnte man aber problemlos an der Straße parken. Auf dem Weg kamen wir auch am Stellplatz des Mannschaftsbusses vorbei. Ein weitere freundlicher Ordner öffnete doch tatsächlich ein weiteres Tor, damit man den Bus noch besser sehen konnte. Herzlichen Dank dafür. Sowieso waren alle Ordner echt schwer in Ordnung.


Eine Freundin war mit ihrem Sohn noch kurzentschlossener als wir und entschied sich vier Stunden vor Anpfiff, dass ihr Junior auch seine Pflichtspielpremiere erleben soll. So haben wir uns dann am FRIMO-Stadion (besser bekannt als Sportpark am Lotter Kreuz) getroffen und uns Karten für einen gemäßigten Block besorgt. Da sich 1400 Lautrer angemeldet hatten, war klar, dass der Gästesitzplatzblock auch nicht in Betracht kommt. Scheinbar kommen Kinder bis zu einem bestimmten Alter ohne Karte ins Stadion. Möglicherweise hatten wir auch jeweils eine Kombikarte, ich weiß es nicht. Eventuell ist somit auch die Zuschauerzahl tatsächlich noch höher ;-)
Das Stadion ist schon klein. Anders als das Emslandstadion (okay auch das hat nen Sponsorennamen) hat es aber irgendwie weniger Charme. Der Gästeblock befand sich auf der Gegengerade und erstreckt sich bis über die Mittellinie. Das ist mal was Anderes. Die Heimkurve war spärlich besetzt. Dementsprechend waren die Rufe des Stadionsprechers "Volle" nicht unbedingt lautstark mit "Lotte" beantwortet worden.
Das Catering war auch in Ordnung. Auf unserer Tribüne gab es lediglich einen Stand, aufgrund der Dimensionen der Arena aber vollkommen ausrechend. Die Bratwurst wurde erstaunlicherweise nicht im Brötchen sondern mit ner Scheibe Weißbrot gereicht. An der anderen Tribünenecke aber war dann der größere Verkaufsbereich. Da kann man nicht meckern, da die Wege nicht weit waren.


Die FCK-Anhänger waren gut drauf und haben ordentlich für Stimmung gesorgt. Das Spiel war wie erwähnt echt lausig. In der ersten Hälfte hatte der FCK Glück, dass der Handelfmeter für Lotte über den Kasten ging. Ein Lautrer Freistoß klatschte ebenfalls ans Alu. Das waren dann auch schon die Highlights der ersten Hälfte Und es wurde nicht besser. Wirklich nicht. Durch eine gelb-rote Karte in der Schlussphase bekam der FCK Aufwind. Und warum auch immer schafften sie es tatsächlich, kurz vor dem Ende und in der Nachspielzeit zwei Tore zu erzielen. Und das auch noch direkt vor unserer Nase. Ich war begeistert. Leon war begeistert. Meine Bekannte und Sohn waren begeistert. So konnten alle zufrieden nach Hause fahren.



Montag, 17. Dezember 2018

Da bin ich wieder

Vor fast genau 22 Jahren stand ich in der Gästekurve und brüllte "Einmal nach Meppen - wir fahr´n nur einmal nach Meppen". Es war mein erstes Livespiel in der zweiten Liga überhaupt. Tja, nun saß ich im Gästeblock (nur weil Stehplatz ausverkauft war, bevor jemand was von älter werden erzählt) neben Katsche und sagte voller Überzeugung "Da bin ich wieder". Und zwar zu meinem ersten Spiel in der dritten Liga, seitdem es sie in dieser Form gibt. Außer dass die Kurve nun auch eine Gerade ist und die Anzeigentafel nicht mehr nur aus Lampen besteht, scheint die Welt stehen geblieben zu sein und der Stadionsprecher begrüßte alle herzlichst zum Meisterschaftsspiel. Ganz stark war das Vereinslied, welches sogar den Gästeblock hat schunkeln lassen. Hier mal Youtube-Link zum Lied. Weniger stark war aber die Sicht vom Gästesitzplatzblock. 
 
Klar, Sicherheit muss sein. Aber dann dafür 25 Kracher verlangen ist echt schon nicht ohne. Die Stimmung insgesamt war recht gut. Die Meppener haben keine große Fanbasis, ab diejenigen unter den 9114 Zuschauern, haben schon Krach gemacht. Naja, so geht es in dem Stadion geht. Die Lautrer hingegen mussten gerade in der zweiten Halbzeit mehr zittern, als uns allen lieb war. Eine frühe Führung war gefühlt auch schon die letzte Torchance. Meppen hatte wesentlich mehr von der Partie. Die Freude war nach Schlusspfiff schon groß, wurde aber noch mehr von der Erleichterung getoppt. Noch nie habe ich einen so unverdienten 1:0-Sieg des FCK gesehen. Da ist noch viel Arbeit, damit es wieder aufwärts geht. Immerhin ist das jetzt mein persönlicher Ausgleich zum 2:1 von damals. (Ja, okay, doch alt geworden)



Meppen war allerdings erst der Auftakt. Die Spielplangestalter meinten es nämlich gut mit uns. Amsterdam war schon ab und an als Reiseziel im Gespräch. Und der einheimische AFC Ajax hatte doch tatsächlich sein Heimspiel am Sonntag 14:30 Uhr. Na, das passt doch. Also sind wir direkt nach dem Meppenspiel in die niederländische Capitale gereist, um das Spiel gegen De Graafschap zu schauen. Wie seinerzeit in Kopenhagen hatten wir extra ein Hotel in Flughafen/Autobahnnähe gebucht, da man nicht wirklich mit dem eigenen Vehikel quer durch die Stadt eiern möchte und die Infrastruktur um den Luchthaven Schiphol nicht schlecht sein dürfte. Unser Quartier in Hoofddorp war aber erstaunlich umständlich zu erreichen. Okay, vielleicht sollte das Navi auch einfach mal ein Update bekommen, damit auch die neuesten Straßen und Zuwegungen bekannt sind. Die Niederlande und Katsche werden aber nicht mehr beste Freunde werden. Selbst der Nahverkehr hatte seine kleinen Feinheiten, die wir dann beim Ticketkauf spüren sollten. Aber auch davon ließen wir uns nicht unterkriegen und erkundeten am Samstag die Stadt. Sollte man mal bei „Wetten, dass…?“ (die Älteren werden sich bestimmt erinnern) auftreten und die europäischen Hauptstädte am typischen Geruch erkennen, dann hätte man bei Amsterdam bestimmt einen Treffer. Es vergingen keine zehn Meter, die man nicht in einer Kifferwolke stand. Alter, das war echt krank. Und dann auch noch die ganzen Radfahrer, die kreuz und quer fahren, schulten die Aufmerksamkeit. Da ich bei meinem bislang einzigen Amsterdam-Besuch vor 18 Jahren (mit 17, als wirklich alt geworden) von einem bekifften Rastafari angefahren wurde, stellte ich mich auf den Radweg, sagte selbstbewusst „Da bin ich wieder!“ und teilte wie Moses den Radweg. Tja, wir konnten uns problemlos fortbewegen, ohne eine Kollision zu haben.
Auch ohne Plan waren wir nicht planlos. Der Leidseplein als Herz von Amsterdam mit dem HardRockCafe war natürlich das erste Ziel. Das ist schon eine coole Gegend von Amsterdam, nicht umsonst habe ich eben erst gelesen, dass es sich um das Herz der Metropole handelt. Von dort ging es dann zu Fuß zurück zum Centraal. Natürlich ist das Wetter Mitte Dezember nicht unbedingt das Beste. Allerdings ist die Vorweihnachtszeit in so einer Stadt mit all den bunten Lichtern auf jeden Fall eine gute Reisezeit.





Am Sonntag war das Spiel natürlich im Mittelpunkt, dennoch stand Sightseeing auf dem Programm. Allerdings haben wir uns auch wieder eher treiben lassen und sind ein wenig umher gewandert, ohne unbedingt ein festes Ziel vor Augen zu haben (mit Ausnahme des Amsterdamschriftzuges, welches quasi unmittelbar vor unserer Anreise an anderer Stelle platziert wurde.) Man sollte Amsterdam auch einmal bei wärmeren Wetter besuchen. Die Stadt hat verdammt schöne Ecken, auch die Grachten sind natürlich super, sodass sich da eine Grachtenfahrt im Sommer oder Frühling bestimmt gut machen lässt.


Es wurde aber auch endlich Zeit für die Johan-Cruijff-Arena. Heftig, was die da bereits 1996 hingestellt haben. Also in dem Jahr, als ich erstmals im Emslandstadion war. (Oh Gott ist das Stadion alt :-D ) Bevor es aber hineinging habe ich noch mit Bravour eine Mutprobe bestanden. In einem Pub direkt am Stadion outete ich mich als Deutscher. Entgegen aller Erwartungen wurde mir zugeprostet statt mir formidabel auf die Schnauze zu hauen. Die Arena und das Umfeld erinnerten schon an das Wembley in London. Große Einkaufspassagen, Konzerthallen und große Plätze prägen das Umfeld. Nach dem Einlass (erstaunlicherweise ohne Abtasten) führten uns mehrere lange Rolltreppen zum Oberrang. 


Auch die roten Sitze in dem weiten Rund ließen Erinnerungen an den März aufkommen. Wesentlich besser hingegen waren da dann schon die Verkäufer an den Ständen. Sehr schnell erhielten wir unser Essen, dessen Auswahl sehr beeindruckend war. Hamburger, Wurst, Pommes und ERBSENSUPPE! Wie geil ist das bitteschön, bei den kalten Temperaturen Erbsensuppe zu servieren. Das Spiel nahm dann den erwarteten Verlauf, wenn der Zweite gegen Letzten spielt. Nachdem Ajax alles verballert hatte, hatte De Graafschap die Riesenchance auf die Führung. Tja, so aber ging das Scheibenschießen los. Als mein Sitznachbar (nicht Katsche) für neues Bier den Block verlassen hatte, machte Ajax den Führungstreffer. Insgesamt sollten noch sieben Tore folgen. Wahnsinn, ein 8:0 live im Stadion zu erleben ist schon selten, zumindest wenn man nicht gerade mit dem HSV in den Süden der Republik fährt. 
Einen großen Respekt zolle ich den Anhängern der Gäste.Trotz der sportlichen Talfahrt waren sie sehr zahlreich da und mega laut. Fast die gesamte Spielzeit haben sie so einen Rabatz gemacht, dass der Oberrang gewackelt hat und die Mannschaft sich echt glücklich schätzen kann, so einen Anhang zu haben. Etwas lachen musste ich dann aber schon, als sie zum Ende hin einen (fiktiven) Torjubel hingelegt haben und völlig eskaliert sind. Diese Selbstironie ist echt stark. Ich hätte mir von den Heimfans auch schon mehr erhofft. Vielleicht hatten sie anfangs nen Stimmungsboykott, vielleicht habe ich sie auch einfach nicht gehört, weil wir direkt neben dem Gästeblock saßen.


Nach dem Spiel kamen wir schließlich durch den glücklichen Umstand, in eine andere Richtung als die meisten zu fahren, sehr gut wieder zum Auto beim Hotel zurück. Dass uns das Navi hinterher etwas in die Irre führte, musste ja noch sein zum Abschluss einer verdammten klasse Tour...

Dienstag, 10. Juli 2018

Tiefpunkt-EFES mit Tobse

In der Sommerpause 2018 treffen wir Tobse im Türkeiurlaub und fragen ihn nach seiner Meinung zur abgelaufenen Saison.


Merhaba, Tobse. Die Saison ist nun schon einige Zeit vorbei und die Vorbereitungen auf die neue Spielzeit laufen auf Hochtouren. Ich frage direkt: Wie fühlst du dich?

Gehen Sie davon aus, dass Temperaturen jenseits ihres Alters, also weit über 30, für ein gutes Gefühl sorgen. Die Runden im Pool und die kühlen Drinks am Abend tun ihr übriges.

Das hört sich nach einem super Urlaub im Land von Özils und Gündogans Präsidenten an. Kommen wir nun zum Negativen, dem Fußball. Du bist umgeben von vielen Engländern, Russen und erstaunlich vielen Belgiern. Wie sehr schmerzt das Vorrundenaus von „ der Mannschaft"? 

Das schmerzt überhaupt nicht. Die WM ist mir irgendwie relativ egal. Ab und an habe ich ein Spiel gesehen, wenn es zeitlich gerade passte. Auch hatte ich stets Dienst, wenn die Nationalelf gespielt hat und bin stilsicher im Mexiko-Trikot von 2006 zur Arbeit gefahren. Dass nicht viel rumkommt war doch klar, wenn einige Spieler mehr auf Wahlkampftour sind als beim Training.

Eine WM vollkommen egal?

Irgendwie schon. Ich bin ähnlich wie Katsche ein Vereinsfan. Und da der FCK vollkommen verdient abgestiegen ist und zukünftig nur noch drittklassig spielt, kann man ein gewisses Desinteresse bestimmt verstehen.

War der Abstieg wirklich so verdient? Wie hast du die Saison als Fan erlebt?

Es war einfach nur grausam. Die gesamte Hinrunde war totaler Murks. Zum Jahreswechsel war doch klar, dass nur ein Wunder uns retten könnte. Zwischendurch sah es so aus, dass der Klassenerhalt möglich scheint, nur um dann wieder voll in die Fresse zu bekommen. Alle Vereine haben zwischendurch gepunktet, sodass selbst die Siege nicht viel gebracht haben. Und dann vergeigst du die wichtigen Spiele gegen unmittelbare Konkurrenten…

Das war nun schon der vierte Abstieg für dich. Bekommt man da eine gewisse Routine?

Nein, jeder Abstieg tut anders weh. Der „Sturz" In die dritte Liga ist auf jeden Fall ein neuer Tiefpunkt. Nun darfst du tatsächlich einen Stern für die  Meisterschaften auf das Trikot drucken. Dankeschön, so sieht jeder dass der FCK ein gefallener Altmeister ist.

Ein neuer Tiefpunkt dürfe auch deine persönliche Bilanz sein.

Da hast du grundlegend recht. Lediglich drei (!!!) Spiele waren es. Immerhin kam immer ein neuer Ground hinzu. Die Touren standen sowieso eher im Zeichen der Geselligkeit. Die erste Runde im DFB-Pokal mit dem Schalker zusammen nach Lübeck zum Kracher Eichede - FCK war ein guter Auftakt in die Saison. Im Herbst war ja mit Katsche das Familientreffen im Anschluss an das Regensburg-Spiel. Der Höhepunkt war aber ganz klar das Bruder-Wochenende in London samt Wembley-Stadium. Eine überragende Tour, die nach Wiederholung schreit. London ist eine beeindruckende Metropole, in der es noch viel zu entdecken gibt.

Bist du etwa müde geworden was die Stadionbesuche angeht?

Auf keinen Fall! Einige Spiele waren aus zeitlichen Gründen schlicht nicht möglich. Es hat sich aber auch gezeigt, dass letzte Saison einfach Klasse statt Masse angesagt war. Es werden auch bestimmt wieder mehr Spiele werden, da auch die dritte Liga schon eine interessante Mischung aus Stadien bietet.

Da haben wir doch direkt eine Überleitung zum Ausblick auf die kommende Spielzeit. Was nimmst du dir vor?

Da jetzt der Spielplan herausgekommen ist, kann man nun tatsächlich anfangen einzelne Ziele herauszupicken, um da vielleicht auch drumherum ein Programm auf die Beine zu stellen. Für konkrete Aussagen ist es aber noch zu früh. Oftmals kann ich erst kurzfristig sehen, welche Spiele sich mit dem Dienstplan vereinbaren lassen. Hinzu kommen nun ja auch in der dritten Liga die Montagsspiele, die vieles erschweren werden. Durch den Aufstieg von Magdeburg ist ein Reiseziel weg, und der HSV ist ein Jahr zu spät abgestiegen. Ich bin gespannt, was sich so realisieren lässt. Es wird dann aber berichtet.

Dienstag, 6. März 2018

London 2018


Der FCK ist als Tabellenletzter der zweiten Liga unterwegs - das schreit förmlich nach internationalen Fußball. Ziel war endlich wieder London. Der letzte Besuch war ja auch bereits über 10 Jahre her. Nachdem bereits im Sommer 2016 über Tottenham und Wembley nachgedacht wurde, war es nun an der Zeit. Da dieses Jahr auch die Premier League-Spiele im Wembley stattfinden, konnten man besser an Karten kommen. Und so sollte es auch passieren. Es blieb abzuwarten, was das Volunteer für uns zu bieten hatte. Schließlich ging es zu einem WM-Endspiel-Stadion, da sollte was machbar sein

Samstag morgen 03:00 Uhr - War das gerade wirklich mein Wecker??? 03:10 Uhr - jepp, es war der Wecker. Leck mich doch am A***h ist das früh, und kalt, und hungrig war ich auch *mimimi* Katsche und ich hatten definitiv schon bessere Ideen, als morgens um 06:45 Uhr ab Hannover auf die Insel zu fliegen. Ich weiß zwar nicht mehr, wann, aber bestimmt. London Pride schmeckt ja generell nicht so mega gut, auf dem Weg zum Bahnhof aber noch weniger. Das Volunteer hat sich erstaunlich zurückgehalten. Alle Bahnen pünktlich, keine Probleme am Flughafen, alles gut. Erst beim Boarding gab es einen kurzen Aufschrei. Der Scanner leuchtet rot und gibt einen langen Signalton. Jawoll, na bitte es geht doch. Tja, Pustkuchen, kostenloses Upgrade auf Business-Class mit Frühstück for free.

Eine pünktliche Landung später ging es rein in das Touriprogramm. Buckingham Palace, HardRockCafe und die City samt Pubs am Covent Garden, Leicester Square und Piccadilly Circus. Besonders krass finde ich ja den Lego Store mit den mega großen Nachbauten von Big Ben und Telefonzelle. Noch heftiger war aber die M&M's-World gegenüber. Die spinnen doch, die Briten. Vier (!) Etagen voll mit M&M's und sonstigem Merchandise zu den Süßigkeiten. Du ahnst es nicht...












Dann wurde es aber Zeit für Wembley. Von der Underground-Station Wembley Park ist das Stadion schnell zu erreichen. In der Ferne erhob sich der Koloss aus Beton und Stahl. Verdammt eindrucksvoll dieses Stadion.
Doch zunächst noch eben den Rucksack im benachbarten Hotel abgeben, um die nächste Überraschung zu erleben. Executive hieß das Zauberwort. Warum auch immer wir dieses bekommen haben, so durften wir abends noch kostenlos an die Getränkereserven der Rooftop-Bar mit Blick aufs Wembley.
Der Einlass in das Stadion ging recht flott und über drei Rolltreppen gelangte man leicht zu seinem Block. Hier haben die Planer und Erbauer des Stadions echt ganze Arbeit geleistet. Auch im Innenbereich ist das weite Rund mega beeindruckend. Das Wembley gehört in meinen Augen zu den schönsten Stadien der Welt. Das Essen war aber eher nicht die gehobene Klasse. Da besteht besonders auch beim Bedienen erheblicher Nachholbedarf. Die Verkäufer mussten das Bier selbst zapfen, sofern sie es nicht auch noch vergessen haben. Nach einem energischen Vorsprechen gab es dann doch die komplette Bestellung. Das Bier musste aber im Umlauf getrunken werden. Auf den Rängen gab es strengstes Alkoholverbot. Gleiches gilt auch für das Stehen, Pyros und ganz viel mehr. Wenn die Verbote nicht schon genug wären, kann man an die Security eine SMS schicken mit Block/Reihe/Sitz des Unruhestifters. Also Petzen für Feiglinge. Unglaublich.

Die Stimmung hatte ich mir ehrlich gesagt besser erhofft. Klar, das Wembley ist nicht die Heimat der Spurs, aber Gesänge kann man eigentlich schon erwarten. Es wurde zwischendurch zwar auch richtig laut, aber die "klassische" englische Stimmung war eher von den den Huddersfield-Fans zu hören. Allerdings gab es häufiger Szenenapplaus für die Spieler. Dafür lief das Spiel wie erwartet. Die Spurs waren klar besser und gewannen verdient 2:0.
Auch hinterher kamen alle gut wieder weg, ohne dass es extreme Verzögerungen gab. Respekt.






Wie bereits erwähnt konnte man hinterher in der 9. Etage des Hotels mit Blick auf das Stadion eine Nachbesprechung machen.

Der Sonntag war dann schon eher vom Volunteer beeinflusst. Ursprünglich war ein Besuch der Hackney Marshes bei der Sunday League und dem benachbarten Olympiagelände von 2012 geplant. Leider waren sämtliche Partien der Witterung der letzten Tage zum Opfer gefallen. Dann bleiben wir halt bis zur Öffnung des Spurs-Shop noch im Hotel. Unnötig haben wir die Zeit vertrödelt (inklusive klaffender Wunde beim Rasieren), um dann festzustellen, dass Google eben doch nicht alles weiß. Der Shop war dicht. Stattdessen vielleicht eine Stadionführung? Nein, 20 Pfund sind dann doch zuviel.
Zumindest zum London Stadium im Olympic Park, der neuen Heimat der Hammers, sind wir dann doch noch aufgebrochen. Nun kam das Volunteer langsam in Schwung. Unser Ziel war verdammt schwer zu erreichen. Irgendwie waren auf allen Linien Baustellen, die uns von unserem Vorhaben abhielten. Dennoch haben wir auch dem komplizierten System aus Under- und Overground getrotzt und schließlich Stratford erreicht. Das ehemalige Brachland ist komplett bebaut worden und sieht schon nicht schlecht aus. Über eine Brücke am Aqua-Center vorbei kamen wir auf das London Stadium zu. Eine schicke runde Schüssel, die sich da hervorhob. Und genau das ist trtz aller Schönheit das Problem. Ähnliches haben wir erst tags zuvor im Wembley Park erlebt. Es ist irgendwie austauschbar. Wenn das Nationalstadion so hervorgehoben wird samt extraklasse Hotels drumherum, dann ist das von mir aus in Ordnung. Aber West Ham United ist ein Arbeiterverein, der Upton Park lag mitten im Wohngebiet, umgeben von Pubs, Reihenhäusern und engen Straßen. Das ist der Londoner Fußball, wie ich ihn 2008 kennengelernt habe. Davon hat sich West Ham entfernt. Ansonsten ist der Olympic Park nicht unbedingt der Hot Spot schlechthin. Zumindest wenn kein Fußball stattfindet.



Der Reiseführer hat es geschrieben. Man sollte auch abseits der belebten Straßen und Plätze gehen, um ein anderes London kennenzulernen. Unser nächstes Ziel auf der Liste war der Brick Lane Market. The Ribman war uns aus der TV-Show "Kitchen Impossible" bekannt und laut Homepage hat er Sonntags einen Stand auf dem Brick Lane Market. Von der Haltestelle Aldgate East ging es los Richtung Brick Lane. Alter, was laufen hier für kranke Gestalten und Freaks herum. Das ist wohl dieses andere London, das genannt war. Der Brick Lane Market ist allerdings extrem cool. In den engen Gassen mit den Graffitiwänden waren unzählige kleine Verkaufsstände, Markthallen in ehemaligen Parkhäusern und Flohmärkte zu finden. Und den Ribman haben wir tatsächlich auch getroffen. Das Essen war verdammt gut, richtig verdammt gut. Der Ribman persönlich ist auch lässig drauf und viel am schnacken.






Ohne Kitchen Impossible hätten wir diese Erfahrung nie gemacht. In diese Ecke von London hätten wir uns garantiert nicht gewagt, wenn es den Ribman nicht gebe. Da soll noch mal jemand sagen, dass Fernsehen nicht bildet. Und in einen Tweet des Ribman haben wir es tatsächlich auch geschafft

Frisch gestärkt konnten wir dann den Bahnhof Liverpool Street suchen. Die Wegweiser waren dermaßen willkürlich in die Landschaft geworfen, dass es echt lang gedauert hat. Naja, auch so kann man andere Seiten und Straßen von London entdecken.
Zum Abschluss sollte es dann doch noch etwas typisches Sightseeing geben. Trafalgar Square, London Eye und Big Ben sollten auch noch entdeckt werden. Schönen Dank auch, dass Big Ben komplett von Baugerüsten umgeben war.
Die Tour war echt klasse. Zwar mega anstrengend durch frühes Aufstehen, sehr viel Bewegung und wenig Schlaf. Es hat sich dennoch gelohnt. Ich denke mal, dass ich nicht wieder 10 Jahre warten werde,bis ich wieder nach London fliege.










Montag, 30. Oktober 2017

Echt jetzt?

Echt jetzt? Von Cuxhaven nach Regensburg sind es gute 770 Kilometer, wenn man dem Routenplaner einer großen bekannten Suchmaschine glauben kann? Das habe ich nun davon, dass ich beim Pool-Pharaos im Sommer die Klappe soweit aufreißen musste und das Gastspiel des FCK beim SSV Jahn als mögliches Ziel nannte. Okay, die Verwandtschaft wohnt in der Nähe. Dann gibt es außer des neuen Ground auch einen wirklich guten Grund für Katsche und mich, quer durch die Republik zu reisen.



Samstag Morgens, 05:15 Uhr in Deutschland: bäh, das obligatorische Bahnhofbier schmeckt ja mal gar nicht. Aber so ist das als Fan eines Traditionsvereins. Tradition muss sein. Immerhin waren alle Züge pünktlich, sodass man problemlos via Hannover und Nürnberg nach Regensburg kam. Von der Stadt haben wir leider nicht wirklich was gesehen, da der Fußmarsch (ca. 3 km) zur Arena nicht durch die Altstadt sondern in die entgegengesetzte Richtung führte. Aber musste es wirklich zunächst steil bergauf gehen? Das kannte ich bislang nur vom Betze. Wahrscheinlich war das auch Anlass für die Lautrer, eine kleine Choreo im Gästeblock zu machen, die unter dem Motto "Westkurve" stand.
Die Arena ist mit ca. 15.000 Plätzen schon recht klein, aber echt in Ordnung. Und für den heimischen Club ist sie in der Größe auch mehr als ausreichend. Man kann echt nicht meckern. Gute Sicht von allen Plätzen, wenn man nicht gerade im Gästestehplatzbock ist und die Zaunbeflaggung vollends ausgebreitet ist. Da wir aber tatsächlich mal "normale" Plätze gebucht haben, war das natürlich kein Problem. Das Bier war lecker, die scharfe Wurst einfach fantastisch...





Soweit zu den gelernten Dingen, dass man Positives voranstellt. Echt jetzt, Lautern? Wollt ihr mich vera****en? Ihr steht am Tabellenende und schafft es nicht einmal ansatzweise, einen direkten Konkurrenten in Bedrängnis zu bringen? Ein Elfmeter zum Ausgleich (Echt jetzt? Lupfer a la Panenka? Denk an mein Herz...) und dann erst wieder ein Kopfball nach 85 Minuten. Wie will man da was reißen? Okay, dass der Freistoß im Winkel einschlägt und sich beim 3:1 der Stürmer so dermaßen verrenken kann, dass der Ball irgendwie ins Tor fällt, ist doof. Dennoch könntet ihr euch mal etwas anstrengen.
Echt jetzt, FCK-Fans? Anfangs noch richtig Alarm gemacht und dann verständlicherweise ruhig geworden. Aber nach dem Spiel die Spieler mit Bierbechern und Stangen bewerfen, geht überhaupt nicht. Noch schöner auch noch, dann extremst zu meckern, da die Spieler nicht mehr an den Zaun kommen.


Immerhin war der Abend in Deggendorf bei der Familie schwer in Ordnung. Umso abenteuerlicher gestaltete sich dafür am Sonntag die Rückreise. Aufgrund des Sturmtiefs war der Bahnverkehr sehr eingeschränkt. Der ICE von Plattling war lange Zeit mit Verspätung angekündigt, sodass der Anschluss in Würzburg heikel bis unmöglich zu werden drohte. Okay, das hat irgendwie doch noch geklappt. Doch dann kam Kassel, das war ja wohl die (Wilhelms-)Höhe. Es sollte ein Ersatzzugführer kommen, dessen Zug hatte jedoch 80 Minuten Verspätung, weswegen die Weiterfahrt nicht freigegeben wurde. Echt jetzt? Ist das euer Ernst? Ja, es war deren Ernst. Immerhin gab es die Durchsage, dass man auch in einen anderen ICE umsteigen könne, der uns gleich überholen wird. So konnte doch glatt noch der vorletzte Metronom gen Heimat genutzt werden, welcher zum krönenden Abschluss aber auch seine 30 Minuten Verspätung hatte. Es war halt Sturm. Vielleicht sollte der FCK diesen Sturm verpflichten, da dieser Alle(s) durcheinanderbringt und echte Wirkungstreffer erzielt...