Sonntag, 18. Oktober 2026

Betze-Premiere

 


Es war endlich soweit. Junior hatte seine Betze-Premiere beim Heimspiel des FCK gegen den VfL Bochum. Da Herbsferien waren, konnten wir entspannt einen Tag vorher bereits mit der Bahn anreisen und im B&B-Hotel übernachten. Dank der Rezeptionistin war sogar die Reservierung eines Zimmers mit Bergblick möglich. Auch wenn das Spiel erst am nächsten Tag folgte, wurde uns nicht langweilig. Neben Fanshop (Shut up and take my money), Bummel durch die Stadt (ein riesen LEGO-Betze ist in der Mall zu bewundern) und Brauhaus am Markt (einmal Schnitzel-Völlerei bitte) war durch eine beinahe schon glückliche Fügung der Beginn der Lautrer Kerwe auf unseren Anreisetag gelegt worden.





Samstag war es dann kalt und regnerisch. Der Wetterwechsel hätte sich gerne noch einen Tag zurückhalten können. Naja, dann gibt es halt ne neue Mütze (und später auch nen Hoodie) für den Nachwuchsfan. Und so war es dann soweit: Junior erklimmt erstmalig den heiligen Berg, die Lieblingstreppe seines Vaters, hinauf zum Fritz-Walter-Stadion. Ich bin ehrlich: ja, ich hatte mehr Tränen in den Augen. Es war erst mein zehntes Heimspiel und es ist noch immer jedes mal aufs Neue so ein unbeschreibliches Gefühl für mich. Es fängt ja schon beim Einfahren des Zugs in der Lautrer Hauptbahnhof an, beim Gang hinunter zum Hotel und an so vielen anderen Orten.




Aber zurück zu Juniors Premiere. Bei der Kartenbestellung konnte ich lediglich auf der Osttribüne zwei nebeneinander liegende Plätze buchen. Immerhin hatte Junior dann einen super Blick auf die Westkurve, diese riesige rote Wand. Er war schon sehr angetan vom Stadion und den Ausmaßen.

Der FCK hatte in bislang sieben Spielen 6:4 Tore, der VfL gar 5:7. Gepaart mit dem Wissen, dass in der zweiten Liga kein erstklassiger Fußball erwartet werden kann, habe ich mich frühzeitig auf ein 0:0 eingerichtet. Wir sind daher schon dezent eskaliert beim Führungstreffer. Die zweite Hälfte war dann wieder die gewohnte Magerkost, bei welcher der FCK um den Ausgleich gebettelt hat. Der urplötzliche Elfmeterpfiff war eine echte Überraschung. Egal, nimmt man genauso gerne mit wie der Treffer zum 2:0 Endstand. Und so hatte Junior wie bereits bei seiner Stadionpremiere in Lotte ein sehr schönes Ergebnis. Es tut ihm sicherlich gut, endlich wieder einen FCK-Sieg miterlebt zu haben. Seine FCK-Bilanz ist ähnlich mies wie meine. ;-)





Auf dem Weg hinunter sagte er noch, dass seine Betzenberg-Premiere sehr gelungen sei. Dem ist so eigentlich wirklich nichts mehr zu ergänzen. Und wenn Junior bei der Rückschau eigentlich nur die lahme Geschwindigkeit der Autoscooter auf der Lautrer Kerwe und die Sauberkeit manches Stadion-WCs bemängelt, kann der Vater-Sohn-Ausflug nicht soooooo schlecht gewesen sein.

Sonntag, 15. Februar 2026

puh - bah - FCK

puh - drei kleine Buchstaben, die den gestrigen Samstag eigentlich ganz gut beschreiben

bah - drei kleine Buchstaben, die das gleiche machen

FCK - drei riesengroße Buchstaben, die damit zusammen hängen


Es war wieder mal sehr spontan. So spontan, dass innerhalb weniger Minuten am Freitag alles geplant war. Okay, zugegebenermaßen hatte ich den Gedanken schon eine Woche mit mir herumgetragen. Die Entscheidung und konkrete Planung war dann wirklich kurzfristig. Es war wieder mehr oder weniger ein Tagestrip nach Kaiserslautern. Der FCK spielte gegen den Tabellenletzten aus Fürth. Freitag habe ich das Angebot eines guten Freundes aus dem Großraum Hannover angenommen, sein Gästebett zu nutzen. Doch an Schlaf war kaum zu denken. Zu groß war wieder die Aufregung, dass ich sehr bald wieder den Betzenberg erklimmen werde. Und dann auch wieder in der Westkurve stehen werde. Schlechte Wettervorhersagen, noch schlechtere Spielvorhersagen, sorgten für Kartenrückläufer. Da musste ich einfach zuschlagen.

03:30 Uhr aufstehen? bah, nee, das war viel zu früh. Dafür aber die Vorfreude auf ein Mettbrötchen am Hauptbahnhof gewaltig groß. Schade, (Maurer-) Marmelade. Der Bäcker machte erst um 6 Uhr auf, also kurz nachdem der ICE losrollte.
Mit nur ganz weniger Verspätung kamen wir in KL an. puh, einmal durchatmen. Denn verdammt nochmal ja, ich hatte wieder Tränen der Freude in den Augen, als ich nach oben schaute und das Fritz-Walter-Stadion des FCK sah. Es war erst mein neuntes Heimspiel, es ist für mich noch immer etwas komplett Besonderes, wenn ich ankomme. Ich liebe dieses Stadion einfach.

Der Regen sorgte jedoch für einen recht zügigen Marsch auf den Betze. Dank des Mettbrötchens (endlich) von der Betzebud stiegen die Kräfte und die Vorfreude.




Mit neuer Wintermütze ging es rein in den Block. Nach und nach füllten sich die Ränge, auch wenn es die bislang geringste Zuschauerzahl in dieser Saison werden würde. puh, Gänsehaut als die großen Schwenkfahnen ausgerollt wurden. Es war so schön...


... bah, und dann kam das Spiel. War das ein Grottenkick. Ja, ich wiederhole mich: in der Zweiten Liga kannst du keinen erstklassigen Fußball erwarten. Die Emotionen pendelten zwischen puh, Glück gehabt, dass Fürth die Geschenke des FCK nicht genutzt hat, und bah, dass der FCK die Geschenke der Fürther nicht genutzt hat. Unterbrochen von einem kurzen Jubel in der 10. Minute beim Führungstreffer (Hinweis an dieser Stelle: ich habe mir das Trikot des Torschützen aufgrund Nüchternheit und einer Preisfrage nicht gekauft, siehe den Post zum Heimsieg gegen Heidenheim) Das Spiel wurde einfach nicht besser. Leider, aber und das zählt: es gab einen Heimsieg. Man hat halt gesehen, warum Fürth Letzter ist und der FCK in einer Art Krise steckt.

Die Reaktionen in der Westkurve nach Schlusspfiff waren gespalten. Einige, okay vielleicht auch nur einer, schrie einmal ganz laut Hurra. Das war möglicherweise jemand, der seinen letzten und bislang einzigen Heimsieg vor elf Jahren gefeiert hat... Die anderen Fans wechselten zwischen puh (nochmal Glück gehabt und dezentem Applaus) und bah (war das schlecht und lauten Pfiffen). Das waren dann aber nur die Fans, die überhaupt noch auf der Tribüne waren. Sehr schnell leerten sich die Ränge. Das hätte ich nach einem Heimsieg echt nicht erwartet und hat mich schon etwas ratlos zurückgelassen. Es gab dann auch keine wirklich Feier mit der Mannschaft, kurzer gegenseitiger Applaus und fertig.

Und dann noch die Rückfahrt bis tief in den späten Abend bis Cuxhaven, Gott sei Dank ohne Verspätung oder Stau. puh!


Donnerstag, 7. August 2025

Saisonstartinterview

Hannover, Anfang August 2025. Wir treffen Tobse in der Hannoveraner Fußgängerzone auf dem Weg Richtung Niedersachsenstadion. Am ersten Spieltag der Saison 2025/26 gastiert der FCK in Niedersachsens Capitale. Die Stimmung ist entspannt.


Tobse, schön dass wir endlich das Abschlussinterview der letzten Saison nachholen können.

Gehen Sie davon aus, dass ich in der Sommerpause so absolut keinen Bock auf einen Saisonrückblick hatte. Heute startet die neue Saison, dann können wir das Grummeln ja gleich zusammenfassen.

Zusammenfassen trifft es ganz gut. Wie war deine persönliche Saison 2024/25?

Naja, ich war nur beim Heimspiel gegen den Club, welches formidabel verkackt wurde. Was erwartest du da von mir an Analysen?

Ja, das sehe ich ein. Ein Spiel, eine Niederlage, das nervt gewaltig. Wahrscheinlich hast du deswegen alle Anfragen abgeblockt?

Das stimmt zu 100 Prozent. Es nervt einfach nur noch, jeden Sommer aufs Neue die eine Niederlage, die man live im Stadion erlebt hat, zu erklären.

Wir nähern uns dem Stadion. Dein Junior marschiert in einem alten FCK-Trikot von 2004 mit. Wieviel bedeutet dir das?

Ich bin stolz, dass er mich begleitet. Einst hat mein Vater mich Ins Stadion mitgenommen, ich habe die Tradition mit meinem Sohn in Lotte fortgeführt. Nachdem er auch mehrere schmerzliche Niederlagen in Münster und und Meppen (ja, sogar eine zweite Niederlage dort) erleben musste, konnte ich ihn dennoch von einem erneuten Besuch überzeugen.


Wir sind mittlerweile in einem recht gut gefüllten Gästeblock angekommen. Wie groß ist deine Aufregung?

Da die neue Saison ein komplette Wundertüte für mich sein wird, bin ich ganz entspannt. Eine Aufregung wäre natürlich angebracht, allerdings habe ich gelernt, dass es das einfach nicht wert ist.

Die Spieler kommen auf den Rasen. Mal ganz ehrlich: wie viele kennst du von ihnen?

Zugegebenermaßen nur die Spieler, die letztes Jahr auch schon beim FCK waren. Ich beschäftige mich nicht mehr mit anderen Vereinen, sodass ich zu den Neuzugängen auch konsequenterweise absolut Nichts sagen kann.


Die Stimmung ist gut, Tobse und Junior klatschen, brüllen und fluchen wie es sich gehört. Zur Halbzeit steht es 0:0. Tobse, wie bewertest du die ersten 45 Minuten?

Ich habe doch jetzt schon beinahe keine Lust mehr auf die Saison. Es ist schon wieder unterirdisch, was dem geneigten Fan dargeboten wird. Oh Gott, ist das schlecht. Ein typisches 0:0, was du am Ende verlierst, weil der Gegner doch besser ist.

Eine gute Viertelstunde vor dem Ende ist es passiert. Hannover 96 schießt den einzigen Treffer des Tages. Zurück bleiben auf Seiten des FCK nur traurige Gesichter. Darf ich fragen,...?

Tu, was du nicht lassen kannst.

Wie fühlst du dich?

Natürlich bin ich mega enttäuscht und habe keine gutes Gefühl für die Saison..Nächsten Samstag kommt der FC Schalke. Da kann es schnell passieren, dass du mit 0 Punkten in die DFB-Pokal Pause gehst. Ich möchte nicht wissen, wie sehr der Baum brennt, wenn die nächsten Spiele genauso bitter anzusehen sind. Auf jeden Fall hoffe ich das Beste, aber das Spiel hier hat einen schon sehr auf den Boden zurückgebracht. Man muss sich für eine Niederlage in Hannover nicht schämen. Aber für die Art und Weise schon. Ich verstehe sehr, dass Junior traurig ist. Es wird auch bei Weitem nicht seine letzte Niederlage mit Lautern gewesen sein. Dennoch bin ich überzeugt, dass er mich wieder begleiten wird.

In welche Stadien wird er dich in diesem Jahr begleiten?

Puh, das kann ich nicht abschätzen. Ich lasse mich überraschen, welche Spiele ich überhaupt sehen werde. Dann wird geschaut, was mit Junior davon machbar ist.



Dienstag, 22. April 2025

Nützt ja nichts



Inzwischen liegt mein Betze-Besuch schon mehr als eine Woche zurück. Ich bin weiterhin sprachlos und erwarte eigentlich ein offizielles Betze-Verbot. 25:5 Torschüsse, 12:2 Ecken, 1:2 Niederlage gegen Nürnberg. Was soll man da noch sagen? Wenn selbst dieses Statistiken nicht für einen Sieg reichen, wird es wohl doch an mir liegen. Da nützt es absolut Nichts, wenn man beim Aussteigen aus dem Zug und beim ersten Blick hinauf zum Stadion direkt Tränen der Freude in den Augen hat. Da nützt es Nichts, dass das Wetter so sommerlich war, dass der Tag in Kaiserslautern einfach nur geil war. Da nützt es Nichts, wenn eine Karte für die Nordtribüne geholt hat, um sich in der Fanhalle einstimmen zu können. Da nützt es Nichts, wenn doch eigentlich gerade die Flutlichtspiele so legendär sind.
Da passt es schon eher ins Bild, dass die Unterkunft eher bescheiden war. Statt 20 verdammter Stunden war es ein längerer Aufenthalt in KL, den man sich aus Gründen aber lieber nicht schön getrunken hat.
Wie lange werde ich fern bleiben? Nicht lange, nützt ja nichts.



Montag, 1. Juli 2024

Auf ein Strandkorb-Edelstoff


 

 

Moin Tobse, wir treffen dich heute im heimischen Strandkorb zum traditionellen Abschluss-Schnack. Warum nicht vor fünf Wochen beim Pokalfinale in Berlin?

Gehen Sie davon aus, dass das Endspiel in Berlin sicherlich ein würdiger Rahmen gewesen wäre. Allerdings wollte ich das Finale als eigenständiges Event im Erinnerung behalten, ohne mich mit der abgelaufenen Saison zu beschäftigen.

War die abgelaufene Saison so schlimm für dich?

Katsche hatte zurecht angemerkt, dass man eine Saison, die mit dem Klassenerhalt endet und als Sahnehäubchen das DFB-Pokalfinale mit dem FCK aufbietet, nicht als schlecht betrachtet werden kann. Da hat er vollkommen recht, da habe ich mich von überzeugen lassen. Aber natürlich war es sehr nervenaufreibend, dass man lange gegen den Abstieg spielen musste.

Woran hat es gelegen?

An mir kann es nicht gelegen haben, da ich es zu KEINEM Ligaspiel der Lautrer geschafft habe. In der Hinrunden haben sie ja recht gut angefangen. Dann kam das Spiel in Düsseldorf, wo sie nach einer 3:0-Führung doch noch verloren haben. Danach war irgendwie der Wurm drin, keine Ahnung was alles schiefgelaufen ist. Auch danach waren Führungen nur noch dazu geeignet, verspielt zu werden. Fast könnte man den Eindruck haben, dass Lautern mehr Trainer als Siege hatte.

Wie bewertest du die Trainersituation? Schließlich war Friedhelm Funkel gar der dritte Coach in der Saison.

Es muss irgendwas vorgefallen sein, dass Schuster nach dem erwähnten guten Start, den Düsseldorfer Rückschlag nicht von Mannschaft lösen zu können. Grammozis hatte es von Anfang an schwer und konnte ja nur scheitern. Mit Funkel kam dann die Hoffnung zurück, was Gott sei Dank irgendwie geholfen hat. Die Spiele im DFB-Pokal haben dafür vieles angenehmer gemacht. Es gab einige schöne Fußballabende.

Gekrönt natürlich vom Endspiel in Berlin.

Da hast du absolut recht. Das Finale mit seinem FCK live im Olympiastadion ist einfach nur fantastisch. Ich war schn traurig, dass es 1:0 verloren ging. Ein 4:0 gegen den ungeschlagenen Meister hätte jeder erwartet, so war es schon kurz blöd. Die pure rote Masse in der Kurve hat dann aber für die Erinnerungen gesorgt, die hängen bleiben.

Wie bewertest du deine persönliche Saison?

Naja, wenn man Karten für das DFB-Pokalfinale bekommt, DEIN Verein da spielt und du einen wahnsinnig tollen Tag in Berlin verlebst, dann ist der Rest eigentlich egal. Ja, ansonsten gab es ja nur das Spiel von 96 gegen Magdeburg und ein Testspiel vom FC Schalke gegen Eupen.

Welches du im Übrigen hier nicht erwähnt hast.

Das ist richtig. Wir waren im Rurpott untewegs, weil wir zum Eishockey in Düsseldorf wollten. Da haben wir dann zufällig von dem Testspiel erfahren und sind spontan hin. Ich habe es nicht geschafft, hier auch alles Mögliche von den Eishockey-Touren zu schreiben, da ich das meist bei Instagram poste. Daher war es hier wieder sehr ruhig. Durch das Arbeiten bei den Pinguins war einfach die Zeit und ganz ehrlich gesagt, die Lust auf Fußball nicht immer da. HSV und 96 auswärts wären zeitlich möglich gewesen, hatte mich dann aber doch auf die Zeit mit meinem Junior besonnen.


Da kommt Katsche mit einem Edelstoff in den Garten. Katsche, deine Bayern können heuer den Briefkopf nicht ändern. Ich frage direkt: wie großer Mist war die Saison?

Champions League Halbfinale hat über vieles hinweggetäuscht. Unterm Strich grottig und enttäuschend. Die leidige Trainersituation hat mich angekotzt. Das muss man sich mal vorstellen: man schmeißt einen Trainer raus und hat keinen Nachfolger. Ein absolutes Desaster wäre ein Doofmund-Sieg im CL-Finale gewesen.

Wann wird Kane seinen ersten Titel holen? Dieses Saison gab es ja nur die Torjägerkanone, die aussieht wie auf dem Logo von Arsenal.

Wenn diese EM so komisch weiterläuft, dann diesen Sommer. 

Und mit den Bayern?

*schulterzucken*

Katsche, du warst nur beim Pokalfinale dabei. Warum nicht mehr Spiele?

Puuuuuuuhhhh, in der Hinrunde hatte ich keinen Bock, die Rückrunde hat keinen Anlass gegeben, sich um irgendwas zu kümmern. Das einzige Spiel, für das mich um eine Karte beworben habe, konnte ich nicht sehen. Leider hatte ich kein Glück für das CL-Halbfinale zu Hause gegen Madrid.

Möchtest du noch mehr sagen?

Das hängt von deinen Fragen ab. Du hattest ja 90 Minuten Zeit, dir einen Scheiß auszudenken.

Sieht man dich nächste Saison wieder häufiger im Stadion?

Frei nach Olaf Thon: "Das ist aber auch kalt heute?"

Tobse, und dich?

Das wird die Zeit zeigen, was vielleicht wieder kommt. Ich lasse mich überraschen, was es sow wird.

Sonntag, 26. Mai 2024

Pokalfinale 2024

Ich bin immer noch so beeindruckt von dem, was am Samstag passiert ist. Es fällt mir schwer, das hier in Worte zu fassen, die sich noch normal lesen lassen und ohne zu viele Superlative zu verwenden. Aber das wird gaaaaaaanz schwierig.

Ich hatte Katsche im Jahre 2008 zum Pokalfinale zwischen den Bayern und dem BVB begleitet und war damals schon wahnsinnig begeistert. Doch jetzt stand mein FCK im Pokalfinale und das Glück bei der Kartenbestellung war auf meiner Seite. Wenn der eigene Club im Finale steht, dann ist das für den Fan etwas Surreales, etwas Unbeschreibliches.

Katsche hat mich begleitet und war ebenso begeistert, auch wenn sein Ruhepuls beim Spiel nicht sonderlich aus dem Ruder gelaufen sein dürfte. Früh morgens sind wir losgefahren, damit ich möglichst viel von der Atmosphäre erleben konnte. Doch der erste Dämpfer kam dann recht schnell in der deutschen Capitale. Das Fanfest auf dem Breitscheidplatz war so hoffnungslos überfüllt, das Bier (0,5) hat schlappe 7 Euro die große Bratwurst im Brötchen 9 Euro gekostet. Das ist dann schon etwas too much. Zumal man in dem Gedränge nicht in Ruhe stehen konnte, ohne von der Masse weitergeschoben zu werden. Aber dennoch war es einfach nur fantastisch, so viele Lautrer auf einem Haufen zu sehen. Einfach nur krass...


Wir sind dadurch auch recht früh zum Stadion gefahren, bereits fünf Stunden vor dem Anpfiff waren wir dort. Bei einem normalen Bundesligaspiel würden wir wohl nicht schon am Samstag Morgen um 10:30 Uhr vor dem Einlass herumlungern. Bei einem normalen Ligaspiel gibt es aber auch nicht so viel Drumherum. Jede Menge Stände mit unterschiedlichsten Aktion warteten auf die Fans.

Nach einem etwas schleppenden Einlass ging es noch nicht direkt zu den Plätzen, da unglaublich viele Bierzeltgarnituren bei bestem Wetter besetzt werden wollten. Das ganze Flair um das Spiel herum, die vielen Fans vor dem Stadion, ich war sowas von begeistert.

Die Stimmung im Stadion war der Hammer. So ein Finale ist schon was Besonderes, das hat man gespürt. Eine mega Choreo, lautstarke Gesänge. Das ich meine Stimme behalten habe, ist schon ein kleines Wunder. Eine ebensolches wäre auch ein Sieg gegen den neuen deutschen Meister Bayer Leverkusen gewesen. Ich habe mit Nichts gerechnet und war dadurch sehr ruhig in das Spiel gestartet. Doch wenn man das Finale dann "nur" mit 1:0 verliert, ist man schon ein wenig traurig, Natürlich hätte ich gerne ein Tor des FCK bejubelt und dabei zugesehen, wie alle eskalieren. Alles in Allem betrachtet bleibt dieser Tag aber nur positiv in Erinnerung. So unglaubliche viele tolle Eindrücke konnte man in seinem Hirn speichern.



Ich gönne es wirklich jedem Fußballfan, einmal in seinem Leben ein Pokalfinale seines Clubs live in Berlin zu erleben. Ich bin jedenfalls sehr dankbar für diese Erfahrung. 

Montag, 23. Oktober 2023

Rotes Hannover




Vor langer Zeit geplanter Heimatbesuch über das Wochenende: also Zeit auch endlich mal wieder ins Stadion zu gehen. Ich war Freitag durchaus im Stress. Erst noch den Physiotermin in Cuxhaven absolvieren und dann rein ins Auto. Ich hatte vor, abends ein sportliches Event zu besuchen. Doch welches sollte es werden? 2. Bundesliga bei Hannover 96 mit dem Heimspiel gegen Magdeburg oder Eishockeyoberliga mit den Hannover Indians gegen die Moskitos Essen? Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, dann war doch klar, dass mein Weg ins Niedersachsenstadion führt. Den Roten bin ich deutlich verbundener als dem blauen Eishockeyteil der Stadt. Alleine an den Pferdeturm? Das würde ich nur wegen der Calzone machen. In Begleitung wäre es nochmal was Anderes. Aber so? Nee...

Da es aber aufgrund der Unwägbarkeiten wie möglicher Stau und Langsamfahrer am Wochenende hinreichend unklar war, fiel die Entscheidung tatsächlich erst in quasi letzter Minute.

18:20 Uhr: Auto auf dem Schützenplatz abgestellt

18:27 Uhr: Gelächter am Infopoint ob meiner Nachfrage nach der Tageskasse, die es seit drei Jahren nicht mehr gibt.

18:28 Uhr: Alternative gefunden

18:30 Uhr: Einlass

18:30 Uhr und eine Sekunde: Okay, das Eröffnungsfeuerwerk verpasse ich

18:34 Uhr: Willkommen auf der Westtribüne

Ich habe tatsächlich nur vier Minuten verpasst. Ein wenig stolz bin ich ja schon auf mich. Natürlich wäre es ohne Pinkelpausen an der Autobahn noch etwas weniger geworden. Aber dass das kleine Landei den PKW vergleichsweise sicher durch die große Stadt gesteuert hat, nötigte mir selbst einen kurzen Schulterklopfer ab.

Weniger schön waren da schon die Heiopeis in der Reihe vor mir, von denen doch tatsächlich einer seine Kräfte messen wollte und sich einen Kontrahenten aus dem Nachbarblock heranwinkte. Ich nehme das Ergebnis vorweg: die BePo hat mal eben für Platz im Block geschaffen...

Achja, 96 hat mit 2:1 gewonnen. Natürlich ärgert mich das ein wenig, da die Roten nun mal Konkurrenten meines FCK sind. Aber ein lautes jubelndes Stadion ist schon schön.



Sonntag ging es an die Brutstätte meiner Eishockeyleidenschaft. ICE House Wedemark, Hannover Scorpions. Der rote Eishockeyteil der Stadt. Okay, und wohl des Umlandes. Und ja okay, es ist nicht mehr die DEL. Die habe ich mit den Pinguins eh ungefähr einmal in der Woche. Es ist nur noch die Oberliga, zu Gast war der Herner EV. Egal, endlich wieder Scorpions. Mit Ausnahme des Open Air aus dem letzten Winter, war mein letzter Besuch scheinbar tatsächlich das Halbfinale 2009 gegen die DEG, damals noch in der großen Arena. Keine Ahnung, warum ich danach nie wieder hingegangen bin und somit tatsächlich die Meisterschaft gänzlich aus der Ferne beobachtet hatte.


Das ICE House sieht im Grunde genommen noch genau so aus, wie ich es in Erinnerung hatte. Außer ein paar neuen Anzeigetafeln und zwei LED-Wänden hat sich nicht viel getan. Okay, die Sitzplätze sind umgezogen, sodass nur noch die letzten drei Stufen an der offenen Längsseite Stehplätze sind. Aber dafür sitzt Eric Haselbacher immer noch wie ein Rekommandeur vom Rummelplatz in seinem Kabuff und begrüßt "Meine sehr verehrten Damen und Herren, mesdames et messieurs, ladies and gentlemen. Here they are, please welcome the SCORPIONS!!!" Ja, es gab einen kurzen Gänsehautmoment, wie ich da in dem Trikot von Joe West von 1997 stand.


Es hat echt Laune gemacht, mit einem guten Freund da zu stehen und auf die guten alten Zeiten anzustoßen. Sehr gerne wieder. Der 5:1-Endstand war nach einem frühen Rückstand und vielen Fehlschüssen so nicht absehbar, am Ende jedoch mehr als hochverdient. Gerne wieder